Mein „ZIESEL“ steht zur Abfahrt bereitsteht. Sein kräftiger Elektroantrieb und die dreieckigen Gummiraupen machen ihn Offroad tauglich. Und das ohne Lärm oder Abgase, dafür mit maximalem Spaß-Faktor.

Auf ebener Strecke schafft das Raupenfahrzeug bis zu 35 Stundenkilometer, aber freilich steht die Geländegängigkeit im Vordergrund, d.h. er meistert bis zu 60% Steigung/ Gefälle. Fahrerische Voraussetzungen bestehen hingegen fast keine, denn schon nach kurzer Einweisung und Probefahrt hat man das Elektrogefährt per Joystick gut im Griff.
Sicherheit wird groß geschrieben, denn er verfügt neben einem Stahlrohrrahmen über Überrollschutz, Schalensitz mit 4-Punkt-Gurt und Sicherheitsbremsen. Leider ist der propere „Alleskönner“ nicht gerade billig (Anschaffungskosten ca. EURO 20.000.-), man kann ihn aber für Ausflüge stundenweise mieten.

Also los … Zunächst zuckeln wir im ersten Gang einen Plattenweg entlang und üben Vorwärts-Rückwärts Rangieren. Dabei merken wir schnell, wie wendig der „Ziesel“ ist und wie sensibel und prompt die Steuertechnik reagiert. Dann geht’s ab in’s Gelände und schon der zweite Gang zeigt, welche Power in dem „Ziesel“ steckt. Auf dem leicht nassen Grass fliegen beim Anfahren nur so die Brocken und in der Schrägfahrt über Erdhügel und Paletten heißt es mit Gefühl zu steuern. Wie gut, daß man per Gurt gut gesichert sitzt. Und das alles bei nur leichtem Vordrücken des Steuerknaufs. Drückt man ihn gleichzeitig nach rechts oder links driftet man um die Kurve. Spätestens beim vierten Gang vibriert das ganze Gefährt und man sollte sich als wenig geübter Fahrer schon auf das Geschehen konzentrieren. Hier geht’s mit einem Klick zum Action-Video: https://www.youtube.com/watch?v=UbxDWFaCA2w

Ein unvergeßliches Fahrerlebnis zu jeder Jahreszeit, vor allem im Schnee. Denn mit diesen und ähnlichen Raupenfahrzeugen kommt man einfach überall hin. Wer es einmal ausprobieren möchte, einfach unter „Ziesel fahren“ oder unter dem Herstellernamen „Mattro“ im Internet nachsehen.

Ohne derartige SNOWMOBILE wären ganze Landstriche in Nordeuropa, Nord-Amerika, Rußland und Asien gar nicht bewohnbar. Dort sind sie zur Fortbewegung einfach unverzichtbar. Das Fahren eines Snowmobils ist ebenfalls nicht schwer und nach kurzer Einweisung zu bewerkstelligen. Allerdings erfordert es auf Tages-Touren schon etwas Geschick und Ausdauer. Nicht nur Fahrtwind und Kälte setzen einem zu, sondern auch das dauernde Drücken des Gaszuges; zumindest für mich eine ungewohnt anstrengende Bewegung des Daumens. Auch das Kurvenlenken erfordert etwas Kraft, denn es gibt anders als beim Motorrad keine Kurvenlage.
Was die Bekleidung betrifft gilt das „Zwiebelprinzip“ mit isolierenden Luftpolstern. D.h. über unsere 3-lagige Skikleidung haben wir nochmals einen Thermoanzug und Thermohandschuhe angezogen. Für mich hätte es noch mehr sein können, aber man muß sich ja noch bewegen können.

Wesentlich bequemer ist die Fahrt mit einem „PISTENBULLY“ oder einer „PISTENRAUPE. In der Schweiz hatte ich einmal Gelegenheit ein Team beim nächtlichen Präparieren der Skipisten zu begleiten. Das Cockpit hat absolutes Hightech-Niveau und ist natürlich gut beheizbar. Höchste Vorsicht ist jedoch beim Einsteigen geboten, denn die Raupenmesser sind hoch und messerscharf. Trotz seiner „Power“ sind einige Hangabschnitte selbst für dieses Gerät so steil, daß die ganze Raupe stellenweise an eine Winde genommen werden muß. Ohne diese frontale Stahlseil-Sicherung könnte sie sich ggf. rückwärts überschlagen. Und das, obwohl so ein Gerät 12 Tonnen wiegt und 500 PS hat (Kosten bis EURO 400.00.-).

Noch schöner ist Fahrt mit dem kleineren „PISTENBUS“ oder der „SCHNEEKATZE“ an einem Sonnentag. Ski-Tourengeher nutzen diese Aufstiegshilfe streckenweise gerne, um Zeit und Kraft zu sparen. Skilifte gibt es schließlich – oder auch Gott sei Dank – nicht überall. Und wenn sich dann am Ende des Weges oder auf halber Höhe eine Einkehrmöglichkeit wie die wunderbare Bichl-Alm nahe Kitzbühel bietet, ist das Winterglück für mich perfekt.

Mal sehen, was die Winterzeit so bringt …. noch läßt sie im Flachland und den Mittelgebirgen ja auf sich warten.

 

 

Petra
Autor

Comments are closed.