… und Orte; hier spukt es nicht nur zu Halloween

Süßes, sonst gibt’s Saures! Halloween steht vor der Tür und für mich Anlaß verschiedene Halloween-Traditionen einmal genauer zu beleuchten. https://de.wikipedia.org/wiki/Halloween

Während Europa eher die Heimat vieler mysteriöser Sagen, Legenden bzw. von Gespenstern, Hexen und Vampiren ist, wird der (nächtliche) Besuch von Friedhöfen in Lateinamerika (insbesondere Mexico) als Totenkult alljährlich sehr lebendig und real gelebt.

Hotspot der Mythen in DEUTSCHLAND ist der Brocken (mit 1.141 m höchster Berg Nord-Deutschlands), auch Blocksberg genannt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gilt er als Hauptversammlungsort der Hexen, jenen mit magischen Fähigkeiten ausgestatteten (Märchen-)Wesen, die auf einem Besen reiten. Bekannt wurde dies durch die Erwähnung in Goethes „Faust“ (1808/ 1832) und der Figur Mephistos, einer Tragödie in der von „Hexenfahrt und Zaubersabate“ die Rede ist;…  also lange vor Harry Potter“.

„Unholde“ aus ganz Deutschland treffen sich jährlich in der Nacht zum 01. Mai, der sog. „Walpurgis Nacht“, auf abgelegenen Plätzen im Harz zum Hexentanz; z.B. in Thale.

Und dann wäre das noch das sog. Brockengesensthttps://de.wikipedia.org/wiki/Brockengespenst

Nebel wabern um die Gipfel, das schwache Licht der Abenddämmerung versetzt die Landschaft in einen mystischen Glanz. Plötzlich erhebt sich eine riesige Schattengestalt am Horizont, schemenhaft und geheimnisvoll füllt sie den Himmel aus. Naturphänomene wie das Brockengespenst, die noch heute mystisch und rätselhaft erscheinen, versetzten Bewohner des Harzes früher in Angst und Schrecken.

Weiter geht die Reise nach RUMÄNIEN, genauer gesagt in die Karpaten zu den Grusel-Geschichten von Graf Dracula, einem angeblich blutsaugenden Vampir.  https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Bran

Handlungsort des Romans von Bram Stoker ist Schloss Bran bzw. die Törzburg in der gleichnamigen Ortschaft in Siebenbürgen (rund 30 km von Brasov/ Kronstadt) entfernt.

Das historische Vorbild der Romanfigur, der als grausam bekannte Fürst Vlad III. Draculea hat das Schloss in Transsilvanien aber wahrscheinlich nie betreten.

Ich habe das vermeintliche Spukschloß 2006 einmal besucht, allerdings am Tage. Ja, die dicken Wände und krummen Burggänge sind bedrückend. U.a. erinnere ich mich an eine Fledermaus-Kolonie und ein großes Bärenfell, einer Jagdtrophäe des Ex-Diktators Ceaucescu.

Aber Rumänien hat noch mehr Grusel zu bieten: Der Hoia Baciu Wald (unweit von Cluj-Napoca) gilt als der unheimlichste Wald der Welt. Benannt wurde der Wald nach einem Schäfer, der dort einst samt seiner 200 Schafe spurlos verschwand. Die Bäume und Pflanzen des Waldes sollen unnatürlich krumm wachsen, es existieren zahlreiche Bilder von paranormalen Vorkommnissen und auch UFOs wurden angeblich gesichtet. Die Szenerie erinnert etwas an das englische Dartmoor; Sherlock Holmes läßt grüßen.

Das Zentrum allen Unheils ist ein perfekter Kreis in der Mitte des Waldes, in dem nichts wächst und der definitiv nicht von Menschenhand angelegt wurde.

Eine Sonderstellung im Gruselkabinett nimmt sicher der „Friedhof der Namenlosen“ in Wien, ÖSTERREICH ein. Für mich ein realer Ort der Unglückseligen.

