Sie essen gerne Fisch und mögen außergewöhnliche Orte? Dann dürften sogenannte Unterwasser-Restaurants IN POST-CORONA-ZEITEN genau Ihrem Geschmack entsprechen. Und keine Sorge: Taucherbrille und Neoprenanzug benötigt man dafür nicht (obwohl diese Requisiten sich ja gerade als Corona-Schutz empfehlen). Alle im folgenden genannten Unterwasser-Restaurants sind über separate Eingänge erreichbar und von besonderer Architektur.

Grundsätzlich ist die Atmosphäre so, als säße man in einem Aquarium – links, rechts und über einem der Ozean, unter einem der Meeresgrund. Umgeben von Fischschwärmen und Korallen bieten Unterwasser-Restaurants die Möglichkeit, maritime Köstlichkeiten in passender Kulisse zu genießen. Hier drei Beispiele:

An der Südküste Norwegens nahe Kristiansand wurde im April 2019 Europas erstes Unterwasser-Restaurant eröffnet. Im „UNDER“ (auf Deutsch: Wunder) bekommt Gerichte serviert, die normalerweise nicht auf der Speisekarte stehen. https://www.under.no/

Wenn man hier zur Arbeit oder als Gast zum Essen geht, muss man eine lange, hölzerne Treppe hinabsteigen. Das Restaurant liegt mehr als fünf Meter unter dem Meeresspiegel; Küchenchef ist hier ein Däne.

Das Gebäude sieht ein bisschen aus wie ein Schuhkarton aus Beton, der ins Rutschen geraten ist. Der Korpus ragt nur mit einem Ende aus dem Wasser. Hier befindet sich der mit Holz verkleidete Eingangsbereich. Die lange Treppe aus heimischer Eiche führt dann hinunter in den Speiseraum, der sich über die volle Breite mit einem Fenster zum Meer öffnet. Der Raum ist von dem blau-grünen Licht der See getränkt.

Die größte Herausforderung sei laut Architekt Kjetil Trædal Thorsen das Fundament gewesen. Normalerweise müsse das eine schwere Last tragen, aber hier unter Wasser wirkt die Schwerkraft in die andere Richtung. D. h. das Gebäude will eher nach oben treiben, deshalb ist es am Boden befestigt.

Im Gegensatz zu anderen Unterwasserrestaurants sind hier in Lindesnes auch die Funktionsräume wie die Küche, das Weinlager und die Toiletten unter dem Meeresspiegel.

Das fast 40 Quadratmeter große Fenster zum Meer ist wie eine Bühne. Hier kann man  Fische, Krebse, Muscheln, Algen und tauchende Eiderenten sehen. Die Außenhaut des Gebäudes sei so gestaltet, dass sich Schnecken und Muscheln dort festsetzen. Ein Meeresbiologe wacht darüber, dass die Lebenswelt unter Wasser so wenig wie möglich Schaden nimmt. Zudem geht Koch Nicolai einmal in der Woche mit wasserfester Anglerhose in seinen „Meeresgarten“ zum Ernten. Denn „Fingertang“ (schmeckt ein wenig nach Lakritz) und „Algen“ sind ein wichtiger Bestandteil der Gerichte und Menüs. Dann werden die „Grünen Lappen“ zu Käse und Stockbrot serviert; selbst Marmelade wird daraus gemacht.

Aus der Küche kommen aber noch weitere „seltene Schätze“ wie Springkrebse, Napfschnecken oder den Rogen vom Lengfisch, Dinge, die normalerweise zurück in’s Meer geworfen werden.

Das 18-Gänge Menü mit dem Napfschneckenparfait als Vorspeise hat freilich seinen Preis. Ohne Wein muss man rund 230 Euro pro Person dafür zahlen. Doch das schreckt die Gäste offensichtlich nicht ab und das „Under“ ist meist auf Wochen ausgebucht.

