In dem kleinen Wortspiel steckt allerdings viel Wahrheit, denn der ZACO ist ein wendiger, robuster Robo-Sauger. Man könnte auch sagen ein „stylischer Bodenflitzer“, der einem so manche Arbeit abnimmt. Schließlich steht alsbald ja auch wieder der Frühjahrsputz an.  Aber der Reihe nach, denn dieses Mal bin ich auf Umwegen und andere Art zur Produkttesterin geworden.

Anfang März. Es ist 05.30 Uhr und ich bin bereits auf dem Weg nach Köln zu einem Imagefilm-Dreh der Firma Robovox. Das 10-köpfige Aufnahme-Team von ZOOM-Entertainment steht bei meiner Ankunft schon bereit  und hat am Tag zuvor bereits die entsprechenden Komparsen-Sequenzen abgedreht.

Eigentlich müßte der Titel eher „in kitchen possible“ heißen, denn der Drehort ist ein TV-Küchenstudio, wo ansonsten  die diversen Kochsendungen des WDR und die Werbespots diverser Supermarktketten produziert werden. Für mich heißt es heute mit meinem Film-Partner ein leckeres Abendessen zu zaubern und  gleichzeitig den Haushalt zu erledigen.

Zunächst gilt es natürlich Kleidung (Orange ist Trumpf) und Frisur abzustimmen und ein TV-taugliches Makeup zu erhalten. Nach einer längeren Anreise gebe ich mich immer gerne in die Hände einer Visagistin, da man dabei herrlich runterkommen und sich auf die Spielszenen einstimmen kann.

Im Studio wird derweil zwischen Schienen, Kameras, Leuchtstrahlern, Stellagen und Requisiten schon hin und her gewuselt. Aber alles ist top organisiert und im Zeitplan; auch das Catering steht im Nebenraum schon parat. Mit ZOOM-Entertainment habe ich zuvor schon zweimal gearbeitet und weiß die konstruktive, motivierende Drehatmosphäre sehr zu schätzen.  Regisseur Ivan S. weiß genau, was er will und hatte mir zuvor auch das Story-Board geschickt. Kleine Abweichungen sind natürlich immer drin, vor allem, wenn sich aus der Spielsituation heraus kreative Momente ergeben.

Immer wieder erklingt „Achtung Probe“, wird die Szene durchgespielt und gleichzeitig am Monitor kontrolliert. Dann die Worte „Ruhe bitte, Aufnahme … Kamera ab, Kamera läuft … bitte … So sind nach und nach längere und kürzere Szenen zu absolvieren, insgesamt zwölf Stück über acht Stunden. Der Clou aber ist, daß ich nicht zu Fuß unterwegs bin, sondern auf einem Rollbrett stehe und hin und her gerollt bzw. manuell bewegt werde. So kommt mehr Dynamik in’s Bild und der Werbeclip erhält einen ganz eigenen Touch.

Will heißen: der junge Mann, der den auf Schienen gelagerten Rollwagen über jeweils drei Meter vor und zurück schiebt, muß sich dabei immer am Boden entlang tasten, um nicht im Bild zu sein, etc.

Bemerkenswert ist ferner die Hochglanzarbeit am Set. D.h. für jedes „Take“ muß z.B. wieder das Öl aus der Pfanne gewischt, das Wasser im Topf neuerlich zum Kochen gebracht, das platzierte Gemüse neu in’s Schärfefeld der Kamera gerückt werden und manchmal sind auch einzelne Basilikumblättchen mit der Schere in Form zu schneiden. Zusätzlich müssen trotz umfänglicher Beleuchtung noch an einigen Stellen Minilichtquellen positioniert werden, um auf die Paprikastückchen oder das Messer extra Glanz zu bringen.

Ich sause also in unterschiedlichen Geschwindigkeiten hinter “meinem Mann“ mehrfach von links nach rechts, greife und reiche ihm schwungvoll  diverse Gemüsezutaten  und besorge gleichzeitig wieselflink den Haushalt. Wie das Reinigen des Bodens funktioniert, wird man laut Drehbuch erst ansichtig, wenn der Kameraschwenk auf die Füße gerichtet wird. Denn da stehe ich zusätzlich auf einem kleinen Drehteller bzw. meinem ZACO (Durchmesser ca. 40 Zentimeter) und auch „mein Mann“ wird erst dann schmunzelnd dem genialen Helferlein gewahr. Ja, so ideenreich kennt er „seine Frau“ und schätzt sie dafür. Mal Lust reinzuschauen und live am Set dabei zu sein?

