Manchmal geht es schon verrückt zu auf dieser Welt und man muß sicher nicht alles nachmachen.

Aber es gibt dennoch Varianten des Wintersports, die nicht nur spannend anzuschauen sind, sondern sich ein Ausprobieren lohnt.

Klar, Biathlon (Skilanglauf und Kleinkaliberschießen 50 m Distanz) kennt inzwischen jeder und man weiß, daß es neben Eisstockschießen noch Curling (Ursprungsland Schottland) gibt. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß insbesondere das im tiefen Ausfallschritt Anrutschen bzw. gleitende Aufsetzen des Curling- Steins (aus Granit)  und das zielgerichtete Besenwischen selbst mir als guter Eisläuferin schwerfällt. Da funktioniert Biathlon (z.B. in Ruhpolding, Reit im Winkl oder Kössen) schon besser und ich liebe das Klacken der Scheiben beim Treffer.

Weiter geht’s mit den verschiedenen Arten des Skijöring (= Skikjøring Ursprungsland Norwegen) was übersetzt so viel wie Fahrsport heißt.  Dabei läßt sich ein Skifahrer an einem Seil von einem Pferd (mit oder ohne Reiter), Schlittenhund oder Motorfahrzeug ziehen.

Rennen zu Pferd konnte ich schon in St. Moritz verfolgen und als ich endlich die Gelegenheit hatte es selbst auszuprobieren, war ich auf Alpinski nicht über die Geschwindigkeit überrascht, sondern daß das voran galoppierende Pferd doch recht große Brocken freitritt, die einem ungebremst am ganzen Körper treffen (unbedingt Skibrille aufsetzen).  Vorsicht meine Herren …

Spannt man einen oder zwei Hunde vor sich in ein Geschirr, dann benutzt man meist Langlaufski und läßt sich je nach Terrain und Schneelage entweder ebenfalls ziehen oder läuft in gleicher rhythmischer Geschwindigkeit im sog. Skatingschritt mit. Setzt man ein Motorfahrzeug davor, dient dies meist zu Übungszwecken. So machen es auch die Masher, wenn sie mit ihren Hundeschlitten z.B. Gewichtsverlagerung oder Kurventechnik trainieren.

Neben Snowmobil, Squad und Segway kann man im Schnee neuerdings auch ein sog.  Ziesel (kleines Gummikettenfahrzeug) fahren, z.B. in Kühtai oder Bad Wildbad.

Ice Speedway, also Moto-Crossfahren auf Schnee oder Eis, kann man am besten im Rund eines Eisstadions beobachten (z.B. in Inzell). Die durch Spikereifen mögliche Kurvenlage ist beachtlich und geht nicht immer gut. Achtung: ggf. Ohrstöpsel mitnehmen, denn der Lärm der Maschinen in einer Halle ist ohrenbetäubend.

Nicht viel leiser, aber nicht ganz so unfallträchtig ist das Eiskart fahren.  Mit etwas Fahrgefühl bekommt man schnell das Andriften bzw. Über-/ Untersteuern in der Kurve heraus – ein toller Spaß (z.B. in Les Sepey/ CH in der Nähe von Villars bzw. Montreux möglich). Unweit davon kann man mit Hilfe eines erfahrenen Guides auch das Eisklettern und Skulpturen schnitzen erlernen. Da ist ein   dreidimensionale Vorstellungsvermögen Trumpf, der Schaber ist eher leicht zu handhaben ….was weg ist, ist weg …

Die bunte Palette geht weiter: man kann z.B. auch in einem Kajak den Hang hinunter paddeln oder in einer Art Schwimmreifen (Snow Tubing) eine Schneerinne herunterrutschen. Das ganze geht auch mit einem Airbord Kopf voraus oder im Schlauchboot, was besonders bei Gruppen beliebt ist.  Hier gilt grundsätzlich: je höher Balast/ Körpergewicht, desto höher die Geschwindigkeit.

Wer den Wind nicht scheut, geht zum Eissegeln (z. B. Lac de Joux/ schweizer Jura) oder Eis-/ Snowkiting.  Beim Kiten gilt es vor allem den Schirm zu beherrschen, was bei flauem Wind am Daubensee (Wallis) trotz Höhenlage von 2.200 m recht schwierig war.

Im Zweifelsfall einfach abtauchen bzw. unter dem Eis durchtauchen und es erschließt sich eine neue Welt. Allerdings nichts für Klaustrophobiker, denn Auftauchen ist nur beim Eisloch möglich.

Geschwindigkeit erleben kann man auch beim Taxi-Bob fahren (z.B. in Berchtesgaden am Königsee) – die längste Minute meines Lebens. Sicher man muß nichts dabei tun, sollte aber aufgrund der Fliehkräfte (bei 80 – 120 km/ Std. das Vierfache des Körpergewichtes) auf seine Halswirbelsäule achten.

Beim Watersliding und Crashed Ice habe ich mich dann doch lieber auf’s Zuschauen beschränkt.

Sie meinen das ist alles nichts für Sie und Schlittenkutsche fahren viel zu langweilig … Sie wollen aber trotzdem mal die Kälte fühlen und hoch hinaus?   Dann besuchen Sie doch mal eines der Eishotels (z.B.

Jukkasjärvi/ FIN) oder buchen Sie eine kurze Tour mit der Pistenraupe (z.B. in Aurach ab Bichlalm in Richtung Stockkogel) wie es sonst die Tourengeher (per Ski oder Racket) machen.

Der – nächste – Winter kommt bestimmt !  Egal wie und wo: ich wünsche viel Spaß …  

 

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Petra
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