Was haben Lenin, Dschingis Khan, Nina Hagen und ich gemeinsam?  Die Liebe zum SANDDORN.

Sobald ich an der Nordsee- oder Ostseeküste bin, genieße ich ihn in jeglicher Form: sei es als Marmelade/ Gelee, Saft, Bonbon, Fruchtgummi, Sirup, Tee, Milchshake, Kuchen und am besten Sanddornlikör zum Eis.

Hier ein paar interessante Informationen über die sauren, orange-roten Beeren aus dem hohen Norden:

  • Seine ursprüngliche Heimat ist der eurasische Raum. Daher wußte schon der Orient um die heilenden Kräfte der kleinen Beere, denn angeblich hatten schon Dschingis Khan und seine Mannen auf ihren Eroberungszügen stets ein Fläschchen Sanddornöl dabeizur Stärkung des Immunsystems sowie als Heilmittel bei Wunden und Verdauungsproblemen.
  • Der Vitamin-C-Gehalt des Sanddorns ist enorm: Je nach Sorte variiert er zwischen 200 und 900 mg pro 100 g Fruchtfleisch. Zitronen oder Orangen kommen nur auf 50 mg pro 100 g. Desweiteren wurden zehn Vitamine, darunter der wichtige Vitamin A‑C-E-Komplex nachgewiesen.
  • Der Sanddorn galt daher schon immer als Zitrus- bzw. Südfuchtersatz. Lenin höchstpersönlich soll sich 1920 per Dekret für die kleinen Vitaminbomben eingesetzt haben. Seit dem gilt in Rußland Nowosibirsk als Sanddornstadt.
  • Auf die Erfahrungen der Sowjetunion mit Sanddorn griff man natürlich auch gerne in der DDR zurück, d.h. in Ergänzung zu den wilden Hecken am Meer wurden auch Sanddornplantagen angelegt (z.B. rund um Ludwigslust). Nicht umsonst hatte seinerzeit Nina Hagen die stachligen Früchtchen am Strand von Hiddensee besungen. In der Tat sieht es phantastisch aus, wenn die dicht hängenden Beeren ab Juli/ August vor der tiefblauen Ostsee leuchten.

Besonders viel Sanddorn findet man z.B. auf Fehmarn, der Ostsee-Insel Rügen und dem Darß, aber auch auf der Nordsee-Insel Juist.

  • Wenn die Holländer ihn weniger schmeichelhaft als „Scheißbeeren“ bezeichnen, ist dies nicht negativ gemeint, sondern zielt auf die Abführwirkung der Frucht ab.
  • Wer seinen eigenen Sanddorn in den Garten pflanzen möchte, wählt die SorteFriesdorfer Orange“. Diese wird nicht ganz so hoch wie herkömmliche Sorten und ist selbstfruchtend.

Nicht ohne Grund trägt der Sanddorn den Stachel im Namen: Bei der Ernte empfiehlt es sich nämlich neben der Gartenschere auch anständige Handschuhe zu benutzen. Da die Beeren fest am Zweig sitzen, oft zwischen spitzen Dornen, und bei Berührung auch schnell aufplatzen, frieren Profis die Zweige nach der Ernte erst ein. Danach lassen sich die Beeren leicht abschlagen und aufsammeln.

  • Mit seinem hohen Gehalt an Cholin wirkt Sanddorn gegen Fetteinlagerungen.
  • Interessant für Vegetarier und Veganer: Sanddornsaft enthält Vitamin B12, das sonst vorwiegend in tierischen Produkten vorkommt.
  • Das Kernöl des Sanddorns hilft bei trockener, irritierter und juckender Haut. Sanddorn wirkt auch bei Zahnfleischentzündungen. Auf Wunden wirkt ein Brei aus zerdrückten Sanddornbeeren blutstillend und heilend.
  • Sanddorn wirkt auch gegen Heiserkeit (habe ich aber noch nicht ausprobiert): Ein paar Beeren mit heißem Wasser übergießen, etwas stehen lassen, dann abseihen und damit gurgeln.

Sehr lecker ist auch Sanddorntee mit Ingwer und Zimt.

Ob die regelmäßige Anwendung von Sanddorn tatsächlich ausgeglichen, lebensfroh und zufrieden macht – wie Esoteriker glauben – mag jeder selbst herausfinden. Ich finde ihn einfach erfrischend und lecker … sauer macht lustig!

Hier noch ein paar TIPPS:

  • Ich liebe harte grüne Äpfel und saures Obst, aber der pure Sanddornsaft ist nicht nur dünn, sondern auch extrem sauer. Es gibt aber auch eine etwas dickere, nicht so saure Variante von pfirsich-ähnlicher samtiger Konsistenz. Am besten sich vorab vergewissern.
  • Für meinen Lieblingsmilchshake mixe ich Sanddorn mit Karotte und Aprikose. Gut schmeckt er auch mit Orange und Banane.
  • Sanddornmus am besten mit Apfelmus mischen.
  • Auch das Gelee schmeckt am besten in Mischung mit etwas Birnen/ Apfelsaft. Die Beeren saften ist etwas aufwendig, aber das Gelee-Rezept ist einfach: 500 g Sanddornbeeren und 800 g Gelierzucker, also im Verhältnis 2:1 (ggf. etwas Wasser dazugeben) bis zum andicken langsam einkochen lassen.

 

 

Petra
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