Sicher, Glück und Zufriedenheit sind für jeden Menschen etwas Anderes. Und dennoch antworten 90% aller Befragten auf diese Frage mit Begriffen wie: Erfolg, Geld, Liebe, Schönheit und Besitz. Je nach Gewichtung und Reihenfolge mag insbesondere noch Gesundheit dazugehören.

Doch die nächste Beförderung, der vermeintlich perfekte Körper oder die größere Wohnung machen uns nicht dauerhaft und nachhaltig glücklich.  Wir Wollen mehr und immer Besser sein … woran liegt das?

Soziologen/ Psychologen sagen, daß dieses „Fehlwollen“ oder die Fehleinschätzung dessen was uns in Zukunft glücklich machen würde, vom Verstand nicht unterstützt wird. Obwohl Intuition in Krisenfällen meist gut funktioniert, führt sie uns hier immer wieder in die Irre. Mit anderen Worten: was uns hilft schwere Zeiten zu überstehen, hindert uns am glücklich werden. Und außerdem will man oft gerade das, was man nicht ohne Weiteres bekommen kann. Kurz: das Gras auf der anderen Seite des Zaunes scheint immer grüner (the grass is always greener on the other side)

Als wir schließlich den gewünschten Job bekommen haben, haben wir zwar etwas erreicht, jedoch gewöhnt sich das Gehirn schnell an diesen Zustand und fordert erneut mehr. Nach kurzer Zeit fühlen wir uns  genauso wie zuvor; ein Phänomen das man als hedonistische Anpassung bezeichnet.  Ferner denkt unser Verstand nicht unbedingt in absoluten Zahlen, vielmehr beurteilt er Dinge anhand relativer Vergleichspunkte. D.h. wir vergleichen uns ständig mit anderen Menschen und in der Konsequenz oft mit der falschen Ebene.

Stichworte wie „Überschuldung durch Konsumentenkredite“ oder „Versuchung Glücksspiel“ sind allgegenwärtig.  Wir wissen zwar, daß die Chance sehr gering ist, aber andere gewinnen schließlich auch.

„Es irrt der Mensch, so lang‘ er strebt“, mag hier in vielerlei Hinsicht richtig sein.

Unsere Fähigkeit ausgeglichen und fröhlich zu sein, bekommen wir etwa zur Hälfte vererbt und anerzogen. Nur zu 10% spielen Einkommen und unser Umfeld eine Rolle; aber immerhin beeinflussen 40% zwischenmenschliche Beziehungen und unser emotionales Verhalten.

Wenn wieder einmal Frust und Unzufriedenheit aufkommt, hilft oft eine Art „Dankbarkeitsauflistung“. Also, sich nicht beschweren, wenn man nach einem Unfall im Stau steht, sondern sich eher sagen: Glück gehabt, ein paar Meter weiter vorne und es hätte vielleicht mich getroffen.

Wissenschaftler konnten ferner belegen, daß ausreichend Schlaf (7-8 Stunden/ Nacht) glücklich und zufriedener und somit weniger stressanfällig macht. Das liegt daran, daß Schlaf und Bewegung stabilisierend auf den Glückshormonhaushalt wirken. Daher lautet die Faustregel, daß ein dreimal wöchentliches Training von nur 30 Minuten pro Tag die Einnahme eines Antidepressivums ersetzen kann – selbstverständlich gibt es gesundheitliche Ausnahmen.  Ein müdes Gehirn neigt offensichtlich dazu, das Glück an der falschen Stelle zu suchen.

In der Regel sind es ausschließlich wir selbst, die darüber entscheiden, wie gut es uns (subjektiv) geht. Statt Besitztümer anzuhäufen, einfach mal in schönen Erinnerungen schwelgen oder ein (!) gutes Glas Wein mit Freunden trinken, sind Dinge die wir genießen ohne sich daran zu gewöhnen.

Wie war es in einer Zeit, als wir all‘ diese Dinge noch nicht hatten? Waren wir in der Ausbildung oder als Student wirklich weniger glücklich?  – mit Nichten. Das Geld-Zeit-Paradoxon  bzw. der Spruch „Zeit ist Geld“ ist allseits bekannt, jedoch ist das „Zeitvermögen“ weitaus wichtiger für das Glück als der Wohlstand. Sich Zeit für sich und andere nehmen, gute Taten zu vollbringen erfüllt Menschen bis heute mit mehr Freude und Ausgeglichenheit als ein überpralles Konto. Andererseits gibt es selbstverständlich finanzielle Engpaßsituationen die die Grundbedürfnisse eines Menschen sehr nachhaltig stören und einschränken können.

Mithin ist Glück kein Zustand den es zu erreichen gilt, sondern eine Denkweise, die es leben und zu pflegen sich lohnt. 

Wenn ich mich in dieser Hinsicht selbst prüfe, kommt mir Einsteins Relativitäts-Theorie in den Sinn. Jeder hat sein eigenes Anspruchsniveau, das realistisch beurteilt werden sollte. D.h. wer sich die Latte stets zu hoch legt, wird selten Zufriedenheit erfahren. Streben ja, aber in Maßen …

Natürlich sind Glück und Zufriedenheit streng genommen Zweierlei. Das „Glück hilft dem Tüchtigen“, doch manchmal ist es einfach Schicksal bzw. zur falschen Zeit am falschen Ort und kann einer persönlichen Katastrophe nicht entgehen.

Gerade im Krankheits- oder Schmerzfall gilt: wie gut es einem zuvor gegangen ist, weiß man erst, wenn es einem erwischt hat. Schlimmer geht’s nimmer, … schlimmer geht’s immer.

Ich gebe zu, daß auch mir Entsagung und Zurücklehnung selbst im Alter meine Schwäche sind … auch mal lassen können, fällt immer noch schwer. Schließlich könnte jede Chance das eine oder andere zu tun (z.B. in einen entlegenen Teil der Welt zu reisen oder einen Fallschirmsprung zu wagen) die letzte sein: ABER: man sollte das Glück auch nicht herausfordern.

„Glück in der Liebe, Pech im Spiel“ …viele Sprichwörter beschäftigen sich mit diesem Thema.

https://www.lottozahlenonline.de/gewinnwahrscheinlichkeiten-beim-lotto-6-aus-49.php

Seit ich die Wahrscheinlichkeitsfaktoren verschiedener Glücksspiele wie Lotto ( bei 6 aus 49 liegt der Trefferquotient für 6 Richtige bei 1: 14 Mio) kenne, gebe ich mein Geld lieber sinnvoller aus, als wöchentlich unzufrieden meinen Tippzettel zu zerreißen. Und ich bin immer noch glücklich, wenn auch mal andere gewinnen …

Petra
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