Der kleine, unauffällige Friedhof befindet sich in Wien-Simmering. Insgesamt 104 ertrunkene Menschen sind hier vergraben, deren Körper zwischen 1845 und 1940 an dieser Stelle durch eine bestimmte Strömung an das Ufer der Donau gespült wurden. Die meisten der Ertrunkenen konnten nicht identifiziert werden, so dass auch heute noch 61 namenlose Leichen auf dem Friedhof beerdigt liegen. Ob besagte Personen durch Gewalteinwirkung oder per Freitod dem „Sensenmann“ zum Opfer fielen, sei dahingestellt.

Spinnweben-Spuk pur gibt es derzeit aufgrund eines biologischen Phänomens am Vistonia-See in Aitoliko im nördlichen GRIECHENLAND. Winzige Streckerspinnen (nur 2 cm groß) haben auf 300 Meter Länge alles am Ufer mit einem weißen Film überzogen. Für Menschen sind diese kleinen Krabbler jedoch ungefährlich.

Nun aber zu dem für mich spektakulärsten Ort: MEXICO.

Ich selbst habe 1,5 Jahre in Mexico-City gelebt und gearbeitet und kann mich gut an die Festivitäten zum „dia de los muertos“ erinnern. Der „Tag der Toten“ ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage und sein Brauchtum gilt seit 2003 als Unesco-Weltkulturerbe. https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Toten

Im Grunde ist der Tag der Toten keine mexikanische Version von Halloween. Obwohl die beiden Feiertage verwandt sind, unterscheiden sie sich in ihren Traditionen und ihrer Atmosphäre sehr voreinander. Halloween gilt traditionell als finstere Nacht des Schreckens und Unheils, während der Día de los Muertos sich über drei Tage in einer Explosion der Farben und lebensbejahenden Freude erstreckt. Sinn und Zweck ist es, verstorbenen Familienmitgliedern seine Liebe und Respekt zu zeigen. In ganz Mexico legt man dafür farbenfrohe Kostüme an, veranstaltet Festumzüge und Partys, und trifft sich an den Gräbern mit Gaben zum Essen und Trinken.

Der Día de los Muertos, der vor einigen tausend Jahren in den Kulturen der Azteken, Tolteken, Nahua und anderen indigenen Völkern entstand, ist also auch eine Feier des Lebens, der mittlerweile in ganz Lateinamerika gefeiert wird.

Und da man auf der Reise von der Geisterwelt ins Reich der Lebenden ziemlichen Hunger bekommt, dürfen die Lieblingsspeisen der Verstorben nicht fehlen.

Vor allem nicht das süße „Brot der Toten“, das oft Anissamen enthält und mit Knochen und Schädeln aus Teig verziert ist. Die Knochen können in einem Kreis angeordnet sein, der den Kreislauf des Lebens repräsentiert. Kleine Teigtropfen symbolisieren Trauer.

Zuckerschädel sind Teil der traditionellen Zuckerkunst, die im 17. Jahrhundert von italienischen Missionaren mitgebracht wurde. Die Schädel werden in Formen gepresst und mit Zuckerfarben verziert und sind in allen möglichen Größen und Detailgraden erhältlich.

Zu den bevorzugten Getränken gehören Pulque (ein süßes, fermentiertes Getränk aus Agavensaft) und Atole, ein dünnflüssiger, warmer Brei aus Maismehl mit Rohrzucker, Zimt und Vanille; und heiße Schokolade.

Kurzum: Der Día de Muertos ist eine sehr gesellige Veranstaltung. Sich selbst als Skelett zu verkleiden und das Gesicht mit einem Schädel zu verzieren, gehört dabei traditionell zum Spaß dazu. Einige tragen außerdem Muscheln oder andere Krachmacher, die zur Stimmung beitragen und vielleicht die Toten zum Mitfeiern wecken.

Im Grunde schließt sich hier der Kreis zu unseren November-Feiertagen wie Allerheiligen und Allerseelen.

Egal, wie Sie diese Tage begehen, ob und wie Sie feiern, …… immer an das Leben denken.

Petra
Author

Write A Comment