Was es nicht alles für Faschings-/ Karnevalsbräuche gibt. Mit dem Begriff und den Jubelrufen geht es schon los.  Egal ob HELAU, ALAFF, AHOI oder was auch immer. Hier drei ganz besondere Festivitäten mit Gelegenheit zum Mehrfach-Feiern:

LODERNDE CHIENBÄSE IN LIESTAL

BASEL ist die Karnevalshocburg der Schweiz schlecht hin und besonderes der “Morgenstraich“ ist unter Narren weltweit bekannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Basler_Fasnacht

In der Tat kommen morgens um 04.00 Uhr früh (immer eine Woche nach unserer Fastnacht, also am Montag nach Aschermittwoch) Zehntausende zusammen, um im Dunkeln still, ja fast andächtig dem Laternen-Umzug zu folgen. Dafür werden in der Stadt seitens der Stadtwerke sämtliche Lichtquellen gelöscht. https://www.youtube.com/watch?v=GqGbugKe7Rw&vl=de

https://www.youtube.com/watch?v=tnTdp0zBOq8

Überhaupt herrscht in Basel vom 02. bis 04.03.2020 Ausnahmezustand. Dabei sind die Ereignisse sehr unterschiedlich und für jeden ist etwas dabei. Hier ein Überblick: https://www.basel.com/de/basler-fasnacht

Nun aber zum CHIENBÄSE-UMZUG in Liestal, etwa 25 Kilometer von Basel gelegen. Hier spielt sich zusätzlich zum Umzug ein Feuerspektakel sonders gleichen ab. Bilder sagen mehr als 100 Worte; schauen Sie mal in die Aufnahme rein, nach zirka 1:30 Minuten geht es richtig los. So habe auch ich es 2017 erlebt. Kalt wird da niemanden und die Feuerwehr erbringt zur Absicherung von Mensch und Gebäuden eine wahre Hochleistung. https://www.youtube.com/watch?v=8zEbaX9n16o

Selbst Würstchen werden an den vorbeiziehenden Kienbesen gegrillt. Tradition geht dabei über alles.

Mit dem Abbrennen eines grossen Feuers soll die Macht des Winters gebrochen werden und mit brennenden Fackeln und Chienbäsen wird die wärmende Kraft der Sonne in die Gemeinde getragen. Chienbäsen sind extra gefertigte Holzbesen, die aus besonders harzreichen Hölzern (Chien) hergestellt werden. 1902 wurde erstmals ein Umzug mit Pechfackeln und Chienbäsen in Liestal erlaubt. 1924 organisierte der Konditormeister Eugen Stutz erstmals den Chienbäseumzug in der heutigen Form.

Der Umzug beginnt um 19:15 in der Burgstrasse, zieht sich danach durch die Altstadt und endet am Gestadeckplatz. Nachdem die ganze Stadt verdunkelt worden ist, ziehen zunächst die Fasnachtscliquen mit kunstvoll gefertigten Laternen durch die Stadt. Im Anschluss werden entlang der Route 20 bis 100 Kg schwere brennende Holzbesen und Scheiterhaufen durch die Stadt getragen. Zum Teil rennen die Fackelträgen auch mal ein Stück mit den lodernden Flammen. Das Highlight sind die etwa 20 riesigen eisernen Feuerwagen, deren Feuer brennen besonders hoch und heiss. Nach etwa 90 Minuten ist das Inferno beendet und Liestal hat ein weiteres Mal dem Feuer getrotzt.

Die Dunkelheit, das Feuer und der Rauchgeruch bilden eine ganz besondere Atmosphäre. Es wird dringend empfohlen mit älterer und schlecht brennbarer Bekleidung anzureisen. Die Chienbäsen und die Feuer sind zum Teil so nah am Publikum, dass Funken schnell mal auch auf die Kleidung kommen werden. Der Chienbäse unterliegt strengen Brandschutzbestimmungen. Kinder dürfen nicht auf den Schultern getragen werden, die Hitze ist dort am stärksten. Die Strasse darf während des Umzuges nicht überquert  und es muss Abstand zu den Feuern eingehalten werden.

Wer dabei sein will: am 01.03.2020 um 19.11 Uhr geht’s los.

SUPER-GAUDI-ALTWEIBERMÜHLE – aus Alt mach‘ Neu

Wer wünscht sich das nicht. Zu Fasching sind die Herren in Bayern da ganz in ihrem Element und preisen sich als „Pfundkerle“ an. Mit dem Ziel das (eigene) alte Weiberl gegen ein knackiges Junges einzutauschen. Manchmal klappt das, aber eben nicht immer, und so manch einer erlebt „beim Fenstern“ bzw. am „Mühlen-Auswurf  so seine Überraschung.  Denn … die neue Herz-Dame kann auch mal eine Kratzbürste oder die Schweigermutter sein oder gar ein Mann?  Ganz freiwillig macht da auch nicht Jeder mit und es findet teils ein wahrer Kandidatenraub statt (besser nicht in die erste Reihe stellen).

Auf selbstgebauten Gefährten und Traktoren mit Anhänger oder Handkarren mit Marterpfahl drauf, bringen die verkleideten Männer ihre in die Jahre gekommenen „Weiber“ zur Mühle. Sie hoffen darauf, dass sie nach Zahlung eines festgesetzten Preises, ihre „Frau“ runderneuert oder vielleicht sogar stark verjüngt wieder mitnehmen können.

Der Mühlenwächter unterhält die Zuschauer, die meist verkleidet sind, mit Witzen und Anektoten. Rund um die Mühle hat der Obermüllner mit seinen drei Helfern Stroh vertreilt, dass sich die holden Weiblichkeiten bei ihrem Versuch doch noch aus zu kommen, nicht verletzten. Natürlich streuben sie die „Damen“ an einem Bauchgurt über eine Seilwinde nach oben auf die Plattform der Mühle gekurbelt zu werden, um dann im Inneren der Mühle, sich der Verjüngungskur zu unterziehen. Der Mann sitzt bereits erwartungsvoll vor dem Ausgabevorhang und erhofft sich eine neue hübsche Angetraute. Der Wunsch wird, wie zu erwarten ist, nicht immer erfüllt.

Ich war 2018 zu Gast beim Altweibermühl-Spaß in Karlstein bei Bad Reichenhall. Am 02.03. 2019 fand ein ähnliches Event in Freilassing statt.

Diese Spektakel finden allerdings nicht regelmäßig oder jährlich in den Gemeinden statt. Ob 2020 was Vergleichbares ansteht, muß ggf. im Internet recherchiert werden. Im Zweifelsfall einfach als Highlight für das nächste Jahr aufheben.

Abschließend noch ein kleiner Event im Rhein-Neckar-Raum mit „KÄNGERUH-FEELING

In der „Sprungbude Heidelberg“ springen die Karnevalisten (insbesondere die Prinzen und Prinzessinnen vieler Vereine) am 13.02.2020 ab 19.00 Uhr für einen guten Zweck Tampolin – und das im vollen Ornat.

Und so sieht das dann aus:  https://www.youtube.com/watch?v=GD6ECcIYoDE

Zuschauen ist natürlich gratis, für‘s Mitmachen gibt’s auf den Eintrittspreis – wie kann es zur Karnevalszeit anders sein – 11% Rabatt. Die Adresse lautet: Harbigweg 1-3 in Heidelberg (Nähe Messplatz).

Was der Mensch nicht alles macht ….

Petra
Autor

Write A Comment