„Mein Hut hat der hat drei Ecken“, … so heißt es in dem Volkslied. Bei seiner Entstehung dürfte wohl der sog. „Dreispitz“ gemeint gewesen sein, der seinerzeit oft Uniformbe-standteil war und auch heute noch zu Garde-/ Karnevalsuniformen gehört. Es gab ihn aber auch als Zivilversion und wurde seinerzeit z.B. von Frauenheld Giacomo Casanova getragen. Auch wohlhabendere Bürgerinnen trugen im Mittelalter gerne eine Dreiecksvariation mit Schleier/Tuch.

Bis heute dienen verschiedene Arten von Helmen und Kappen als Kopfschutz in Beruf und Freizeit. Ja sogar als Merkmal einer Gruppenzugehörigkeit oder Auszeichnung, wie im Falle  des College- oder Doktorhutes.

Während im 19. Jahrhundert modebewusste Damen Hut oder Schute bei jeder Gelegenheit trugen, sieht man die raffinierte Kopfbedeckung heute oft nur noch in Adelskreisen oder auf der Pferderennbahn, natürlich aber auch als Sonnenschutz am Strand. Dabei ist der Hut viel mehr als nur ein Schutz vor Wind, Wetter und anderen Widrigkeiten – er ist Trumpf oder mindestens ein individuelles It-Piece.

 

Soweit es kein Luxus-Exemplar sein muß, ist seine Fertigung mit Hilfe von Holzmodeln und dank Schrägschnitt übrigens gar nicht so schwer. Um das Herauszufinden und um mein eigenes Meisterstück zu kreieren, habe ich mich bereits vor ein paar Jahren von einer Hamburger Hutmacherin in die Geheimnisse hinsichtlich Material-, Schnitt- und Handwerkstechnik einweihen lassen.

 

Später habe ich für die Rennwochen in Baden-Baden und Bad Doberan jedes Jahr ein neues Exemplar zum Thema „Surf & Turf“ entworfen … einfach, weil es mir Spaß gemacht hat.

Wichtig für das richtige Tragen des Hutes ist vor allem die Frisur. Am besten lässt man die Haare offen, frisiert sie seitlich oder tief im Nacken, sonst kommt einem die Krempe in die Quere oder der Hut sitzt unschön auf. Natürlich gibt es auch Hilfsmittel wie Hutnadeln. Welche Befestigung bei Bedarf am besten paßt, wird jede Trägerin schnell selbst  herausfinden. Nur bitte eines nicht: sich die übliche Gummischnur um’s Kinn binden. Das wirkt infantil und alles andere als gekonnt und elegant. Zum sommerlichen Schlapphut allenfalls ein breites (maritimes) Schleifenband verwenden.

 

Wie auch immer: Heute gibt es sie in allen Farben und Formen, voluminös oder zierlich (dann Fascinator genannt), zu jeder Gelegenheit, für Männer und Frauen oder in Unisex-Varianten. Welche Form am zweckmäßigsten ist oder uns am besten steht, hängt u.a. von  Anlaß, Gesichtsform, Hauttyp, Frisur, Brille, Accessoires, Kleidung etc, ab oder ist ganz einfach Geschmacksache. Und über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten. Unbestrittene Königin der Hüte ist „die Queen“ – hier deren beeindruckende Sammlung von 1953 bis 2015.

Dennoch: Hüte sind nicht nur in diesem Sommer gern gesehene Styling-Begleiter.

Ein passender Hut wertet das Outfit auf, setzt ein Statement oder schützt ganz einfach vor Umwelteinflüssen oder auch Verletzungen.

Angesichts der großen Auswahl fällt es manchmal schwer, den richtigen zu finden:

 

Fehlt noch der Zylinder! Egal, ob Operetten-Charmeur Johannes Heesters oder Marlene Dietrich, der Zylinder (als Chapeau Claque bezeichnet man die faltbare Version) ist das beste Beispiel für beide Geschlechter. Freilich, die weibliche Trägerin wirkt damit eher provokant und will auffallen. Erlaubt ist, was gefällt – Kopfsache eben.

 

Das „Herrenshooting“ mit Frack und Zylinder bzw. im Herrenanzug war einer meiner coolsten  Modelaufträge.

 

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Petra
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