Auch bei den Aufnahmen in Richtung Fußboden wird erst jeder Fusel weggeblasen, mit Fingerspitzengefühl  jedes Fleckchen entfernt und jeder meiner Schuhe mehrfach gebürstet.

Nun aber gilt es die Kernszene zu bewältigen, die einem kleinen „Stunt“ gleich kommt, d.h. auf dem sich vorwärts bewegenden Robosauger stehend zu balancieren. Das Teil kann so einiges ab, aber 60 Kilogramm müssen doch etwas kompensiert werden. Das geht nur, in dem ich mich währenddessen mit dem Oberkörper zusätzlich auf eine Eisenstange stütze, die von zwei Helfern gehalten wird. Die armen Jungs!   Ein kleiner Ruck und ein kleiner Vorschub mit der Hüfte und schon setzt sich das elegante Teil mit mir in Bewegung. Das Team war sich zunächst nicht sicher, ob dieser Part klappen würde und freut sich nun umso mehr über die gelungene Umsetzung. Damit fällt die Spannung endgültig ab und der Spaß an der Sache tritt in den Vordergrund. Hier ein kurzer Clip davon:   https://www.youtube.com/watch?v=pYusi4BPOVA

Lachen ist am Set ausdrücklich erlaubt und auch so manche Frotzelei oder coole Spruch macht die Runde. Gute Stimmung ist unerläßlich, denn allein die Umbauarbeiten zwischen den Szenen sind für die Mitarbeiter anstrengend und erfordern hohe  Aufmerksamkeit. Da wird geschraubt, gedreht, geschleppt und teils kräftig improvisiert.

Kommt irgendwann der Satz: „Ja, das war schon recht gut “ klingt das zwar verheißungvoll, bedeuted aber, daß noch einiges zu optimieren ist. Wie oft eine Szene wiederholt wird, ist unterschiedlich; je nachdem, wie schnell das angestrebte Idealbild erreicht wird. Manchmal sind es 10-12 Wiederholungen, manchmal nur 3-4.  Darüber entscheidet letztlich der Auftraggeber, der ebenfalls vor einem Monitor sitzt und sich gemeinsam mit Regisseur Ivan und Kameramann Leif unmittelbar über die beste Aufnahmesequenz verständigt und diese abschließend markiert.

Der endgültige Schnitt und die perfekte Vertonung werden natürlich erst in den Tagen/ Wochen danach realisiert. Wie viel Zeit dafür noch aufgewendet werden muß, will ich gar nicht wissen; sicher einige Tage. Benötige ich doch allein für jeden Blog-Artikel  – samt Fotos und Übersetzung  – durchschnittlich 10-12 Stunden.

Langsam machen sich leichte Kopfschmerzen breit, aber immer lächeln und konzentriert bleiben. Gegen 17.45 Uhr heißt es dann: „Schlußklappe – danke, damit ist der Dreh beendet; ihr wart alle großartig, gerne wieder“ und alle Beteiligten beklatschen sich wie üblich gegenseitig – ein bißchen wie im Urlaubsflieger nach einer extra-sanften Landung.

Aus dem Nebenraum riecht es inzwischen verführerisch nach frischem Apfelkuchen den Assistentin Romy noch schnell gebacken hat. „Da muß man Allrounder sein“, sagt sie lächelnd. Das ist alles nicht selbstverständlich, denn es gibt in dieser Branche auch Leute, die es nicht für nötig halten Absprachen einzuhalten oder mit Anstand zu kommunizieren.

Auch Visagistin Simone hat ihre Utensilien flugs zusammengepackt. Während der gesamten Zeit stand sie stets bereit, um noch einmal das Gesicht abzupudern, Haarsträhnen wieder festzustecken, Schweißpads zu erneuern  oder hochgekrempelte Hemdsärmel zu fixieren. Auch ihr gilt selbstverständlich unser aller Dank.

Bliebe noch Vieles zu sagen und bei nächster Gelegenheit einen näheren Blick auf den Hauptdarsteller, den ZACO zu werfen. Er ist ein echter „Tausendsassa“, der läuft und läuft …

DEN LINK ZUM FERTIGEN FILM gibt’s DEMNÄCHST nach Veröffenlichung bzw.  Freigabe!

Petra
Autor

Write A Comment