… oder „MInga“, wie die Bayern sagen, ist derzeit in aller Munde. Nicht nur wegen den anstehenden Landtagswahlen, sondern hauptsächlich während des gerade laufenden Oktoberfestes.

In dieser Zeit sind nicht nur die Pferde der Brauerei-Gespanne festlich geschmückt, auch die Zweibeiner „werfen sich in Schale“.

Hier mein kleiner Dirndl-Ratgeber: Dirndl gibt es heute in unzähligen Designs, Materialien und Schnitten. Bereits beim Kauf sollte man allerdings an die „Wiesn-Tauglichkeit“ denken, also: ist das Modell lang genug und das Material robust genug.

Da das Dirndl ursprünglich ein reines Arbeiterkleid war, bestehen die traditionellen Dirndl auch heute noch aus Baumwolle oder Leinen. Mag man es lieber extravagant, kann man auch zu einem Dirndl aus Satin oder mit Tüllelementen greifen. Geht im Festzelt beim Feiern und Schlemmen aber mal was daneben, ist das gute Stück dahin.

Waren die Kleider früher meist in gedeckten Farben wie Dunkelgrün oder Blau gehalten, werden heute auch strahlende Farben wie Rot oder Pink gern getragen. Die Schürze sollte die Farben des Kleides aufnehmen oder stillvoll ergänzen. Traditionell war die Schürze übrigens einfarbig und wurde im 19. Jahrhundert einfach aus Bettwäsche genäht.

Dirndl sind wohl auch deshalb so beliebt, weil sie ihren Trägerinnen stets eine gute Figur zaubern und kleidsam für jedes Alter sind. Durch ihre spezielle Mieder-Form pushen sie die Oberweite und lassen ein schönes Dekolleté entstehen. Dazu machen sie eine Wespentaille und kaschieren Pölsterchen. Während Dirndl früher immer mindestens knielang waren, sind heute natürlich auch kürzere Formen erlaubt.

Ganz wichtig für das perfekt sitzende Dekolleté ist ein gutsitzender „Dirndl-BH“, d.h. ein „Balconette“-Modell.

Komplettiert wird der Look durch eine Dirndlbluse, die quasi den Rahmen für das Dekollete bildet. Langärmlig, kurzärmlig, gerüscht, mit Volants – hier ist alles erlaubt; auch der Griff zu einer bereits vorhandenen Bluse, so farblich und thematisch passend.

Da die meisten Traditions-, Bier- und Trachtenfeste meist im Frühjahr oder Herbst stattfinden, sollte man unbedingt an ein passendes Jäckchen denken. Besonders gut zum Dirndl passen Strickjäckchen mit schönen Verzierungen und in gedeckten Farben (dunkelgrün, rost, grau-blau) oder ein kurzer Janker bzw. Filzblaser.

Mir gefällt oft auch die burschikose Variante. Warum als Frau –-wenn die Figur es erlaubt – nicht auch mal Lederhose tragen und ein fesches Hütchen aufsetzen?

Neben vielen anderen Designern entwirft m. W. auch Schlagersängerin Stefanie Hertel eigne Dirndl-Kreationen. Dazu bei Gelegenheit einmal mehr.

Das Styling ist natürlich nicht perfekt, ohne die richtigen Accessoires. Man hat die Wahl: etwas Kitsch, etwas Klasse und jede Menge Tradition sind hierbei angesagt.

Aktuell im Trend sind elastische Rüschenbänder am Oberarm oder Handgelenk, aber auch passend dazu um den Maßkrug. „Die Maß“ Bier  kostet dieses Jahr übrigens zwischen EURO 10.50 und 11,30.

Gerne genommen, wird eine traditionelle Trachtenkette mit Edelweiß, eine klassische Perlen- oder Kordelkette oder für den extravaganten Look, ein eng getragenes Kropfband (mein Favorit). Je mehr „Shari-Vari,, umso mehr „Diri-Dari“. Gemeint sind die Silbermünzen, die oft am oberen Rand des Damenmieders getragen werden und ein Symbol für Wohlstand bzw. die zu erwartende Mitgift sind.

Als stilechte Ergänzung empfiehlt sich ein Trachtentuch, das keck um den Hals oder locker um die Schultern getragen wird. Neben der farblichen Abstimmung ist es wichtig, daß die Kombination immer noch edel und harmonisch aussieht; vor allem nicht aufgesetzt oder verkleidet an der Trägerin wirkt.

Ein wirklich extravagantes Accessoire beim Dirndl-Outfit ist der Trachtenhut – häufig mit Federn und Applikationen geschmückt.  Gleiches gilt auch für die Handtasche. Traditionell wird hier die Umhängetasche aus Filz oder Leder empfohlen, die stilvoll Platz  für etwas Geld, Handy & Lippenstift bietet.

