Senioren  –  die wenig geliebte, aber lukrative Zielgruppe

Geht es Ihnen auch so? Kaum hat man die 50 überschritten, flattern dank der medial-digitalen Transparenz vermehrt Werbebroschüren von Sanitätshäusern und  Einladungen zu Hörtests etc. in’s Haus.

Sicher Vorsorge und Vorbeugung ist wichtig, aber für mich auch immer irritierend, um nicht zu sagen demoralisierend. Obwohl ich bisher z.B. keinerlei Hör- bzw. Wahrnehmungsprobleme oder Tinitus hatte, beschleicht mich dann doch das Gefühl sich der Sache überprüfend anzunehmen … und dann ggf. was aufgeschwatzt zu bekommen. Gerade das Nein-Sagen-Lernen fällt Vielen von uns aus Höflichkeit ja schwer. Aber das ist ein anderes Thema.

Warum erreichen uns keine Broschüren über Graffiti-Kurse oder die Anwendung von VR-Brillen (Virtual Reality) statt Feuchtigkeits- bzw. Gleitcreme  (immerhin traut man uns das sporadisch noch zu), denn gerade damit kann man herrliche virtuelle Spaziergänge machen und Sportevents vom Sofa aus erleben, wenn es wirklich mal „zwickt“. Es liegt wahrscheinlich daran, daß man uns den Umgang mit der modernen Technik nicht zutraut.

Tatsächlich werden VR-Brillen insbesondere in niederländischen Krankenhäusern schon heute gerne zur Ablenkung bei Kindern und auch Erwachsenen eingesetzt (z.B. bei der Schmerztherapie während Verbandswechseln) . Denn in Erwartung des Schmerzes verdoppelt dieser sich geradezu.  Ich kenne das zur Genüge und kann mein Schmerztrauma trotzdem nicht immer überlisten.

Wie auch immer, ähnlich ging es mir auf einer kürzlichen 2-stündigen Dachtour über das Olympiagelände in München. Klar waren alle anderen Teilnehmer jünger und schon beim Anlegen des Klettergeschirrs hat man meines besonders genau kontrolliert und nach dem Befinden gefragt.

Auf die Tour mitnehmen darf man allenfalls seine Brille, ansonsten nichts was beim Herunterfallen andere Besucher des Geländes verletzten könnte, wie Schlüssel, Taschen, Fotoapparate. Handys zum Fotographieren sind nur in einem speziellen transparenten Beutel gestattet, der um den Hals getragen am Körper befestigt ist.

Und schließlich nach mehrfachem Sichern und Entsichern bei Umlauf, Auf- und Abstieg hieß der Schlußkommentar: „..na, das ging doch sehr gut.“ Äh, warum nicht, wenn man schwindelfrei ist? Ich bin selten sprachlos, aber hier war ich es schon, da ich mir der Beobachtung gar nicht bewußt war. Das klang so, als hätte nicht viel gefehlt und man hätte mich gar nicht erst mit hoch auf’s schwingende Glasdach gelassen.

 

Die Träger-Pylone sind übrigens bis zu 80 m hoch, das Zeltdach erstreckt sich über rund 22.000 qm und besteht aus 6.800 einzeln geformten Plexigasplatten.

Mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Olympiadach

Zudem ein toller Ausblick über München und als Extra kam auch noch ein Zeppelin vorbei gefahren (nicht geflogen!)

Also, wer mal Lust auf was Anderes hat … der Weg nach München lohnt immer. Startpunkt ist der Kasseneingang am Coubertin-Platz. Wer möchte, kann auch per Seilrutsche über die Anlage schweben. Von oben ist es immer höher als gedacht, d.h. ein bißchen Mut und Herzklopfen gehören schon dazu … aber das ist das Leben.

Info-Link: https://www.olympiapark.de

 

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Petra
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