Paris folgt London und Mailand; gerade ist New York dran.

24.09.2018, 14.30 Uhr Christian Dior

25.09.2018, 20.00 Uhr Saint Laurent

26.09.2018, 10.00 Uhr Mugler;  15.00 Uhr Dries van Noten; 20.00 Uhr, Kenzo

27.09.2018, 10.00 Uhr, Cloe

28.09.2018, 11.30 Uhr, Balmain;  19.00 Uhr, Yamamoto

29.09.2018, 14.00 Uhr, Vivian Westwood; 15.00 Uhr, Elie Saab;  20.00 Uhr, Sonia Rykiel

30.09.2018, 11.30 Uhr, Balenciaga;  17.00 Uhr Valentino;  18.30 Uhr John Galliano;  20.30 Uhr, Givency

Das ist nur ein kleiner Auszug aus dem „Who is Who“ der Modehäuser, die sich vom 24.09.bis 30.09.2018 in Mode-Mekka Paris ihr Stell-Dich-Ein gaben, um die Frühjahr/ Sommer Kollektionen 2019 zu präsentieren.

Leider konnte ich zu keiner der großen Schauen eine „Presse-Einladung“ ergattern, aber per Live-Stream oder Replay kann man die Shows sich auch im Internet ansehen. Es erfordert oft jedoch reichlich Detektivarbeit, um die Sende-Daten zu ermitteln; zumal die Veranstaltungsorte in den edlen Palais oder kuriosen Spots wie Zirkuszelten oder Schlachthäuser meist bis zuletzt geheim gehalten werden und nur den ausdrücklich geladenen Gästen bekannt sind.

Apropos, ja einige Catwalk-Events sind inzwischen auch für die Öffentlichkeit zugänglich, d.h. es werden Einzeltickets angeboten, die zwischen EURO 200.- und 2.000.- liegen (inkl. Aftershow-Party als VIP-Ticket oft bis zu EURO 5.000.-)

Ich besitze zwar einen Hosenanzug von „Thierry Mugler“,  https://de.wikipedia.org/wiki/Thierry_Mugler

meine bevorzugten Desiger sind derzeit aber „das Unternehmen Balmain“ https://de.wikipedia.org/wiki/Balmain_(Unternehmen)

und der Belgier „DRIES VAN NOTEN“, dem die Mischung aus Extravaganz und Tragbarkeit m. E. stets gut gelingt.  https://de.wikipedia.org/wiki/Dries_Van_Noten

Tolles Defilee- hier geht’s zum Youtube-Replay https://www.youtube.com/watch?v=5iAaPGida-Y

Und was tut sich bei SAINT LAURENT, wo Anthony Vacarello aktuell den Ton angibt?

Die Show fand abends unter dem Eiffelturm statt und hatte einen Hauch von California Beach. Es gab einen Wasser-Catwalk samt Palmen und wurde musikalisch von Technobeats begleitet… und es ging ziemlich pünktlich los, was bei solchen Shows sehr selten ist. Mit dabei Kate Moss und Kaia Gerber sowie Mama Cindy Crawford, etc.

Schon immer war es die Popkultur, die Yves Saint Laurent (geb. 01.08.1936 in Oran, verst.  01.06.2006 in Paris) auszeichnete und demgemäß waren auch in Vaccarellos Kollektion viele Hotpants, Lederkacken und Plateausohlen sowie transparente Flatterteile, Catsuits und Blazer zu sehen. Als Accessoires kleine Hüte, die auf dem Hinterkopf getragen werden und Haarbänder über der Stirn.  Naajaaa ….

Im Hause DIOR gab Designer Kim Jones (vormals Louis Vuitton) in puncto Männermode sein Debut; bei den Damen zeichnete weiterhin Maria Grazia Chiuri  als Creativ Direktorin (seit 2016 verantwortlich.  https://en.wikipedia.org/wiki/Maria_Grazia_Chiuri

Im Innenhof der Baracken der Garde Républicaine, vor dem Hintergrund einer 10 Meter großen, Blumen umhüllten rosa Skulptur des Streetart-Künstlers KAWS, präsentierte Jones am 24.09. seine erste Kollektion.

Es wäre eine Leichtigkeit für Jones gewesen, seine Debüt-Kollektion für Dior ganz im Sinne von Luxus-Streetwear zu gestalten, aber Jones entschied sich für eine eher romantische Couture-Kollektion (mit Stickereien des Ateliers „Maison Lemarie“) mit direkten Anspielungen auf Christian Dior persönlich. U.a. mit Blumenprints und einem aus sechs Teilen bestehenden Hemd bestickt mit Perlen.

Ein Lieblings-Designelement der Streetwear ließ Jones sich dann doch nicht nehmen: Logos. Und zwar auf kleinen Flächen wie transparenten Tanktops oder Accessoires. Ein Verkaufsschlager könnten die Dior Sneakers im Chuck-Stil (Allover-Logos) werden.

Natürlich gab es auch hier eine illustre Frontline, nämlich Naomi Campbell, Lenny Kravitz, Victoria Beckham, Rita Ora um nur einige zu nennen. Auch der Model-Cast war von Rang und Namen: Eröffnet wurde die Show etwa von Prinz Nikolai zu Dänemark – eine Hommage an Jones‘ verstorbene dänische Mutter, wie er nach der Show auf Instagram erklärte.

Bei den neuen It-Bags der Menswear-Kollektion existieren keine Geschlechtergrenzen mehr, z.B. zu tragen zu Anzügen in Sommerfarben wie Bella Hadid beweist. Dazu kleine passende eckige (Klein-)Hunde-Tasche mit gelaserten Cut-outs und Jones‘ Abwandlung der klassischen Dior Saddle Bag als Gürteltasche dürften ab 2019 voll im Trend liegen …

Die Damen-Show von Dior wurde regelrecht vertanzt und wirkte etwas vergeistigt. Aber auch dieser Auftritt war – z.B. im Vergleich zu Dries van Noten, der sich mit weißen Wänden umgab – mal wieder sehr extravagant, wie zuletzt im Zirkuszelt bzw. den Stallungen von Chantilly.

Man mag sich über das eine oder andere Teil streiten und irgendwie immer das Gefühl haben, einen Look schon zu kennen. Aber jedes Jahr möglichst zwei geniale Kollektionen zu präsentieren, bedeutet ein Höchstmaß an Streß.  Die Konkurrenz ist groß und die Kostenmaschinerie der großen Modehäuser gewaltig. Missen möchte ich die „schönen Künste“ und all‘ die Kreativen abseits des Mainstreams jedoch nicht, auch, wenn ich mir nur ganz selten ein Teil davon – meist im Sale – gönne. Man darf sich aber inspirieren lassen und ähnliche Teile nachschneidern, solange man mindestens sieben Details an einem Kleid/ Anzug ändert, um einem Plagiatvorwurf zu entgehen.

Schnitte und Stoffe werden allerdings bald nicht mehr im Atelier entstehen, sondern am Computer. Die ersten Kleider aus dem 3-D-Drucker auf Basis völlig neuer Materialien sind schon im Kommen … der Begriff „Avantgarde“ erhält somit eine völlig neue Bedeutung !

Au revoir et a bientot  …

keine Werbung/ reine Berichterstattung

Petra
Author

Comments are closed.