Über eine luftige Sommerbrise freut man sich, schwüle Sommerhitze bis 38 Grad braucht niemand. Aber wie sich abkühlen? „Wenn’s dem Esel zu wohl wird, geht er auf’s Eis“ oder… klettert in eine Höhle hinab. Zum Beispiel das sog. NIDLENLOCH im Schweizer Jura in der Nähe von Solothurn. Der Eingang befindet sich auf 1.274 Meter Höhe, ist aber gut erreichbar. Stabiles Schuhwerk und warme Kleidung sind natürlich Pflicht, egal wie warm es draußen ist.  https://de.wikipedia.org/wiki/Nidlenloch

Mit über 8 Kilometern Länge ist das Nidlenloch das größte begehbare Höhlensystem im Jura. Es steht unter Naturschutz und kann mit einem Führer von März bis November erkundet werden. Heikle Stellen sind mit Leitern und Seilen gesichert. Eine allgemeine Fitness ist Voraussetzung und natürlich darf man keine Klaustrophobie haben, denn im Inneren ist es stockdunkel und teils sehr eng. Das Teilnahme-Mindestalter beträgt 10 Jahre und man ist  3-4 Stunden unterwegs.

Ausgerüstet mit einem Schutzanzug, Helm, Handschuhen, Knieschonern und Stirnlampe steigen wir an Seilen gesichert zunächst 20 Meter in die Tiefe; hinein in eine feuchte, absolut stille fremde Welt.  Hier unten hat es das ganze Jahr nur ca. 8 Grad und es ist weitgehend staubfrei – ein Paradies für Allergiker. Manchmal verirren sich Fledermäuse in das Höhlensystem, ein Grottenolm ließ nicht blicken.

Nachdem sich die Augen etwas an das Dunkel gewöhnt haben, tasten wir uns langsam die glitschigen Kalk-/Karstgänge entlang. An einigen Stellen tropft Wasser herab und es haben sich schon kleine Tropfsteine gebildet. In überwiegend gebückter Haltung schlagen wir desöfteren mit dem Kopf/ Helm  an … plopp… In einem Seitengang gurgelt Wasser in einem sog. Siphon und unser Guide prüft aus Sicherheitsgründen sofort den Wasserstand.

Ein falscher Tritt und eine selbst simple Verletzung wie ein verstauchter Knöchel kann Folgen haben, denn hier unter herrscht sprichwörtlich Funkstille.  Um Hilfe zu holen, muß mindestens eine Person zurück an die Oberfläche kriechen. Deshalb ist es Usus, daß sich Einsteiger beim nahen Gasthaus „HInterweißenstein“ registrieren lassen und die voraussichtliche Rückkehrzeit angeben. Kehrt man bis zur vereinbarten Zeit nicht zurück, schickt der Wirt einen Rettungstrupp los.

Richtungsorientierung und Zeitgefühl gehen schnell verloren, da wir konzentriert einen Fuß vor den anderen setzen. Irgendwann liegt vor uns die engste Stelle der Unterwelt, „Jungfernschlupf“ genannt. Auf allen Vieren und stellenweise im Rückwärtsgang zwängen wir uns durch die kleine Felsöffnung. Geschafft …, nun ist eine kleine Pause angesagt. Fotografieren ist schwierig, aber dennoch versuchen wir wenigstens etwas von den weiß-gelblichen Kalkgestein-Formationen einzufangen. Die Höhle ist ca. eine Million Jahre alt und aus Schmelzwassern der letzten Eiszeit entstanden.

Wie weit wir wohl in die Höhle vorgedrungen sind? Gefühlt sind es 800 bis 1200 Meter. Aber weit gefehlt, es waren nach 1,5 Stunden gerade mal 450 Meter. Die Kräfte sollte man sich einteilen und wir entscheiden uns daher den Rückweg anzutreten.

Nach einer weiteren Stunde können wir das fahle Licht des Ausstiegslochs in der Ferne ahnen. Noch ein letzter Kletterakt und das Tageslicht hat uns wieder.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes „cooles“ Erlebnis. Übrigens, wer vollständig unter Wasser gehen und mit Flaschen abtauchen will, kann dies im „BLAUTOPF“ auf der Schwäbischen Alb tun. Das Höhlengewässer macht seinem Namen alle Ehre.  https://de.wikipedia.org/wiki/Blautopf

Wem das alles zuviel Aufwand ist, hat ebenso recht. Gerade bei tropischen Temperaturen darf man auch mal „Urlaub vom Urlaub“ und jeglichen Aktionen machen …zumindest ab frühem Nachmittag einfach nichts tun, etwas Lesen, Bossa Nova Klänge hören und im Mini-Pool plantschen …. das mache ich gerade ….ich bin dann mal weg !

Petra
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