Erst kürzlich hat die neue „Let’s Dance Staffel“ wieder begonnen und die Ballsaison ist in vollem Gange. Gerade wir Damen tanzen ja ganz gerne, aber oft fehlt es am richtigen Tanzpartner.  Die Promis haben es da leicht, denn man stellt Ihnen einfach einen Profi zur Seite. Und wenn ich mich über die Jahre weit zurück erinnere, gab es selbst auf britischen und italienischen Kreuzfahrtschiffen seinerzeit sog. „Eintänzer“. Dies waren keine Gigolos, die sich an die Ladies ranschmissen und dann mehr wollten. Nein, diese wohl ausgesuchten Herren wurden von der Rederei dafür bezahlt, daß sie an Bord als galante Abendbegleitung auftraten und abwechselnd für Tanzkurse alleinreisender  Damen parat standen.

Beim raschen Blick in’s Internet wurde ich darauf aufmerksam, daß es diese Spezies gerade zur Ballsaison offensichtlich nun an vielen Orten wie Berlin, Hamburg, München, Berlin und insbesondere Wien gibt. Hier nennen sie sich „Taxi-Tänzer“. Manche haben eine Tanzschule, andere sind hauptberuflich aber in ganz anderen Metiers tätig und pflegen quasi ein einträgliches Hobby. Darf man den einzelnen Websites Glauben schenken, sind die Auswahlkriterien dieser Gentlemen hinsichtlich Umgangsformen und Intellekt durchaus hoch.  Hier zwei  http://wien.taxi.dance/

zufällig ausgewählte Links: https://www.gentleman-dance.com/Taxitaenzer/

Manchmal gibt es wohl auch „Taxi-Tänzerinnen“, denn schließlich wird auch nicht jede Dame mit entsprechendem Rhythmusgefühl  geboren.

Ich selbst habe diese Art „tanzenden Escort-Service“ bzw. professionelle Tanzbegleitung für ein Ballvergnügen noch nicht ausprobiert, hatte mir aber mal einen Tango-Profi für einige individuelle Trainings-Sessions vor meiner Reise nach Argentinien engagiert (Kosten pro Stunde zirka EURO 40.- bis 60.-). Aber egal ob Tango oder Walzer, die Bewegung zur Musik ist in jedem Fall ein geniales Mittel des Kalorienverbrauchs. Aber Bitte Vorsicht in CORONA-Zeiten (am besten ganz lady-like dünne Baumwollhandschuhe tragen und sich nur mit Abstand anflirten). 

Ein ganz anderes glattes Parkett ist Eis. Sei es, daß man darauf Eis-Segelt oder Schlittschuh läuft. In der freien Natur mache ich dies am liebsten,  zumal man gerade auf einem zugefrorenen See (dieses Jahr allerdings Mangelware) weitere Spielarten ausprobieren kann, wie z.B. sich mit Schlittschuhen von einem Gleitschirm (über den Lac de Joux im schweizer Jura) ziehen zu lassen, etc.

Oder aber man läßt sich durch Schnee und Eis fahren, sei es mit einem Hunde-/ Inuitschlitten oder ist Gast auf einem Eisbrecher. Beides habe ich schon ausprobiert und würde es jederzeit wieder tun. Klares Eis ohne Unebenheiten entsteht übrigens nur dann, wenn Eis ohne Windeinfluß langsam, gleichmäßig und bei nachhaltiger Kälte zufriert. Vorsicht also, wenn auf dem zugefroren See eine dünne Schneeschicht liegt, dann wird das „glatte Parkett“ schnell zur Stolperfalle, weil man Risse oder an der Oberfläche eingefrorene Blätter und Ästchen schlecht sieht. Zudem versteht es sich, daß man winterliche Seen nur nach offizieller Freigabe der Behörden betritt. Sehr schön ist es  auch die zugefrorenen Schloßkanäle von Nymphenburg oder Schleißheim in München zu befahren. Die Kulisse ist einfach grandios und es gibt vor Ort sogar einen Leihservice.

Ich liebe das Knacken des Eises, wenn Eisbrecher wie die „Sampo“ oder die „Kontio“ mit dem Bug das finnische Packeis aufbrechen. Auch das dumpfe kraftvolle Rollen der Schrauben ist dann deutlich zu hören und trotz langsamer Fahrt ein permanentes Vibrieren zu spüren. Bei einer gefrorenen Wasseroberfläche bleiben einem Seegang und  Seekrankheit natürlich erspart.

Ich jedenfalls könnte stundenlang zusehen, wie sich um das Schiff herum immer wieder Eisspalten auftun und sich am Heck – je nach Stärke des Eisgangs – wieder schließen.

Im Programm enthalten ist meist auch ein Eis-Bad, genauer gesagt eine Schwimmprobe im roten Survival-Anzug (sie halten erstaunlich warm und trocken).  Rundherum Eis zum Anfassen, ein Mega-Spaß, den man sich gönnen sollte. Aufgrund der Übergröße des wasserdichten Anzuges kommt so viel Luft zum Tragen, daß dies auch für Nicht-Schwimmen geeignet ist. Leider hat auch dieses Vergnügen seinen Preis und kostet – ohne Anreise – ca. EURO 400.- pro Person.

Und schließlich kann man sich auch noch per „Taxi-Bob“ den Eiskanal herunterfahren lassen (Kosten  zirka EURO 100.-). Fast alle Bobbahn-Betreiber bieten dieses Abenteuer mit erfahrenen Piloten an den Zugseilen inzwischen an (z.B. in Berchtesgarden). Ich selbst bin einmal in Sigulda/ Lettland eingestiegen. Selten war ich von einer körperlichen Erfahrung so überrascht, aber hier werden bei ca. 80-100 Stundenkilometern 60 Sekunden zu einer Ewigkeit. Trotz Position zwei im Vierer ist der Windschatten gering und sind die Fliehkräfte in den Kurven gewaltig. Gott sei Dank gab es zusätzlich zum Helm einen Schutzkäfig über den Sitzplätzen, so daß Kopf/ Halswirbelsäule nicht übermäßig hin und her geschlagen wurde. Wer einmal mitgefahren ist, weiß wovon ich rede.

Der Vorteil dieses Rutschvergnügens: die Bobbahnen werden per Kühlmittelröhren unter-/ innerhalb der Bettonpiste gekühlt wie eine Kunsteisbahn und sind daher – auch wenn die Kälte mal ausbliebt – ein wahres Wintervergnügen.

Dies war ein kleiner Ausflug auf das „glatte Parkett“ … wählen Sie einfach selbst …. und wenn nicht jetzt, dann im nächsten Jahr. Gerade in Virus-Zeiten gilt der Aufenthalt im Freien als wenig risikoreich.

Petra
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