WEIHNACHTEN – wie wir es kennen – ist ein religiöses Fest und gedenkt der Geburt von Jesus. Am 25. Dezember feierten aber bereits die Römer, Phönizier und Perser die Geburt unterschiedlicher Gottheiten, somit ist Weihnachten also ein universelles Fest. Auch die Griechen begangen an diesem Tag die Geburt des Gottes Adonis. Weltweit wird Weihnachten bzw. die Weihnachtsnacht vom 24. auf den 25. 12. von mehr als zwei Milliarden Christen gefeiert. In vielen christlichen Gemeinden findet es als Familienfest statt, das mit vielen Traditionen verbunden ist. Die Kinder bekommen Geschenke, man schmückt einen Weihnachtsbaum, die Familie kommt zusammen und es wird ein Festmahl aufgetischt.

Wenn ich mich an meine Kindheit zurück erinnere, gab es an Heiligabend, also dem  24.12. (schlesisch) traditionell oft nur Würstchen mit Kartoffelsalat. Das hatte zum Vorteil, daß wir Kinder nicht so lange auf die Bescherung warten mußten und unsere Mutter mehr Zeit für andere Dinge hatte. Am ersten oder zweiten Weihnachtsfeiertag gab es dann freilich eine Pute oder Gans mit Blaukraut und Knödeln, was meinen Vater wiederum an seine Kindheit erinnerte. 

Die Evangelisten liefern kein Datum für das Weihnachtsfest.  Dass der 25. Dezember als Geburtsfest Jesu begangen wurde, ist erstmals im Jahr 336 in Rom bezeugt. Bis heute widerspricht die orthodoxe Kirche diesem Tag als offiziellen Geburtstag von Jesus Christus und feiert am 06.01. Heilige drei Könige. Im Laufe der vergangenen Jahrhunderte gab es ganze 136 Daten, an denen christlichen Sekten die Geburt Jesu begingen. Nach christlichem Glauben bedeutet die Geburt von Jesus die Offenbarung und Menschwerdung Gottes. Nach den Berichten von Evangelist Lukas waren es zuerst die Hirten, die bei Bethlehem durch einen Engel von der Geburt erfuhren. Wichtigster Pilgerort ist die Geburtskirche Jesu (nahe Jerusalem). Wintersonnenwende – ein zentrales Ereignis für viele Völker. Der heidnische Ursprung für das Datum 25. Dezember als spirituell bedeutender Tag ist eindeutig. In der Regel ist es in Europa im Dezember ungemütlich und kalt und viele Menschen sehnen sich nach Licht und Wärme. Gegen Ende des Monats werden die Tage kürzer und die Aussicht auf Sonne wieder größer. Die Freude darüber drückten schon die Kelten, Römer und Germanen im Fest der Wintersonnenwende aus.

Ist Heiligabend schon Weihnachten?  Heiligabend ist die Christnacht, also die Nacht vor dem Weihnachtsfeiertag. Sie ist nicht gleichbedeutend mit Weihnachten, wird aber gerne im gleichen Atemzug genannt. Für Kinder, die dem Weihnachtsbrauch entgegenfiebern, ist der Heilige Abend wesentlich wichtiger als das Weihnachtsfest, denn an diesem Festtag werden sie von Eltern und Familienangehörigen beschenkt. Dass wir am 24. Dezember Bescherung feiern, ist noch ein relativ junger Brauch. Hintergrund ist die liturgische Regel, dass zu allen großen Festen im Christentum eine Vigil, d.h. eine Art Nachtandacht, gehört. Auch im Judentum ist der Brauch verbreitet, am Vorabend eines Festes, vor Einbruch der Dunkelheit, Wache bzw. inne zu halten, zu beten und das bevorstehende Fest zu begrüßen. Bis ins 18. Jahrhundert fand der traditionelle Weihnachtsgottesdienst am ersten Weihnachtstag zwischen 3:00 Uhr und 5:00 Uhr morgens statt. Der konnte durchaus zweieinhalb Stunden dauern und war der absolute Höhepunkt aller Weihnachtsfeierlichkeiten. Erst danach, noch vor Sonnenaufgang, fand die Bescherung statt.

So habe ich es einmal in Ruka/ Finnland nördlich des Polarkreises erlebt. Beim mitternächtlichen Kirchgang im Schneetreiben ist man schnell wieder wach, wobei die Holzkirchen dort gut geheizt sind. Nach Rückkehr gibt meist herrlich süßen Milchreis als Zwischenmahlzeit und man gönnt sich einen heißen Moltebeerensaft – mit oder ohne Schuß (ähnlich dem schwedischen Glögg).  https://de.wikipedia.org/wiki/Moltebeere

Einfach urgemütlich und entspannend, zumal es auch noch eine Vollmond-Schlittenfahrt gab. Für die Kinder wird das Warten auf Santa mit seinen Rentieren meist so lang, daß  der Schlaf sie übermannt und doch erst am folgenden frühen Morgen die Geschenke ausgetauscht und bestaunt werden.

Auch in Nordamerika ist dies so Sitte, und die am Kamin aufgehängten Strümpfe der Kinder werden erst im Laufe der Nacht mit Geschenken gefüllt. 

