Ostern steht vor der Tür und jede Menge Eier weit und breit. Große und kleine, weiße und bunte .. und natürlich mit Schokofüllung.

Von den heute lebenden Tieren legen Kolibris die kleinsten Eier und Strauße die größten Eier. Straußeneier können fast zwei Kilogramm wiegen, was ca. 24 Hühnereiern entspricht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Afrikanischer_Strau%C3%9F

Zur Einstimmung auf Ostern habe ich mal wieder die nahe gelegene Straußen-(Mhou)-Farm besucht, denn da ist gerade Schlüpfzeit.

Dabei sind im Bruthaus viele Gelege unter Rotlicht zu sehen und drum herum drinnen und draußen putzige Küken, die tapsig Körner picken. Etwas entfernter Strauße in verschiedenen Wachstumsstadien und  natürlich auch bereits erwachsene Tiere, die majestätisch durch ihre Gehege schreiten.

Zwischen März und September legt eine Henne alle 48 Stunden ein Ei, das ein beachtliches Gewicht auf die Waage bringt: 1200-1600 Gramm. Es ist ca. 12 x 15 Zentimenter groß und die Schalenstärke beträgt 1,8 bis 2,2 Millimeter.
Aber auch schwerere Eier sind keine Seltenheit. Alle Hennen legen ihre Eier in das gleiche Nest. Die Haupthenne legt ihre Eier in die Mitte, die Eier der Nebenhennen werden darum herum gruppiert. Jede Henne erkennt ihr Ei an der für jedes Ei charakteristischen Porenstruktur. Wenn das Nest voll ist, beginnt die Brut. Sie dauert 42 Tage. Der Hahn brütet nachts, die Hennen am Tag.

Auf den meisten Farmen werden die Eier jedoch entfernt und künstlich ausgebrütet. Nur so ist eine wirtschaftliche Haltungsweise möglich. Erst gegen Ende der Legeperiode im Sommer kann dann noch eine Naturbrut erfolgen.

Während der Legeperiode färben sich der Schnabel und die Beinvorderseiten des Hahns intensiv rot. Ab jetzt ist Vorsicht geboten! Der Hahn verteidigt sein Gelege hartnäckig gegen Eindringlinge. Ein ausgewachsener Hahn kann durch Tritte sogar ein Raubtier töten.

Strauße leben in Gruppen mit bis zu 10 Tieren zusammen. Wird ein Küken von den anderen Küken getrennt, ist der Stressfaktor so groß, dass es daran sogar sterben kann.

Etwa seit dem 19. Jahrhundert werden Strauße weltweit auf Farmen gezüchtet. Dabei sind sie wahre Klima-Anpassungskünstler; ursprünglich stammt der Strauß aus Asien.

Fliegen können Strauße heute nicht mehr. Im Laufe der Evolution, d.h. 20 Mio Jahren, haben sie es mangels Bedarf einfach verlernt.

Im Gegensatz zu anderen Vögel mit jeweils 3-4 Zehen, besitzen Strauße nur zwei messerscharfe Zehen (mit teils 10 cm langen Krallen). Damit kann er schnell laufen ohne viel Energie zu verlieren.

Mit bis zu 150 kg bei 2,70 Höhe ist der Strauß auch der schwerste Vogel und kann mit seinen muskulösen Beinen aus dem Stand bis 1,5 Meter hochspringen.

Der Strauß ist auf Kurzstrecken mit bis zu 70 km/ Std der Ferrari unter den Laufvögeln und verfügt zudem über eine sichere Kurvenlage. Nähert sich z. B. ein Freßfeind dem Nest, rennt der Straußenvater in einem wilden Zickzack-Manöver zur Ablenkung los.

Strauße leben gerne in Gesellschaft, allerdings gilt eine Rangordnung, die insbesondere zur Paarungszeit teils brutal eingefordert wird. Der stärkste Hahn bekommt die Alpha-Henne bzw. lebt in einen kleinen Harem von 2-4 Weibchen; der Schwächste ggf. gar keine Partnerin. Zur Paarungszeit leuchten die Schienbeine der Männchen tatsächlich rot. Das Gefieder des Hahnes ist schwarz, das der Henne grau-braun.

Zur Paarungszeit ist der Hahn ganz Gentlemen und baut für seine Liebste gleich mehrere Nester zur Auswahl. Tagsüber brütet das Weibchen, nachts das Männchen. Manchmal brüten sie auch Kuckucks-Kinder mit aus, wobei das Gelege 8-12 Eier umfassen kann. Straußenkinder schlüpfen nach rund sechs Wochen und sind Nestflüchter. Ab dem dritten Tag staksen die Kleinen los. Schon nach drei Monaten sind sie Jugendliche und haben ein ordentliches Federkleid; ausgewachsen sind sie bereits nach einem Jahr. 

Auffällig ist der kleine Kopf, d.h. großen Augen (Durchmesser 5 cm), aber nur ein Minigehirn in der Größe einer Walnuß: Fressen, Flitzen, Fortpflanzen, das ist alles.

Sie sind Vegetarier (Darmlänge 14 Meter) und ernähren sich von Gras, Heu und ggf. einer Getreidemischung. Pro Mahlzeit müssen sie ca. 4.000 mal picken. Dreck macht Speck: um die Nahrung im Muskelmagen schneller zu zerkleinern, werden auch kleine Steinchen und Sand mit gefressen.

Bei guter Ernährung können die Laufvögel bis zu 30 Jahre alt werden.

Während die fluffigen Straußenfedern schon den Pharaonen als Wedel dienten, wurden in Deutschland/ Europa Straußenprodukte erst Anfang des 19. Jh. aktuell. Bis heute finden sie Insbesondere als Straußenboa, Staubwedel oder Dekoration Verwendung. Aber auch als Handtasche oder Geldbeutel, denn das Leder mit der charakteristischen „Gänsehaut“ eignet sich hervorragend für jegliches Handwerk.

Abgesehen von Kosmetika landen seit etwa 1990 auch vermehrt Fleisch- oder Wurstwaren (geringes  Cholesterin) auf dem Tisch. Dabei ist der Geschmack Geflügel sehr ähnlich, bei etwas festerer Konsistenz ähnlich einer Schweinelende.

Sehr lecker zu Ostern, aber schwer zu bekommen : ein Straußen-Rühr-Ei für 10-12 Personen. Das Ei-Aroma ist teils etwas schwächer als bei einem Hühner-Ei, daher würde ich es mit gebratenen Zwiebeln und ein paar filetierten Tomaten servieren (Garzeit für ein gekochtes Ei: drei Stunden!).

Übrigens: Die „Vogel-Strauß-Methode“ den Kopf in den Sand zu stecken ist ein Mißverständnis, denn brenzlige Situationen lösen sie durch wegrennen. Wenn sie den Kopf scheinbar in den Sand stecken, stöbern sie tief im Boden nach Nahrung und legen dabei auch mal den Kopf sprichwörtlich auf den Boden. Mit ihrem langen dünnen Hals sind sie geradezu Verrenkungskünstler.

In diesem Sinne wünsche ich allen unseren Lesern, ein FROHES OSTERFEST – sei es in aller Ruhe, im Kreise der Familie oder unter Freunden.

Dieses Mal habe ich eine Deko mit Straußeneiern gewählt, da ich auf Reisen seinerzeit mal drei Stück erworben habe: nämlich ein naturbelassenes sowie ein graviertes Ei und eines mit rot-brauner afrikanischer Erde verziertes Wunderwerk der Natur.

 

 

 

Petra
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