Eine weitere Variante bietet z.B. das „ITHAA“ (dt. Perlmutt) auf dem Ari-Atoll der Malediven, dem seinerzeit ersten Unterwasser-Restaurant der Welt – etwa fünf Meter unter der Wasseroberfläche. Von einer verglasten Plattform aus geht es über eine Wendeltreppe unter Wasser ins Restaurant. Das außergewöhnliche Restaurant ist nur neun Meter lang, fünf Meter breit und verfügt über 14 Plätze. 175 Tonnen wog das Stahlkonstrukt, als man es zu Wasser ließ.  Dank des bogenförmigen Plexiglasdachs erhalten die Besucher hier einen unglaublichen Panoramablick auf die Lebewesen des Indischen Ozeans; will heißen: auf bunte Fische. Tägliche Fischfütterungen sorgen dafür, dass sich die Fische zahlreich in unmittelbarer Nähe des Restaurants tummeln.

Das einzigartige Mittendrin-Gefühl hat jedoch ebenfalls seinen Preis: durchschnittlich ca. EURO 250.- für das Menue.

Mit kleinen Abstrichen geht es preislich aber auch anders:  Weltweit gibt es bisher nur wenige Unterwasser-Restaurants, die auch tatsächlich unter der Wasseroberfläche (im Meer) liegen. Vermehrt existieren jedoch sogenannte „Aquarium-Lokale“, in denen man auf die Fische blickt, wie z.B. das „LA MER“ in Neuwied (Rheinland-Pfalz, Nähe Koblenz) das ich kürzlich besucht habe. https://www.restaurant-lamer.de/

Von außen sieht es zunächst unscheinbar aus, innen aber ist alles in blaues Licht getaucht und die Wände sind einer Grotte nachgebildet. Es stehen 15 Tische zur Auswahl, wobei die fünf an der großen Frontscheibe (unterteilt in 3 Fenster zu je 9 Quadratmeter) natürlich am begehrtesten sind. Hier scheinen einem die vorbeigleitenden Fische fast zu streicheln. Und manche der teils recht großen Exemplare (bis zu 60 Zentimetern) scheinen im „Standmodus“ einen regerecht interessierten Blick auf die Gäste zu werfen. Darunter z.B. zitronengelbe und blaue Doktorfische, Zebrafische, graue Einhornfische, Feuerfische, usw.

Auch hier steht auf der Speisekarte überwiegend Fisch. Von Vorspeisen wie Garnelen und Jakobsmuscheln über Räucherlachssuppe, tastet sich der Gast langsam zu Hauptspeisen wie Papageifisch oder Skrei (Kabeljau) vor. Um das salzige Menü abzurunden, fällt das Dessert süß aus: Champagner-Creme, Creme Brulee oder Frucht Sorbets finden sich auf der wechselnden Speisekarte. Wer nicht zu denjenigen zählt die gerne Fisch essen, bekommt aber auch Alternativen geboten. Für Vegetarier gibt es beispielweise mediterranes Gemüse. Fleischliebhaber können selbiges in Kombination mit ihrem Rinderfilet genießen.  Alles raffiniert präsentiert.

Auch hier sind die Preise gehoben, liegen aber bei weitem unter den zuvor genannten Gourmet-Tempeln. Das Papageifisch-Filet auf Süßkartoffelschaum mit Zitronengras liegt bei etwa EURO 25.-, meine fünferlei Köstlichkeiten aus Salz- und Süßwasser (als Vorspeise) bei EURO 15.- Dabei mag man gar nicht aufhören kann, den fast meditativ wirkenden Zug der Fische zu beobachten und die Zeit vergeht wie im Flug. Dazu abschließend noch zwei Tipps:

Am besten einen Platz nahe des Wracks buchen, da fühlt man sich nicht nur wie „Captain Nemo“, sondern sieht auch die meisten Fische.

Zu besonderen Anlässen – z.B. einer Unterwasser-Hochzeit – kann man sich hier auch in’s Wasser begeben. D.h. nach einem Atemzug aus der Sauerstofflasche ein „sprudelndes Ja“ nicken und den Gästen von drinnen zu winken. Das wär‘ doch mal was, oder? …. in jedem Fall eine gesunde Alternative für Feiern in Corona-Zeiten.

Weitere Kontaktadressen:

– „Ithaa“, Malediven
– „Al Mahara“, Dubai
– „Poseidon Undersea Resort“, Fidschi
– „Cargo Hold Restaurant“, Durban (Südafrika)

Petra
Autor

Write A Comment