Wo  wird Weihnachten nicht gefeiert?  Im Laufe der Zeit hat das Weihnachtsfest vielfältige Prägungen durch Familientraditionen und religiöse Riten erhalten. In vielen anderen Religionen hat Weihnachten aber keine Bedeutung; weder im Buddhismus noch im Hinduismus oder Judentum. Im Jüdischen feiert man stattdessen das Lichterfest, das ebenfalls im Dezember stattfindet, aber theologisch nichts mit Weihnachten zu tun hat. Mit „Santa Lucia“ feiern auch die nordischen/ skandinavischen Völker ihr Lichterfest (dieses Jahr am 13.12.) https://de.wikipedia.org/wiki/Luciafest

Welche Weihnachtsbräuche gibt es?  Es gibt einige Dinge, die für viele Menschen traditionell mit Weihnachten verknüpft sind. Dazu zählt nicht zuletzt der Besuch eines Weihnachtsmarktes. Ich mag eher die kleinen, nicht so überlaufenen Plätze. Besonders zauberhaft sind m.E. der alt-deutsche Weihnachtsmarkt von Bad Wimpfen (Nähe Neckarsulm/ Heilbronn, nur an den Advents-Wochenenden) und der viktorianische WM von Saarburg. Letzterer steht ganz im Zeichen Englands der Jahrhundertwende (nur 2. und 3. Advents-Wochenende). Besonders stimmungsvoll ist auch die Open-Air Weihnachtsfeier in Oberndorf bei Salzburg, dem Ursprungsort des Liedes „Stille Nacht“ (jeweils ab 16.00 Uhr am 24.12. an der Kapelle) https://de.wikipedia.org/wiki/Stille-Nacht-Kapelle

Stichwort Räuchern und Rauhnacht-Rituale: Auch die lauten Schellen und grimmigen Holzmasken der Perchten sind vielerorts ein Highlight. Einzig übertroffen durch das Zuhause des Weihnachtsmannes, dem Weihnachtsdorf in Rovaniemi/ Finnland.

Nicht nur bei den  Jüngeren unter uns ist der Adventskalender wieder sehr beliebt. Die Werbung tut ein Übriges dafür, daß sie gefüllte und ungefüllte Kalender in jeglicher Form, für jeden Zweck und Geldbeutel parat hält.

Um ehrlich zu sein, bin auch ich dieses Jahr der Versuchung erlegen und habe für meinen Mann eine Basis-Version (ohne überteuerten Schnickschnack) mit eigenen Fotos über einen Fotobuch-Hersteller angefertigt. Ansonsten verwende ich seit Jahren einen grünen handgestrickten Mohair-Schal, der mit 24 Buttons versehen ist und hänge diesen über ein Baumstämmchen oder meine aus Holz gesägten Hirsche.

Zwar kaufe ich keinen Tannenbaum im klassischen Sinne, auf eine symbolische Version will ich jedoch nicht verzichten und kreiere meist ein platzsparendes Wandgesteck. Tannenduft tanke ich bevorzugt auf  Waldspaziergängen; in den Räumen verwende ich eher orientalische Düfte wie Weihrauch (aus dem Oman) und Sandelholz oder verschiedene herbe Räuchermännchen- Duftnoten. 

Das Thema Weihnachtslieder war schon in den Kindertagen kritisch. Meine Eltern hielten nicht viel davon und daher wurden mein Bruder und ich schon nach einer „Darbietung“ entlassen. D.h. mein Bruder sagte der Form halber ein Gedicht auf und ich trällerte 1-2 Klassiker auf der Blockflöte. Heute nehme ich mir im Herbst/ Winter schon mal Zeit etwas auf der Harfe zu üben.  Am 3. oder 4. Advent gebe ich dann ein häusliches Ständchen, wobei eher alpine Klänge und Eigenkompositionen im Vordergrund stehen. 

Das Lesen von Weihnachtsgeschichten hat in unserer Familie leider keine Tradition. Dafür liebe ich es, wenn auf einigen Schloß-/ Burg-Weihnachtsmärkten der Hausherr für 30-45 Minuten diese Aufgabe im historischen Kaminzimmer übernimmt (z.B. auf Schloß Amerang im Chiemgau). 

Mit der Beleuchtung halte ich mich eher zurück, einzig „unser Rudi“, ein großes Rentier aus Weidengeflecht, leuchtet abends dezent von der Terrasse. Ich liebe Rentiere in der freien Natur, aber auch diejenigen Vierbeiner, die sich all-weihnachtlich in „Rodney, das rot-näsige Rentier“ verwandeln.

Frohe Weihnachten!

Zu guter Letzt möchte/n ich/wir Ihnen/Euch allen natürlich eine schöne Weihnachtszeit wünschen sowie weiterhin viel Spaß beim Lesen und Herumstöbern auf unseren TAM- Seiten!

Ach ja, die Kleidung. Erlaubt ist, was gefällt und zum Ambiente bzw. dem Anlaß paßt – sei es innerhalb oder außerhalb den eigenen Vierwände. Ich suche meist den goldenen Mittelweg und wähle den bequemen Schick. Eine dunkelblaue Stretchhose und eine längere leichte Schlupfbluse mit Schleife paßt zum Beispiel immer. Dazu blaue Stiefeletten oder rutschfeste Kuschelsocken – und fertig. Silvester darf es dann schon etwas Extravaganter sein. Zum Bespiel Shirt und/ oder Hose aus Stretchsamt oder meine dunkle Rock-Kreation: https://www.topagemodel.de/2019/09/21/leute-machen-kleider-ganz-mein-stil/

Um jeglichen Streß zu vermeiden, überlege ich hinsichtlich aller Erfordernisse schon ein paar Tage vorher, was passend sein könnte und habe es sicherheitshalber parat. Denn unverhofft, kommt oft ….

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Petra
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