Noch lähmt die Corona-Krise jegliches ungehindertes Reisevergnügen, aber träumen und vor allem für die Zukunft planen ist ja erlaubt.

Gerade die schwedische Hauptstadt STOCKHOLM lässt sich ganz hervorragend zu Fuß oder vom Wasser aus erkunden. Wer die Stadt von oben kennen lernen möchte, kann Fahrten in einem Ballon buchen oder auf eine besondere Tour mit Nervenkitzel gehen. Zumindest für diejenigen die schwindelfrei sind, werden nämlich Wanderungen über Stockholms Dächer angeboten. Dabei handelt es sich aber keineswegs um halsbrecherische Touren. Im Gegenteil, die Teilnehmer klettern gut gesichert mit Gurten, Seilen und

Kletterhelmen. Die einzelnen Teilnehmergruppen sind klein (maximal 10 Personen) und werden von erfahrenen Begleitern mit fundierten Ortskenntnissen geführt. Die Dachwanderung verbindet also historisch vielfältige Informationen mit herrlichen Aussichten, die man auf andere Weise nie erleben könnte. Man fühlt sich dabei ein bißchen wie der gewitzte „Karlsson auf dem Dach“ von Astrid Lindgren. Jede Tour dauert etwa 1,5 Stunden und beginnt auf dem Dach des alten Parlamentsgebäudes auf der Insel Riddarsholmen, unmittelbar angrenzend an die Stockholmer Altstadt „Gamla Stan“. Alpinistische Fähigkeiten braucht man zur erfolgreichen Absolvierung der Dachwanderung wie gesagt nicht (findet nur bei gutem Wetter statt), etwas sportliche Kondition und das Tragen von Turnschuhen oder festen Sneakers reicht aus.

Diese Tour erfreut sich einer regen Nachfrage und sollte daher rechtzeitig gebucht werden. Wann trifft man schon mal einen Schornsteinfeger bei der Arbeit oder kann Dachdeckern bei der Arbeit zusehen?  https://takvandring.com/de/buchen-dachwanderung/dachwanderung-stockholm/or

Über den Dächern von PARIS –  Die Stadt der Liebe von oben erleben!  Paris hat unter den vielen europäischen Metropolen mit Sicherheit eine der schönsten Silhouetten. Das liegt  nicht nur an den Hochhäusern von La Défense, der Kuppel des Invalidendomes und an Montmartre.  Die klassische Variante für einen Blick über Paris ist und bleibt der Eiffel-Turm (300 m hoch). Erst im Herbst 2019 habe ich diesen zuletzt genossen. Ich liebe die Aussicht in Richtung Trocadero, aber auch über das Marsfeld bis zur Militärakademie in entgegengesetzter Richtung. Nähere Informationen findet man unter www.toureiffel.paris. Für alle, die über den Dächern von Paris stehen wollen, aber die langen Schlangen vor dem Eiffel-Turm abschrecken, gibt es mindestens drei weitere Möglichkeiten:

Erste Alternative ist der Tour Montparnasse ( 210 m hoch).  Von diesem Hochhaus hat man ebenfalls eine 360° Rundumsicht auf Paris. Mit dem Fahrstuhl gelangt man bis in den 56. Stock. Die letzten Stufen zur Aussichtsterrasse legt man zu Fuß zurückgelegt. Der Eintritt beträgt aktuell ca. 17 €uro.

Einen weiteren sehr schönen Blick über die Dächer von Paris hat man von der Terrasse  der Galeries Lafayette am Blvd. Haussmann.  Wenn man es also an den verführerischen Auslagen mit den Luxusartikeln in den unteren Etagen vorbei geschafft hat, fährt man mit einem der historischen Aufzüge oder per Rolltreppe in den obersten Stock. Neben einem Cafe/ Bistro findet man dort auch die Treppe auf die Dachterrasse. Der tolle Ausblick ist gratis und außerdem hat man einen fantastischen Blick auf die Opéra Garnier schräg gegenüber.  Übrigens: schon vor 100 Jahren, im Januar 1919 landete ein Pilot namens Jules Vedrines als Werbe-Gag auf dem Dach des besagten Nobelkaufhauses. Dabei war die Terrasse damals nur knapp 30 Meter lang; ein Gedenkstein erinnert daran.

Für viele Paris-Besucher ein „Muss“ ist natürlich die „Besteigung“ des Montmatre. Von den Treppenstufen unterhalb der Kirche Sacré Coeur hat man den wohl bekanntesten und oft verfilmten Blick über die Stadt. Wer vom Aufstieg „fußlahm“ ist, kann ja mit der „Funiculaire“ (Bergbahn) den Berg wieder hinunter fahren; die Bergstation ist gleich unterhalb der Treppen von Sacré Coeur.

Ach ja, was nicht geht:  In vielen Reiseführern steht immer noch, dass man im Stadtteil La Défence auf das Dach des neuen Triumphbogens „Grande Arche“ gelangen kann. Dies ist definitiv schon länger nicht mehr möglich ist, d.h. die Dachterrasse ist nicht mehr für Besucher geöffnet!  Was aber geht, ist der Aufstieg auf den „alten“ Triumpfbogen auf der Champs Elysee (50 m hoch).

Man darf gespannt sein, ob und ggf. wie die „Grand Nation“ 2020 den National-Feiertag am 14. Juli feiert. Ohne das zwei-stündige Defilee auf der Champs (über vier Kilometer lang) eigentlich gar nicht vorstellbar. Dieses Jahr wollten wir dieses Spektakel einmal live erleben, aber ….

Ähnlich wie in Stockholm, kann man auch MÜNCHEN in sehr spezieller Art und Weise aus der Vogelperspektive entdecken. Die knapp 2-stündige Dachtour über das Olympiagelände ist einfach grandios. Auch hier wird durch zwei begleitende Führer das Anlegen des Klettergeschirrs genau kontrolliert und auch unterwegs immer nach dem Befinden gefragt. Nach mehrfachem Sichern und Entsichern während des Umlaufes sowie dem Auf- und Abstieg auf das schwingende Plexiglasdach mit Spinnennetzstruktur, fühlt mach sich frei wie ein Vogel und nimmt die Höhe nach kurzer Zeit kaum mehr war. Alles erscheint weit weg und auch das Olympia-Stadion unter uns wirkt eher klein. Die Träger-Pylone sind übrigens bis zu 80 Meter hoch. Das Zeltdach erstreckt sich insgesamt über rund 22.000 qm und besteht aus 6.800 einzeln geformten Plexigasplatten. Mehr unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Olympiadach

Wenn man Glück hat, kommt als Extra auch noch ein Zeppelin vorbei gefahren (nicht geflogen!).  Sein temporärer Startpunkt ist der Flughafen-Oberschleißheim. Wer also mal Lust auf was Anderes hat:  der Weg nach oben lohnt sich immer. Ausgangspunkt für die Dachtour ist übrigens der Kasseneingang am Coubertin-Platz. Wer möchte, kann auch per Seilrutsche (Tyrolia) über die Anlage schweben.  Link: https://www.olympiapark.de

Fliegen, träumen, den Wind spüren …. dem Himmel so nah.

Petra
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