Haben Sie einige unserer „Männer im All“ auf dem Bild erkannt?

Gar nicht einfach. Klar links oben Alexander Gerst (41 Jahre), der aktuelle Astronaut, der am 06.06.2018 wieder zu einer Weltraum-Mission in Richtung ISS aufbricht. Rechts daneben Ulrich Walter, der Übernächste ist Thomas Reiter, unten rechts Ulf Merbold.

Die anderen sind: Sigmund Jähn, Gerhard Thiele, Reinhold Ewald, Reinhard Furrer, Ernst Messerschmidt, Klaus Flade und Matthias Maurer.

Kaum zu glauben, schon vor 25 Jahren am 25.04.1993 wurde die deutsche Spacelab-D2-Mission mit der Raumfähre Colombia von Cape Canaveral aus für 10 Tage ins All geschickt. Zur Crew gehörten auch die deutschen Astronauten Ulrich Walter und Hans Schlegel. Zum Jubiläum trafen sich vier der seinerzeit sieben Besatzungsmitglieder im Technikmuseum in Speyer: nämlich Ulrich Walter, Hans Schlegel, Jerry Ross, Tom Hendricks (beide Amerikaner). Letzterer war Pilot der Raumfähre.

Ulrich Walter, der heute einen Lehrstuhl an der TU München inne hat, strahlt. Um ihn herum sind überall Hebel, Schalter und Tasten und er weiß noch genau, welches Gerät welche Funktion im Trainingslabor Spacelab hat. Insgesamt waren 90 naturwissenschaftlichen und biomedizinischen Experimente durchzuführen.

Anstrengend war die Arbeit insbesondere deshalb, da es in der „fliegenden Tonne“ kein Fenster gab. Stattdessen auf engstem Raum überall Kameras mit denen jeder Handgriff beobachtet wurde.

Jahrelang hatten die Astronauten für ihren Einsatz im Trainingsmodul, der Zentrifuge (Schwerkraft-/ Fliehkrafttsimulation) oder bei Parabelflügen (Schwerelosigkeit) trainiert. Und trotzdem ist die Realität in dauerhafter Schwerelosigkeit zu leben, zu essen und zu schlafen schon sehr gewöhnungsbedürftig. Schlegel erinnert sich noch sehr genau:.

„Die ganzen Organe wandern nach oben, das Gesicht bläht sich auf, man hat Flüssigkeit im Gesicht.“ … immerhin ein Faltenglätter. Körperliche Besserung habe er erst nach mehreren Tagen gefühlt.

Alle Vier beantworten geduldig viele laienhafte Fragen. Wo denn im Spacelab vorne und hinten sei, wird gefragt. Und nein, im Spacelab tragen die Astronauten keinen Raumanzug, sondern ganz normale bequeme Kleidung.

Trotz Müdigkeit sei schlafen schwierig, da man mangels Körpergewicht keinen Kuscheldruck oder eine Decke fühle. Da ja alles schwebe, sei man wie in einer Art Stoffkoje befestigt.

Ja, und dann ist da noch das obligatorische Kuchenfoto, das vor dem Start zusammen mit den Angehörigen gemacht wird. Gegessen wird davon zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht. Die Torte wird vielmehr eingefroren und erst nach geglückter Rückkehr verzehrt. „… und Sie können mir glauben“, sagt Walter, das war das schönste Kaffee-Kränzchen, das ich je hatte.

Wie beruhigend, daß auch diese mental stabilen, gut trainierten Spezialisten, beim Start in den Weltraum noch „Schmetterlinge im Bauch“ haben. Bereits nach 8,5 Minuten bei starker Vibration ist die Stratosphärengrenze erreicht und der letzte Treibstofftank wird abgestoßen. Der Wiedereintritt dauert ca. 12,5 Minuten, da eine halbwegs sanfte Landung (trotz maßgemachter Schalensitze) eingeleitet werden muß. … für alles gibt es nur einen Versuch!

Nun, an der zivilen Raumfahrt wird unsere Generation wohl nicht mehr teilhaben, aber man darf ja von dem Ausblick auf den „blauen Planeten“ träumen.

Um das Gefühl der Schwerelosigkeit zu erfahren, besteht immerhin die Möglichkeit (z.B. in den USA oder Rußland) einen Parabelflug zu buchen; das ist allerdings nichts für empfindliche Mägen bzw. den Kreislauf. Zwar gibt es Tabletten mit denen der rebellierende Magen-Darm-Trakt quasi abgeschaltet werden kann, um die Übelkeit zu bekämpfen – aber naja. Link: http://www.migflug.com/jet-fluege/mitflug-im-jet/zero-gravity-in-den-usa.html

Alternativ kann das „Sternenstädtchen“ (Swjosdny gorodok), eines der wichtigen Trainingszentren in Moskau, besucht werden.  Link: http://www.bestrussiantour.com/de/space/about star city

Persönlich würde ich gerne mal einen Satellitenabschuß von Baikonur aus (Kasachstan) miterleben.

Bis auf weiteres beschränke ich mich auf das kosten von Astronauten-Nahrung und trage ein Original Logo-Batch der aktuellen „Horizons-Mission“ … und wünsche Alexander Gerst und seinen Kollegen eine sichere Rückkehr. Link: . https://www.br.de/themen/wissen/alexander-gerst-iss-live-all-100.html

Die angebotenen Gerichte schmecken übrigens besser, als sie aussehen. Sie sind gefriergetrocknet (lyophylisiert) und dadurch federleicht und Vakuum verpackt bis zu 20 Jahren haltbar.

Die Eiscreme wird heute genauso auf NASA-Missionen verwendet. Beim Öffnen bröselt es etwas und die Schokomasse klebt etwas an den Zähnen. Es schmeckt aber tatsächlich wie Eis, ist nur nicht kalt (Kosten € 4,50).  https://www.weltraumladen.com oder beim https://www.dlr.de (Köln).

Mein TIPP:

Wer Schwebe- und Flugerfahrung zum erschwinglichen Preis am eigenen Körper erleben möchte, der geht ganz einfach zum BODYFLYING (in die Luftröhre).

Ausprobiert habe ich diesen relativ ungefährlichen Spaß mal am Züricher Flughafen. M.W. existiert dieser Standort inzwischen aber nicht mehr. Infos z.B. unter: http://www.air-power-arena.de/bodyflying/de/kontakt.htm in NRW und an diversen anderen Standorten wie München: https://www.flystationmunich.de/

Petra
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