Lange konnten sich die Menschen nicht erklären, wie in eine unscheinbare Muschel eine glänzende wunderschöne Perle kommt. In persischen und indischen Legenden werden Perlen nicht selten mit Tränen und Tautropfen assoziiert.

Die ersten Perlenfunde erfolgten sicher zufällig von Menschen, die Muscheln zur Nahrungsaufnahme öffneten. Gut kann man sich vorstellen, wie bezaubert die Menschen von dem glänzenden Juwel waren und heute noch sind.

In Europa setzt sich erst zu Beginn des 18 Jahrhunderts die Erkenntnis durch, dass die Perle aus dem gleichen Material besteht wie die Schale der Muschel und somit offensichtlich von der Muschel selbst gebildet wird – ohne Einwirkung der Götter und magischer Kräfte.

Auch berühmte Maler wie Jan Vermeer haben sich der Faszination hingegeben; berühmt ist sein Bild „Das Mädchen mit den Perlohrringen“ gemalt (1665).

Die natürlich gewachsene Perle war kostbar, weil sie so selten war. Dabei kann sie in jeglicher Form und Farbe vorkommen und sich in Süß- und Satzwassermuscheln bilden.

Anders als Edelsteine braucht die Perle nicht bearbeitet zu werden, sondern ist in Ihrer Form und Oberfläche von Natur aus schön und vollkommen. Das macht sie zu den ältesten Schmuckstücken des Menschen. Alte Schriften besagen, daß es schon vor 2500 Jahren entlang der Küste von Sri Lanka Perlenfischereien gab. Taucher ließen sich – beschwert mit Gewichten ohne Schutz und Sauerstoffgeräten – auf den Grund des Meeres hinab, um nach Muscheln zu suchen. Andere Fundstellen für exquisite Naturperlen aus dem Meer waren der Persische Golf und das Rote Meer. Die Perlen aus diesen drei Fundgebieten wurden daher  Orientperlen genannt.

Die Qualität einer Perle wird hauptsächlich durch folgende fünf Faktoren bestimmt: Grösse, Oberflächenbeschaffenheit, Lüster (Glanz), Form und Farbe. 
Der Experte beurteilt jedes einzelne Kriterium aufgrund detaillierter Einstufung der jeweiligen Faktoren. Dabei spielt bei Perlensträngen und Paaren auch die Kombination der einzelnen Perlen zueinander eine wichtige Rolle.

Die größte je gefundene Perle soll von der Insel Palawan/ Philippinen stammen, 34 kg wiegen und die Maße 61 x 30 cm haben. Die teuerste Salzwasserperle mit einem Durchmesser von rund 1,7 cm wurde m. W. 2014 in England zum Preis von EURO 830.000.- versteigert. Die weiße runde Perle (vermutlich 10 Jahre alt) soll einen rosa-grünen Schimmer haben und stammt wahrscheinlich aus einem Warmwassergebiet um Australien oder Panama.

Süsswasser Perlen:  Süßwasser Zuchtperlen werden meist in Seen Südostasiens (vorrangig in China) gezüchtet. Es gibt Grössen von 2 bis 8 mm, als absolut selten gelten Grösse über 10 mm in perfekt rundem Zustand (höchste Qualität AAA). Diese sind inzwischen nur noch von Spezialisten von Akoyaperlen zu unterscheiden. Diese Zuchtperlen sind perfekt rund, nahezu makellos und haben einen ausgezeichneten metallischen Glanz (Lüster). Seit dem 13. Jahrhundert werden diese Perlen gezüchtet.

Akoya Perlen (wissenschaftlicher Name pinctada fucata martensii): Da die Mutterauster nur verhältnismäßig klein ist, erreichen Akoyaperlen im Allgemeinen nur eine Grösse von 2 bis 9 mm. Zur Herstellung einer Perlenkette werden meistens 6 – 8 mm große Akoya Perlen verwendet. Bis in die 90er Jahre war Japan uneingeschränkter Produzent in der Akoyaperlenzucht, ab den 90-iger Jahren begann China große Mengen zu produzieren.

Tahitiperlen, erkennt man sehr schnell an ihrer Grösse. Sie variieren zwischen 9 und 17 mm. Die Perlmuttschicht um den eingepflanzten Perlmuttkern ist meistens sehr dick und gesund. Diese Perlen bedürfen keiner künstlichen Aufbesserung und werden deswegen auch als „Königin der Perlen“ geschätzt. Tahitiperlen zählen zu den weltbesten schwarzen Perlen und werden durch die Muschel „Pinctada margaritifera“ erzeugt.

Goldene Südseeperlen gehören heute zu den seltensten und begehrtesten Perlen auf der Welt und rangieren im obersten Preissegment. Ihre warmen Goldtöne sind vollkommen natürlich und entstehen in den goldlippigen Arten der Pinctada Maxima Perlenaustern. Diese Austernart kommt hauptsächlich in den Gewässern um die Philippinen und Indonesien vor.

Gerade in Manila habe ich Perlenmärkte gesehen, die die Größe von Sporthallen hatten. Perlen in unendlicher Hülle und Fülle und in jeglicher Preisklasse.

Weiße Südseeperlen gelten als die „Königin der Juwelen“. Sie gehören zu den größten und wertvollsten Perlen der Welt. Sie kommen hauptsächlich an der Westküste Australiens in der silberlippigen Pinctada Maxima Auster vor. Im Gegensatz zur Akoya-Auster oder der Auster in der Tahitiperlen kann diese Auster nur ein Mal für die Zucht einer Perle verwendet werden.

Oft fällt auch der Begriff „ Barockperle“. Barockperlen sind eine Laune der Natur und stammen nicht etwa aus der gleichnamigen Epoche. Ihr Name deutet viel mehr auf ihre äußere Erscheinungsform hin, die nicht symmetrisch und eher ungleichmäßig ist. Ungewöhnlich, aufregend und immer wieder anders – das können nur Barockperlen! – so  entstehen einzigartige Unikate, deren eindrucksvolle Optik viele Liebhaber findet.

Auch ich liebe diese Variabilität und besonders den vielfarbig schillernden Glanz der anthrazitgrauen Perlen. Ein modisches Element der Extraklasse auf nackte Haut oder flauschige Angorapullover. Sehr sexy sind Perlen auch auf dem Rückenausschnitt getragen oder als Hauch von Nichts in moderner Form.

Ebenfalls gerne trage ich mehrere bunte Stränge von kleinen Süßwasserperlen (preiswert). Will man sie kürzer bzw. halsnah tragen, kann man sie herrlich in einander drehen, festgehalten von einem Ringclip.

Aus Sicherheitsgründen werden echte Perlen übrigens immer von Perle zu Perle geknotet. Fehlt diese Knotung, könnte es sich um eine Fälschung handeln; dann besser die Finger davonlassen. Kunstperlen haben eine unnatürlich glatte Oberfläche und sind beim Beißtest weich. Will man ganz sichergehen, sollte man einen Juwelier heranziehen und die Perle ggf. röntgen lassen.

Ich liebe meine Perlen, da sie überdies leicht und angenehm zu tragen sind … nie aus der Mode kommen und für einen sprichwörtlich maritimen Sommer stehen.

Petra
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