Marie Luise Dreyer (57 Jahre alt, geboren und aufgewachsen in Neustadt/ Weinstraße)  muß man als Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz nicht gesondert vorstellen.

Link: https://www.malu-dreyer.com/

Zumal es in der neuen RubrikTAM Extra“ stets um die Person bzw. den Menschen, NICHT um Politik, Religion, Unternehmertum, Geld, Showbiz, Prominenz oder Werbung geht.

Vielmehr um Aspekte, die m. E. viel über den Menschen bzw. die Persönlichkeit einer Person aussagen. Hier im konkreten Fall in Verbindung mit den beiden Grundsatzthemen „Wohnen“ und „Altersvorsorge“, d.h. bezahlbaren integrativen Wohnraum.

Für ihre Nachbarn ist sie nach wie vor „die Malu“. Wie 280 Behinderte und nicht Behinderte auch, lebt sie seit vielen Jahren zusammen mit ihrem Mann in einem Wohnprojekt in Trier: dem Schammatdorf.    http://schammatdorf.de/wp/

„Das ist eine witzige Geschichte“, sagte sie einmal. „Als ich Bürgermeisterin von Bad Kreuznach war (1995 bis 1997), habe ich mir das Schammatdorf (Träger ist die Benediktiner-Abbtei St. Matthias) angesehen und gedacht, da würde ich gerne leben“.

Und wie das Leben so spielt, lernt sie in Trier ihren Mann (Klaus Jensen) kennen, der bereits in  Schammatdorf (Gründung vor rund 40 Jahren) wohnt.

Dreyer schätzt am Integrationsprojekt Schammatdorf (145 Wohnungen, viele davon barrierefrei), dass man dort sehr individuell leben kann und trotzdem eine aktive gute Nachbarschaft hat. Gemäß dem Motto: eigenständig und individuell, aber nicht allein. Das Dorf ist somit ein Spiegelbild der Gesellschaft.

Völlig egal, ob man reich oder arm, jung oder alt, behindert oder nicht behindert ist.

Die ehemalige Bundesratspräsidentin ist seit 1994 an Multiple Sklerose (MS) erkrankt und ist teilweise auf den Rollstuhl angewiesen. Trotzdem pendelt sie wöchentlich  zwischen Trier und Mainz, wo sie unter der Woche wohnt.

Trotzdem oder gerade deshalb sagt ihr Mann über sie, daß sie Kraft für zwei habe und statt zu hadern, immer neue Welten für sich entdecke. Dafür zolle ich höchsten Respekt.

Die preisgünstigen Mietwohnungen (teilweise auch als Eigentum) sollen allen offenstehen, die in guter Nachbarschaft zusammenleben wollen. In drei Bauabschnitten entstanden so mitten im Grünen 145 Ein- bis Fünfzimmerwohnungen (jeweils zwischen 50 und 130 Quadratmeter groß), die in elf sog. „Höfe“ eingeteilt sind.

Die Idee vom Miteinander lebt: Im Dorf treffen sich die Bewohner in einem (Gemeinschafts)- Zentrum, wo auch Vorträge und Ausstellungen stattfinden. Jeden Freitagabend zum „Kneipchen“, einmal im Monat zum gemeinsamen Kochen und Essen – oder auf dem Dorfplatz am „Kiosk“. Jeder Hof hat einen Sprecher, es gibt Hofgespräche und Hoffeste. Auch Dreyer ist, wenn sie es zeitlich schafft, bei Festen im Dorf dabei. Und ihr Mann ist seit 25 Jahren in der Kochgruppe.

Jeder entscheidet, wobei er mitmachen will. Manche gehen gemeinsam einkaufen, andere kochen für Kranke. Einige Mütter unterstützen sich bei der Kinderbetreuung. Man hat selbst die Freiheit zu entscheiden, wobei man mitmachen will, auf den Mix der Menschen wird großen Wert gelegt.

 

Leute, die im Schammatdorf leben wollen, müssen sich daher bei der „Kleinen Bürgermeisterin“, bewerben und sollten die Zielsetzung des Konzeptes teilen. Und der „Hof“, in dem die neue Partei einzieht, darf mitreden. „Sie können zum Beispiel sagen, ob sie lieber eine Familie, ein Paar oder einen Mann hätten, der auch den Rasen mähen kann.“

Natürlich kommt es auch hier mal zu Streitigkeiten oder Klärungsbedarf unter den Bewohnern, die es zu schichten gilt.

Wem das jetzt nach Sozialkontrolle oder Utopie klingt dem sei gesagt, daß selbst in angesagten hochpreisigen Condominions in New York im Zweifelsfall die  Hausgemeinschaft bestimmt, wer dort einziehen darf. So manchem rüpelhaften „Rocker“ (wie seinerzeit Rollingstone Mick Jagger) oder arroganten Neureichen soll der Einzug per Abstimmung schon verweigert worden sein – also keine Frage des Geldes!

Das Thema alternative Wohnformen ist aus der aktuellen Berichterstattung für die Generation 50+ nicht mehr wegzudenken. Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist der demographische Wandel bzw. die Überalterung – ein Umstand, der uns früher oder später alle betreffen wird.

Ähnliche „Wahlverwandtschafts-Projekte“ gibt es auch in vielen anderen Städten. Da heißt es rechtzeitig zu planen, wie und wo man Alt werden will – einschließlich weiteren relevanten  Themen  wie „Vorsorgevollmacht“ und „Patientenverfügung“.

DENN:  Alt werden will jeder, sein aber nicht !!!

Petra
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