Muß man eine Entscheidung treffen ohne positive Lösung, hört man oft den Spruch:  Er/ sie hat die Wahl zwischen Pest und Cholera.

Betrachtet man die Historie, treten Pest und Grippe-Epidemien immer wieder auf.  Erste Aufzeichnungen darüber beginnen bereits um 170 nach Christus. Dabei sehen die „Eindringlinge“ unter dem Mikroskop wie unterschiedlich genoppte Flauschbällchen aus.

Von links nach rechts: Pestvirus, Spanische Grippe, Schweine-Grippe (H1N1), Ebola Virus, HIV-Virus, Cholera-Erreger

Natürlich waren diese Ausbrüche Jahrhunderte lang eher kontinental/ regional geprägt, da es bis in’s 19. Jahrhundert allenfalls überschaubare Handels- und keine Touristenströme gab – geschweige denn eine umfängliche Globalisierung. Denn betrachtet man die Zeitabstände, gelangen immer mehr „ungebetene Krankheiten“, immer schneller und häufiger zu uns.

Für uns Europäer scheint dies der Preis (ungehemmter) Globalisierung, denn fast alle Seuchen treten in den Ursprungsgebieten (meist Afrika und Asien) aufgrund von Mangelhygiene bzw. Übervölkerung auf.  Auch im Falle von Corona. Denn nicht der Umstand, daß Fledermäuse oder Gürteltiere diese für sie unschädlichen Viren im Körper tragen , sondern der Umstand, daß sie auf unsagbar dreckigen Märkten gehandelt und als Nahrungsmittel verkauft  werden.  Gefahr erkannt, Gefahr gebannt?  … folgt man den örtlichen chinesischen Berichten, offensichtlich nicht.

In den früheren Jahrhunderten wußte man nicht um die Ursachen der Erkrankungen, heute schon und trotzdem werden Warnsignale aus ökonomischen Gründen immer wieder ignoriert. Wohl in der Hoffnung, daß es schon gut gehen wird und es im Zweifelsfall nur die anderen trifft.

Dabei ist es nichts Außergewöhnliches, daß wir von Viren und Bakterien umgeben sind und nicht alle sind für die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen schädlich/ tödlich. So waren und sind die Ausrottung einiger Indianerstämme u.a. dadurch bedingt, daß europäische Einwanderer/ Eroberer  simple Grippe- und Schnupfenviren einschleppten. Auch die so eingeschleppten Pocken  hatte den amerikanischen Ureinwohnern im 16./ 18. Jahrhundert stark zugesetzt und ganze Reiche wurden darüber gestürzt.

Gerade die Pocken – ähnlich Windpocken und Masern  – gelten bei der Ansteckung als äußerst aggressiv. Denn m.W. gehen die Virologen davon aus, daß ein Covid-Patient durchschnittlich drei weitere Personen ansteckt, ein an Masern Erkrankter aber bis zu 13 (typische Kinderkrankheit mit Ausbreitung in den Schulen).

Relativ häufig vom „Schwarzen Tod“ in Europa betroffen, war m. W. die Wasser- und Handelsmetropole Venedig. Hier kennt man noch die oft als Karnevalsverkleidung getragene Schnabel-Maske. Sie war ursprünglich der  erste Versuch der Mediziner sich vor Ansteckung zu schützen, da man in den „Nasenschnabel“ zur Abwehr Kampfertücher und dergleichen steckte. https://de.wikipedia.org/wiki/Pest

Da das Wissen um mögliche Behandlungsmethoden lange Zeit gegen Null ging, waren auch die Opferzahlen entsprechend hoch, sprich die Genesung fast Glücksache.

Hier ein zeitlicher Überblick mit Opferangaben:

JAHR/ ZEITRAUM            KRANKHEIT/ TOTE

  • 165 – 180                    Antoninische Pest /       005 Mio
  • 540 – 542                   Justinianische Pest/      40 Mio              
  • 735 – 737                    Japanische Pocken/       001 Mio
  • 1347-1351                   Pest- Schwarzer Tod/ 200 Mio
  • 1520-1521                   Pocken/                            056 Mio
  • 1600-1700                  diverse Plagen/             004 Mio
  • 1817-1923                    Cholera/                           001 Mio
  • 1855-1856                  Vierte Pest-Epidemie/ 012 Mio
  • 1889-1919                   Russische Grippe/        001 Mio
  • 1918-1919                   Spanische Grippe/       045 Mio
  • 1957-1958                  Asiatische Grippe/         001 Mio
  • 1968-1970                  Hongkong Grippe/        001 Mio
  • 1981 bis heute           HIV – Aids/                    030 Mio
  • 2009-2010                Schweine Grippe/       0,200 Mio
  • 2014-2016                 SARS – Ebola/              0,011  Mio
  • 2019 bis heute         Corona – Covid-19/    0,252 Mio

Die Frage, ob, wann und wie die Corona-Grippe gestoppt und wieder ausgerottet werden kann, ist nur eine Seite des Problems. Vielmehr werden weitere – gemäß Forschern mindestens ebenso tödliche  Viren – den Weg nach Europa finden, wenn die Ursachen nicht beseitigt werden und die Menschheit bei steigender Bevölkerungszahl unabdingbar in die letzten Winkel der Erde vordringt. Die Natur weiß sich offensichtlich zu wehren (!)

Der Blick auf die Corona-Ausbreitungsströme zeigt: Die Drehkreuzfunktion und Stärke von Europa, ist im Falle einer Pandemie zugleich sein Pech und hoffentlich nicht der Untergang der freien, unbefangenen Welt.

Der Glaube an Impfstoffe und andere Medikamente sind im Akutfall stets eine Illusion, da sie immer erst erforscht, an mutierte Viren angepaßt, getestet und ausreichend produziert werden müssen. Und die Lösung dafür liegt NICHT im dauerhaften Tragen von Gummihandschuhen, Mundschutz, Verfolgungs-Apps, Social Distance-Kontrolle, Homeoffice und Schul-Abstinenz.

Zwar gilt der Zeitfaktor als das wirksamste Mittel bei der Steuerung einer Gesundheitskrise, er ist aber kein Element zur Beherrschung und erlaubt somit keine Vorhersage des Endes. D.h. es werden so allenfalls Tendenzen hinsichtlich des Durchseuchungsgrades in der Bevölkerung.

Dabei wage ich schon heute die Prognose, daß es beim nächsten Mal keinen „Shutdown“ geben; und das nicht, weil wir nun besser auf Krisensituationen vorbereitet sind. Da gewinnt für mich der Parallel-Begriff „Influenza“ im Sinne von „Beeinflussung“ eine ganz neue,  doppelte Bedeutung.

Die oft mit Epidemien/ Pandemien in Verbindung stehenden Kriege galten schon immer als „Hygiene der Menschheit“. Charles de Gaulle soll einmal gesagt haben: „Die Friedhöfe sind voll von unentbehrlichen Männern“.  Traurig, aber in vielerlei Hinsicht wahr ….

Petra
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