Wie heißt es in der Operette so schön …. „Komm‘ in die Gondel und steige nur ein ….“
Also auf‘ zum Karneval nach Venedig und eintauchen in die Welt der Farben und opulenten Roben aus einer anderen Zeit.
Der Begriff „Karneval“ setzt sich aus „carne vale“ zusammen und bedeutet den Abschied vom Fleisch (bis zum Ende der Fastenzeit).

Man kommt sich vor wie ein Schausteller, wenn man mit einem Koffer voller Kostüme in Richtung Süden fährt. Denn will man der speziellen Atmosphäre und 800-jährigen Geschichte der Gewänder und Masken nachspüren, wäre der Besuch der Lagunenstadt ohne Verkleidung nur halb so aufregend.
Während der Nachtzug so dahin rattert, überdenke ich noch einmal unsere Kreationen, die eher praktisch denn glamourös ausfallen. Bei aller Romantik ist ein klassisch-gerüschter Reifrock nämlich ganz schön sperrig und je nach Wetterlage mehr ein feuchter Bodenfeger als ein Hingucker.


Neben den klassischen Masken aus Venedig, den Masken der Commedia dell’arte (der Dichter Goldoni läßt grüßen) und historischen Kostümen finden sich dort ohnehin immer mehr Fantasiemasken. Und schließlich hat eine Halbmaske den Vorteil, daß man auch essen und trinken kann ohne sie abzunehmen bzw. die Identität preis zu geben. Ursprünglich diente der lange Schnabel der Pestmaske übrigens dazu, Kampfer getränkte Tücher darin zu verstecken, um den Virus beim Atmen möglichst fern zu halten.

Das Wetter in „La Serenissima“ ist uns hold und es verspricht ein angenehm warmer schöner Samstag zu werden. Zwar ist Sonntag der Haupttag, dann jedoch ist Venedig so voll, daß man kaum mehr treten kann. Zu Casanovas Zeiten dauerte der Karneval übrigens mehrere Wochen an. Er beginnt stets damit, daß eine weiße Taube aus Pappmache‘ an einem Seil vom Kampanile zum Dogenpalast gezogen wird und es Konfetti regnet.


Dieses Jahr findet er vom 03. bis 13.02.2018 statt.

Gegen 11.00 Uhr starten wir als Colombine und Edelmann zunächst in Richtung Cannaregio- Viertel mit seinen pittoresken authentischen Handwerksbetrieben. U.a. eine der letzten Brokatwebereien (auf den historischen Webstühlen sind nur 2-4 cm am Tag zu schaffen).
Der Karneval in Venedig spielt sich auf allen bekannten Plätzen ab, in den Höfen der Palazzi, in den Gassen und auf den Kanälen, wo verkleidete Menschen tags und nachts feiern, singen, tanzen und sich vergnügen – ein Festival der Sinne.
Die Masken und Kostüme erfüllen heute mehr den Zweck sich zu zeigen, als sich zu verstecken. Gesehen zu werden; Augenpaare hinter den Masken treffen sich … und zu unserer Überraschung dauert es nicht lange, da werden die Fotoapparate auch auf uns gerichtet. Ganz automatisch schlüpft man so in seine Rolle, wird zum Teil der Szenerie und schreitet fortan würdiger und grüßt posierend in die Menge.
In Richtung San Marco vor der Kulisse der großen Palazzi dominieren die promenierenden Profi-Kostüme; als Einheimischer präsentiert man sich eben stilecht.

Die Zeit vergeht wie im Flug und wir genießen jeden Moment. Traditionell werden zu Karneval „Fritelle“ (frittierte Teigtaschen) gegessen, wir aber entscheiden uns doch für ein Tintenfisch-Risotto mit einem spritzigen Friulano … und nehmen auf der Piazza San Marco im Cafe Florian noch einen Bicerin (geschichtet Schokolade, Kaffee, Milchschaum) bevor wir eine festliche Abendveranstaltung besuchen.

„Möcht‘ ich zum Augenblicke sagen, verweile doch Du bist so schön“ …. aber ein Bild sagt mehr als 100 Worte, darum sollte man sich dieses Schauspiel einfach nicht entgehen lassen.

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Petra
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