Bitte Achtung: Gerade auf dem Oktoberfest sind größere Taschen und Rucksäcke aus Sicherheitsgründen nicht mehr erlaubt. Es finden umfangreiche Einlaßkontrollen bei Zugang zum Gelände und den Zelten statt.

Bliebe noch das Thema „Schuhe“. Ein Dirndl-No-Go sind natürlich Sneaker, Stiefel und Boots. Der passende Schuh darf gerne bequem sein, d.h.  flach oder einen kleinen, breiteren Absatz haben. Manchmal benutzen auch Frauen (die eigentlich für Männer gedachten) traditionellen Haferlschuhen, letztere in Kombination mit groben Wollsocken; ggf. kommt auch eine zierliche schwarze Stiefelette in Frage.

Und dann wäre da noch der „Schleifen-Code“, damit es nicht zu Mißverständnissen kommt.

Schleife rechts gebunden:
Die Bayern nehmen dieses „Symbol des Vergebenseins“ sehr ernst und halten sich von (verheirateten) Damen mit diesem Knoten „fein“ zurück.

Die Schleife links gebunden:  Die Dirndl-Trägerin ist noch ledig und freut sich über eine nette Bekanntschaft mit „strammen Wadln“.

Die Schleife in der goldenen Mitte:
Diese Knotenvariante signalisiert, daß das „Madel“ noch Jungfrau ist.  Also Männer, „Pratzn“ weg!

Die Schleife ist am Rücken zusammengebunden:
Entweder die Trägerin ist verwitwet oder es handelt sich um eine Kellnerin – also Obacht !!

 

Übrigens, wer Tracht trägt, benimmt sich auch anständig, da sie ursprünglich Sinnbild einer Gruppenzugehörigkeit war und teils immer noch ist.

Und für die Männerwelt gilt: „wild Pieseln“ wird mit EURO 70.- Ordnungsgeld bestraft.

Parken kann schnell mal EURO 20.- für den Nachmittag kosten, allerdings hat man dann auch nur 2 Minuten Fußweg zur Festwiese.

 

Und zum Abschluß noch meine ZWEI München Highlights im Herbst:

Höher, schneller, weiter, lauter, teurer .. gilt nur für einen Teil des Oktoberfestes.

Ad 1: Ich bevorzuge beim Besuch stets die „sog.“ Oide Wiesn“, die sich in einem abgegrenzten Gebiet auf Höhe der „Bavaria“ befindet (unbedingt besichtigen bzw. innen die engen Stufen heraufsteigen und von der Krone aus über die Stadt schauen – vergleichbar mit der Freiheitsstatue in New York).

Man zahlt für den Zutritt zur „Alten Wiesen“ zwar EURO 3.- Eintritt, ABER: dort ist es ruhiger, es geht gesitteter zu und alle dortigen Fahrgeschäfte kosten – nach alter Tradition – nur EURO 1.-  !!  Nicht verpassen sollte man das historische Kettenkarussell und das Motodrom (Steilwandkurve mit Motorrad-Artistik) !!!!

Ad 2: Das Maximilianeum im Münchner Stadtteil Haidhausen beherbergt seit 1876 die Stiftung Maximilianeum für begabte Studenten aus der Pfalz und Bayern, in deren Besitz sich das Gebäude auch befindet. Vor allem ist es seit 1949 Sitz des Bayrischen Landtags.  Der Bau liegt auf dem östlichen Isar-Hochufer umgeben von einem wunderschönen Park in Sichtachse der Maximilianstraße über die Maximilianbrücke. Dort startet übrigens auch immer der Festzug.

Am 06. Oktober ließ König Max II den Grundstein für den Bau des Architekten Friedrich Bürklein legen. Bis 1918 war im Maximilianeum neben der Studienstiftung und einer historischen Galerie, auch die königliche Pagenschule untergebracht. Nach dem Krieg wurde das Gebäude wieder aufgebaut. 1949 wählte der Bayrische Landtag das repräsentative Gebäude zu seinem Sitz, was entsprechende Änderungen in den Galerieräumen notwendig machte.

Dazu mein Tipp: Jeweils am Sonntag (außerhalb der Ferienzeiten) kann der Bayrische Landtag per Gratis-Führung zwischen 13.00 und 15.00 Uhr besichtigt werden. Bei dieser Gelegenheit kann man nicht nur auf den Stühlen der politischen Macher Platznehmen, sondern auch Kunst und Gemälde besichtigen. Eines davon ist mit 56 Quadratmetern sicher größer als so manche Wohnung.

Überdies befindet sich in den herrschaftlichen Räumen ein herrliches Cafe mit phantastischen Blick über München. Hinweis: Für den Zutritt ist ein Ausweis erforderlich.

 

Auf geht’s …. „Die Wiesn“ endet heuer am 07.10.2018, aber anderswo geht dann erst richtig los  ….

Petra
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