Einmal Prinzessin sein oder sich zumindest so fühlen. Inzwischen kann man sich in so manchem Schlösschen als Feriengast einmieten. Seit einiger Zeit z.B. auch in die „Imperial Suite“ (167 qm groß) von Schloß Schönbrunn, dem ehemaligen Zuhause von Kaiserin Elisabeth und Franz-Joseph von Österreich.

Sie liegt über der ehemaligen Schlafkammer des schnauzbärtigen Kaisers und über dem Studierzimmer der 1898 ermordeten Sisi. Nach einer aufwendigen Renovierung verfügt die Suite über zwei Schlafzimmer, zwei Bäder, einen Salon, ein Wohnzimmer und eine Küchenzeile sowie über Extras wie Flachbildschirm-TV, Stuckdecken, Kronleuchter, etc.

Getreu des Stils von Maria Theresia (der Mutter der auf der Guillotine gestorbenen Marie Antoinette) ist die Suite in den Farben Weiß, Schwarz und Gold gehalten, kombiniert mit dem kaiserlichen Ananasdamast des Wiener Hofes.

Die Unterkunft hat aber auch royale Preise, d.h. die Nacht ist ab ca. EURO 700.- zu haben; Wochenend-/ Hochzeits-Arrangements samt Fiaker-Kutsche, Rosen, Champagner, Privatkoch etc. liegen um EURO 5.000.- bzw. auf Anfrage.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Sch%C3%B6nbrunn

Auch der Bundespräsident schätzt das höfische Ambiente, denn seit 1946 ist in der Hofburg die Präsidentschaftskanzlei im sog. Leopoldinische Trakt untergebracht.

Dass in den ehemaligen Residenzen der Habsburgern heute auch Privatpersonen aus dem „gemeinen Volk“ wohnen dürfen, wissen hingegen nur wenige.

Allerdings: Trotz allem Charme bedeutet Wohnen in geschichtsträchtigen Immobilien auch Einschränkungen im Alltag.

Zwar sei die Warteliste für Interessenten lang, Bevorzugung für „höhere Ebenen“ gebe es laut Bundeswirtschaftsministerium (zuständig für deren Verwaltung) aber nicht. Es bedarf keiner besonderen Kontakte, gute Referenzen sind natürlich nicht von Nachteil. Die Wohnungen unterliegen dem Mietrechtsgesetz, d.h. es existiert ein Eintrittsrecht im Todesfall sowie ein Weitergaberecht bei gemeinsamem Haushalt.

Insgesamt 187 Wohneinheiten stehen unter Verwaltung der Republik: beispielsweise 47 in der WIENER HOFBURG, 57 im BELVEDERE, 11 im AUGARTEN, zwölf in SCHLOSS ORTH an der Donau, 39 in der HOFBURG Innsbruck.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss Belvedere

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Orth

https://de.wikipedia.org/wiki/Hofburg_(Innsbruck)

Seitens der Burghauptmannschaft fällt die Beschreibung des privaten Wohnens in historischem Rahmen eher nüchtern aus: Die Wohnungen sind zwischen 30 und 200 qm groß und werden im normalen Standard (Kategorie A) geführt. Besondere Ausstattungen gibt es keine. In der Hofburg etwa verfügen die Wohnungen keinesfalls über repräsentative Räumlichkeiten und befinden sich vorwiegend im dritten Stock in den ehemaligen Dienstpersonalzimmern. Allgemein gelte ein angemessener Mietzins gemäß Mietspiegel der Wirtschaftskammer Österreich -Betriebskosten wie üblich.   https://de.wikipedia.org/wiki/Hofburg

Typische Mieter sind Personen, die ein historisches Umfeld bevorzugen und dafür bereit sind, mit gewissen Einschränkungen zu leben. Etwa damit, dass die Gestaltung der Wohnungen durch die historische Bausubstanz weitgehend limitiert ist, und dass nach denkmalschützerischen Grundsätzen instandgehalten wird. Auch das Fehlen moderner Infrastruktur müsse mitunter in Kauf genommen werden. Beispielsweise haben Wohnungsmieter in der Hofburg, in Wien wie in Innsbruck, mit wenig nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf, Parkplatzproblemen und Lärm durch Veranstaltungen zu rechnen.

Mit gewissen Einschränkungen im Alltag haben auch die Bewohner der Privatwohnungen in Schloss Schönbrunn umzugehen. Das bringt der Status als Weltkulturerbe der UNESCO (acht Mio Besucher pro Jahr) mit sich. Mieter dürfen beispielsweise nicht ihre Fenster beliebig dekorieren. In besonderer Lage sind sogar bei der Auswahl der Vorhänge bestimmte Farben nicht erlaubt, da diese – laut Kultur- und Betriebsgesellschaft – eine visuelle Beeinträchtigung darstellen könnten.

Auch was die Zufahrt ins Schlossareal betrifft, sind spezielle Genehmigungen und Kontrollmaßnahmen zu berücksichtigen. Als „Entschädigung“ werden Wohnungen zu ortsüblichen Mietpreisen zwischen zehn und 17 Euro pro Quadratmeter teils mit Ausblick auf den Schlosspark und die Gloriette, aber auch zum engen Innenhof geboten.

Die Wohnungen sind in jeder Hinsicht sehr unterschiedlich, auch in Bezug auf Größe, Höhe (2-3 m) und Zimmeraufteilung. Und wie überall gibt es Wohnungen, die seit Jahrzehnten von denselben Personen bewohnt werden, aber es gibt auch jährlich mehrere Neuvermietungen.

Wer hier logieren möchte, kann sich auf einer Liste vormerken lassen. Mit freiwerdenden Wohnungen ist immer dann zu rechnen, wenn gerade neuerlich saniert wurde.

Schauen Sie beim nächsten Besuch doch einmal vorbei, ob ein „Zimmer frei-Taferl“ an den Eingängen hängt …

https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Nymphenburg

Übrigens gibt es auch in bayrischen Schlössern (z.B. Schloß Nymphenburg in München) Wohnungen zur Dauermiete für Jedermann. Je nach Ausstattung werden diese allerdings teils teurer als in Wien angeboten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Herrenhaus_Roggow

Auch in Mecklenburg-Vorpommern warten viele renovierte herrschaftliche Gutshäuser und Schlößchen auf Dauermieter. Wir haben die 1,5 Jahre im historischem Gemäuer derer von  Oertzen an der Ostsee (Nähe Rerik/ Kühlungsborn) sehr genossen. Wer dazu Näheres wissen möchte, kann mich gerne ansprechen.

Petra
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