Bei Japan fallen einem schnell die typischen Klischees ein, wie Sushi, Hightec Electronic,  glitzernde Hochhausfassaden und Manga-Comics.

Aber der vielfältige Inselstaat (in der Landessprache Nippon) im Pazifik hat mehr zu bieten und verfügt über schneereiche Hochgebirgsregionen (Hokkaido) ebenso wie über subtropische Strände  (Okinawa). Mich als Besucher hat das Land eher mit seiner Stille, der  historischen Architektur abseits der großen Zentren und den gelebten rituellen Traditionen wie Chado (Tee-Weg/ Tee-Zeremonie), Kaligraphie oder Verteidigungskunst wie Kendo beeindruckt.

 

Nun, nach den fast lautlosen Bewegungs-Disziplinen einer Teezeremonie (der Geschmack des mit dem Teebesen geschlagenen  Pulvertees erinnert eher an grünes Gemüse), eines Sushi-Zubereitungskurses und einer Kaligraphie-Stunde, sollte es dieses Mal laut werden.

 

Angeboten wird ein „Taiko“-Trommel-Workshop mit der 25-köpfigen Gruppe „Wadaiko Kokubu“ aus Osaka, d.h. wummernde Trommeln und sanfte Bambus-Flötenklänge.

Taiko (jap. 太鼓, dt. „dicke Trommel“ bezeichnet in Japan eine Gruppe von großen, mit Holz-Schlegeln geschlagenen Röhren-Trommeln.

Schon die Samurai erkannten die Wirksamkeit der Taiko und ließen die großen Trommeln vor dem Angriff spielen. Einerseits um den Gegner mental zu zermürben, andererseits die eigenen Kämpfer in einen Mutrausch zu versetzen.

Die Größe der Trommeln kann stark variieren. Einige der Taikos kann man leicht auf dem Schoß spielen (hellerer Klang), andere haben die Größe eines Weinfasses. Die größte nagadō daiko steht seit 1996 in Takayama; sie hat einen Durchmesser von 267 cm und wiegt fast 4 Tonnen (Bauzeit drei Jahre).

Die Trommelfelle bestehen meist aus Pferde- oder Rinderhäuten und sind auf verschiedene Weisen mit dem Trommelkorpus verbunden. Taikos werden auf stabilen Holzständern abgelegt und dann mit dem „Bachi“, eine Art Drumstick, geschlagen. Dabei wird nicht nur direkt auf das Fell geschlagen, sondern auch auf den Rand.

Los geht’s erst einmal mit diversen Trockenübungen am Boden, um sich Sequenz und Rhythmus der Schläge einzuprägen. Immer schön locker aus dem Handgelenk heraus schlagen: dong, dong, doga-dong, … doga-dong, dong ….daga-dong, daga-dong … dann heißt es an der Trommel üben. Ich suche mir eine mittelgroße Taiko aus, die man bequem im Stehen schlagen kann.

Nach weiterer Anleitung einiger Bandmitglieder und Übersetzern heißt es nach zwei Stunden: Taktstock hoch, auf das Vorspiel der kleinen Trommeln hören und … Einsatz „soo rä“. Der Schläger der großen Trommel kommt dabei schnell in‘s Schwitzen, denn das ständige Überkopf-Schlagen der besonders großen Stöcke ist anstrengend und geht auf den Kreislauf.   Lust auf eine Hörprobe? …

Sicher, es klingt noch nicht so wie bei den Profis, aber alle Teilnehmer sind angesichts der kurzen Zeit stolz auf das Ergebnis und hatten … Mega-Spaß.

Der Organisator der diversen Kulturveranstaltungen und gemeinnützige Verein „Kopf hoch, Japan! wurde nach der Katastrophe  von Fukushima am 11.3.2011 gegründet, um die Opfer im Krisengebiet unbürokratisch und zügig zu unterstützen.

Wer mehr über den Verein wissen möchte, findet hier weitere Infos und Veranstaltungshinweise:   http://www.kopf-hoch-japan.de/

 

Mehr über Japan, insbesondere seine Mode gerne im nächsten Blog – Teil 2

Übrigens, der nächste „Japan-Tag“ mit umfangreichem Kulturangebot findet am 28.05. in Düsseldorf statt.

 

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Petra
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