Meine Mutter war alles andere als eine Shopping-Queen und sie ging – ausgenommen Lebensmittel – nur zum Einkaufen, wenn gezielt etwas gebraucht wurde. Manchmal aber ging Sie unvermittelt los und schleppte bei Rückkehr mindestens 3-4 prallgefüllte Tüten mit bemerkenswerten Inhalt an. Mit einer Art ungeahnter Weitsicht hatte sie so etwas wie einen „Ahnimus“ für Schnäppchen entwickelt.

Heute geht es mir oft ebenso und das gilt nicht nur für Anschaffungen. Außenstehende kennen mich berufsbedingt eher als einen rationalen Menschen und dennoch verlasse ich mich bei Gleichwertigkeit oder ungewissen Bedingungen oft auf mein Bauchgefühl … und fahre gut damit. Insbesondere der erste Eindruck beim Einschätzen eines Menschen. Oft merkt man gleich, ob die Chemie stimmt oder nicht. Gerne sagt man auch: die Liebe traf sie wie ein Blitz, obwohl alle realen Umstände gegen eine Verbindung sprach.  Woran liegt das?

Auch wissen wir oft  mehr über unser Wohlergehen, als wir denken. Denn in unserem Unterbewußtsein lagert sich mit der Zeit ein großer Erfahrungsschatz ein, der Fundus für intuitive Schnellschüsse. „Das hab‘ ich gleich gesagt, das hab‘ ich gleich gewußt“.

Besonders gut klappt das meist bei Menschen die uns nahestehen, die wir gut kennen. So ahnen Mütter oft besser was ihren Kindern fehlen könnte, als die Ärzte nach einer ersten Diagnose.

Die emotionale Kraft des Unterbewußtseins gibt zumindest oft einen entscheidenden Handlungsimpuls. Laut Hirnforschung bewertet der Mensch von Geburt an sämtliche bewußte und unbewußte Erlebnisse positiv oder negativ und legt sie in einem gut sortierten Lager ab. Biologisch gesehen spielt sich dieser Speichervorgang in unserem Körper in der Großhirnrinde bzw. im limbischen System ab. Denn das limbischen System verfügt über die schnellsten Verbindungen im Nervensystem und ist damit beim Informationsaustausch 10 mal schneller als das Frontalhirn, der Sitz des Verstandes.  Was insbesondere in Krisen- und Notsituationen lebenswichtig sein kann.

Auf den Körper hören und achtsam mit ihm umgehen. Warnsignale erkennen, kann Verletzungen verhindern oder auch gezielt zu Höchstleitungen führen. Stichwort „Selbstwahrnehmung“. Routinemäßig fragen wir bei einem Treffen im Freundeskreis „wie geht es Dir?“ … eher selten, wie geht es mir, was tut mir gut? Oft muß man dazu erst einmal aus dem „Hamsterrad“ herausspringen, die Alltagsroutine hinter sich lassen, bevor wir uns besser wahrnehmen können.

Freilich sind Schmerzen, Hunger oder Durst bekannte Indikatoren, aber dazu muß es ja erst gar nicht kommen.  Hirnforscher sprechen von sog. somatischen Markern, d.h. von Körperempfindungen die unser Denken und Handeln beeinflussen. Es besteht also ein mehr oder weniger ausgewogener „Ping-Pong-Effekt“ zwischen Herz und Verstand.

Dabei ist es egal, ob es sich um objektive oder subjektive Wahrnehmung handelt.  Fühlen wir uns wohl oder sind wir verliebt, steigt wohlige Wärme in uns auf und es setzt ein angenehmes Kribbeln ein. Bei unguten Gefühlen empfinden wir einen Kloß im Hals, Magendrücken oder Muskelverspannungen. Wissenschaftler nennen dies oft „Gesundheit ist das Schweigen der Organe“. Und in der Tat merken wir erst, wenn es uns schlecht geht, wie gut es uns zuvor ging.  Angst kann die innere Stimme zwar auch blockieren, allerdings bewahrt sie manchmal auch vor Schlimmeren. Im Tierreich spricht man meist von Instinkt.

Im Falle einer unklaren oder Notfall-Diagnose bei Zeitmangel folgen auch Ärzte Ihrer Intuition bzw. folgen ihrer inneren Stimme und liegen damit oft richtig. Aber strenggenommen handelt sich auch hier um gefühltes Wissen aus dem erworbenen Erfahrungsschatz. Mithin haben auch intuitive Entscheidungen eine Logik, nur erfaßt sie der Verstand nicht immer.

Übrigens: Intuition oder auch der 6. Sinn ist keine Talentfrage, jeder hat sie. Die Frage ist viel mehr, nutzen und trainieren wir sie auch?

Innovation durch Intuition, mag stimmen. Die Frage, ob Frauen immer das besserer Bauchgefühl haben, mögen andere beantworten. Was meinen Sie?

Schon Einstein soll es so formuliert haben: „Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk, der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat“.

Ob es auch eine Schnittstelle zum „Glück gehabt“ gibt, weiß ich nicht einzuschätzen. Z.B. wenn es Leute gibt, die kurzfristig einen Flug – wegen eines komischen Gefühls – nicht antreten und das Flugzeug dann abstürzt.

Abschließend noch ein „Praxis-Test“: Wenn ich mein Unterbewußtsein wissentlich befrage, sagt mir mein gefühltes Bewußtsein ganz spontan, daß Renate heute Geburtstag hatHAPPY BIRTHDAY! 

Petra
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2 Comments

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    Liebe Renate,
    Ich wünsche Dir auf diesem Weg alles Liebe & Gute zu Deinem Birthday
    Ich hoffe du verbringst heute einen megatollen Tag, die Sonne strahlt extra für Dich❤️
    Fühl Dich ganz fest gedrückt!!!
    Ich schicke Dir ganz liebe Grüße
    Tatjana

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      Liebe Tatjana,
      ich freue mich, dass du an mich gedacht hast und danke dir für die Glückwünsche! Ich hatte wirklich einen ganz besonderen Tag. Ein paar Freundinnen waren bei uns zu Gast und wir hatten ein Spätaufsteherfrühstück, das bis zum Nachmittag ging. All das bei bestem Wetter. Ich habe es sehr genossen. Später kam dann noch die Familie und rundete des wundervollen Tag ab. Bis bald und ganz liebe Grüße, Renate

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