Egal ob auf einer Vernissage, einer Hochzeit oder anläßlich einer größeren Gartenparty, nicht immer kennt man alle Gäste oder ist mit einem Thema vertraut.

Wer die Kunst der Kommunikation beherrscht, wirkt aufgeschlossen und sympathisch. Wie aber kommt man zwanglos mit anderen in’s Gespräch?

Insbesondere Vertretern von Königshäusern, Politikern und Außendienstmitarbeitern geht der Ruf voraus, immer eloquent daher zu reden oder scheinbar zu jedem Thema etwas beitragen zu können.

Mit Nichten. Selbst Kaiser Franz-Josef war kein großer Redner und pflegte angesichts der vielen Veranstaltungen und Einladungen am Ende meist nur wohlwollend zu nicken und zu sagen: „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“.

So kann man freilich keine Unterhaltung führen, aber wo fängt man an, wie macht man weiter?

 

Experten meinen, daß man die Fähigkeit zum „Fädenknüpfen“ lernen kann und dabei automatisch eine souveräne Körpersprache entwickelt. Vorrangig geht es dabei immer Wohlbefinden und zunächst den Austausch von Nettigkeiten.

Geben Sie ihrem Gegenüber die Möglichkeit zu sprechen, auch wenn Sie gerne etwas anderes erzählen möchten oder schaffen Sie „Übereinstimmung“ und sagen z.B. „was für eine gelungene Tischdekoration, Lena (unsere Gastgeberin) läßt sich da immer etwas Besonderes einfallen oder die Pastelltöne des Tuches stehen Ihnen hervorragend, ein seriöses Kompliment hört schließlich jeder gern. Der Gesprächspartner oder die Gesprächsgruppe wird i.d.R. ebenso entspannt antworten und ein weiteres Stichwort geben aus dem sich weitere Themen automatisch ergeben.  „Oh, danke, das Tuch habe ich aus dem letzten Skandinavien-Urlaub mitgebracht. Kennen Sie Stockholm… etc. ?“

Wichtig ist nach Möglichkeit Aufmerksamkeit zu zeigen und aufrichtiges Interesse zu signalisieren. Der britische Politiker B. Disraeli sagte einmal: „sprechen Sie mit einem Menschen über ihn selbst und er wird stundenlang zuhören“.

Studien zeigen nämlich, daß die meisten Menschen immer dann meinen ein gutes Gespräch geführt zu haben, wenn sie die meiste Redezeit für sich beansprucht haben.

Freilich halten nur Gegenfragen ein Gespräch am Laufen. Simple „Ja-/ Nein-Antworten“ sind da eher eine Sackgasse. Meist helfen dann offene Frage-Einleitungen mit „wo, was, wann, wie“ und vor allem „warum“ weiter.

Woher kennen Sie/ kennst Du den Gastgeber?

Wie sind Sie auf diese Veranstaltungen aufmerksam geworden?

Oh, ich wollte Sie nicht unterbrechen, worüber wurde gerade gesprochen?

Was machst du in der Freizeit / .. am Wochenende?

Was ist ein Wunsch, den Du schon seit längerem Umsetzen möchtest?

Wo hast Du vorher gelebt, was sind die Unterschiede?

Was zeichnet den Künstler Ihrer Meinung nach aus?

Zum sog. „aktiven Zuhören“ gehören abgesehen vom Blickkontakt, gelegentliches Nicken oder sich an Gesagtes zu erinnern oder zu beziehen. „Weil Sie es gerade erwähnen, … Übrigens: Menschen lieben es um Rat gefragt zu werden.

Bemerkt man, daß das Gegenüber nicht viel (aus seinem Leben) Preis geben will, sind Personen des Öffentlichen Lebens, Sport, Reisen, Wetter oder ggf. (technische) Neuerungen meist eine Alternative. Themen wie Religion, Politik oder Krankheiten sind oft eher Stimmungskiller und als Einstieg besser zu meiden. Im Zweifelsfall üben Sie sich im Zuhören und geben Sie sich dem Gesprächsverlauf hin.

Sollte Ihnen nach einem Wechsel oder Gesprächsende sein, dann sagen Sie doch z.B. einfach: „mir ist noch nach etwas Wein, soll ich Ihnen ein Glas mitbringen?“ ..dann kommt Bewegung in die duale Formation. Sie treffen auf dem Weg zum Buffet ggf. weitere Personen (die sie kennen oder Sie ansprechen) und laden Sie diese ggf. ein, an der Gesprächsrunde teilzunehmen. Oder sie entschuldigen sich einfach mit den Worten: „da drüben sehe ich gerade einen guten Bekannten, den ich lange nicht gesprochen habe, wir sehen uns sicher später noch und können unser Gespräch dann gerne fortsetzen“.

Also alles eine Sache der Übung, ein Rhetorikseminar muß man deshalb aber sicher nicht belegen.  Eine natürliche Neugier ist oft der Motor aller Gespräche, insbesondere, wenn es um Geschäftsbeziehungen geht.

Wie sind Sie dazu gekommen, das zu machen?

Wenn Du nicht in diesem Job arbeiten würdest, was wäre sonst noch interessant für Dich?

Was war der beste Karriere-Tipp, den du je bekommen hast?

 

Wie auch immer, was interessante Smalltalk-Fragen sind, liegt im Auge des Betrachters. Je besser es den Gesprächspartner dastehen lässt, umso besser die Frage.

Petra
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