So einige in Amerika heute berühmte Namen haben deutsche Vorfahren und in den USA Karriere gemacht. Allen bekannt natürlich Donald Trump, der aus dem Dörfchen Kallstadt in der Pfalz stammt, sowie die Ketchup-Dynastie Heinz, deren Wurzeln ebenfalls dort liegen. https://de.wikipedia.org/wiki/H._J._Heinz_Company

Aber wußten Sie, daß selbst der erste Bodybuilder und Personal-Trainer New Yorks aus Karlsruhe stammte und ein gewisser LUDWIG DURLACHER (geb. 1844/ gest. 1924) war? Ludwig Durlacher, der sich auch „Professor Attila“ (ob nach Attila, dem sagenhaft starken Hunnen-König ist nicht überliefert) nannte, war Visionär und zunächst Showman. Er schickte sich bereits um 1890 an, die Körper der High Society zu formen und war damit Wegbereiter in Sachen Kraftsport.

Ob es an der Erfindung der Glühbirne lag, daß sich die Schönen und Reichen nun in’s richtige Licht setzen wollten, dürfte Spekulation sein. In seiner Jugend galten „die starken Männer“ noch als Zirkus- und Jahrmarktattraktionen, und so ließ auch er einige Zeit seine Muskeln vor Publikum spielen, sprengte Ketten und stemmte Gewichte. Selbst die englische Königin Viktoria soll ihn 1897 als Attraktion für eine Jubiläumsveranstaltung engagiert haben.

Ende der 1890-iger Jahre siedelte er schließlich in die USA über und gründete in New York ein „Gymnastikstudio“ bzw. eine Schule für Körperkultur – The School of Physical Culture. Der Zulauf war offensichtlich enorm und schon bald eröffnete er weitere „Fitness-Studios“ in Chicago und Detroit, etc. Durlacher verstand wohl schon damals die Prinzipien des Muskelaufbaus nach dem im Grunde immer noch aktuellen Schema. Warum sein Name in  Vergessenheit geriet, ist schwer zu sagen.  Wer mehr darüber wissen möchte, wird – wie immer – bei Wikipedia fündig: https://en.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Durlacher

In Folge machte ein gewisser EUGEN SANDOW (geb. 1867 im preußischen Königsberg/  heute Kaliningrad) eine ähnliche Karriere als internationaler Kraftathlet und verfeinerte den Fitnessgedanken maßgeblich um Eßgewohnheiten, Übungsliteratur und Trainingsgeräte.

In Brüssel nämlich hatte er die Akademie von Ludwig Durlacher besucht, wo man ihn ermutigte 1889 nach London zu reisen und an einem Wettbewerb teilzunehmen. Er gewann und schon bald war er für unglaubliche Kraftakte und ein imposantes Muskelspiel bekannt. Der „Große Ziegfeld“ engagierte ihn schließlich für sage und schreibe US$ 1.000.- pro Woche für diverse Ausstellungen/ Shows. Sandow erschien sogar in einem Kurzfilm, einer der ersten kommerziellen Bewegtbilder-Ausgabe in der Geschichte war. Weiterhin verfasste er Büchern und arbeitete intensiv an der Ausrüstung zur Verbesserung der Übungen, d.h. er erfand mehrere Geräte wie Gummizüge zum Dehnen und Hanteln. 1901 organisierte Sandow in der Royal Albert Hall in London den ersten großen Bodybuilding-Wettbewerb der Welt. Die drei Richter des Wettbewerbs waren Sir Charles Lawes, Sir Arthur Conan Doyle und Eugen Sandow höchst selbst.

Sein perfekter Körperbau entsprach dabei dem griechischen Ideal von Statuen und Skulpturen, letztlich jenem Bild/ Proportionen, die wir heute „Modellathlethen“ nennen. Zu erreichen durch die heute noch gültigen Trainingskonzepte wie Wiederholungsaufbau, Gewichtsstaffelung, Regeneration durch Bäder, etc.  Deshalb gilt er als der „Vater des Bodybuildings“.  https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Sandow

Nicht vergessen werden sollte an dieser Stelle auch der besagte „TurnvaterFRIEDRICH LUDWIG JAHN aus Prignitz in Brandenburg (geb. 1778/ gest. 1852). https://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Ludwig_Jahn

Er (Pädagoge, nationalistischer Publizist und Politiker) initiierte die deutsche Turnbewegung, die mit der frühen Nationalbewegung verknüpft war, um die deutsche Jugend auf den Kampf gegen die napoleonische Besetzung vorzubereiten. Bereits 1811 eröffnete er den ersten öffentlichen Turnplatz Deutschlands in Berlin, d.h. eine Anlage auf der man Laufen, Werfen und Springen konnte. Ebenso standen den Sportlern dort Turngeräte wie Barren und Ringe bereit.

Von ihm stammt auch der bekannte Ausspruch: „Frisch, Fromm, Fröhlich, Frei“. Lange Zeit wurde das Turnen daher auch als Freikörperkutur bezeichnet. Heute würde man sagen: viel Bewegung an der frischen Luft ganz im Sinne von: „In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“.

Hinsichtlich der frühen Fitness-/ Gymnastikpioniere unter den Frauen, konnte ich nicht viel herausfinden. Wohl, weil Kraftdarbietungen bis in’s 20. Jahrhundert als unweiblich galten. Die Bekannteste unter den „trainingsfleissigen Anwenderinnen“ dürfte jedoch Kaiserin Elisabeth gewesen sein (1837 – 1898), die schon sehr früh und in jungen Jahren (zugunsten einer schmalen Tallie und möglicherweise auch Frustabbau) ein Klettergerüst und eine Reckstange für Klimmzüge im Wiener Palast anbringen ließ. Wie das Trainng genau ablief oder gar Bildmaterial von Sisi in Aktion (abgesehen von Reiterbildern), sind m.W. nicht überliefert. Eventuell gibt das Buch mit dem Titel „Kaiserin Elisabeths Fitness- und Diätprogramm“ nähere Hinweise dazu.

Der „sinkende Grundumsatz“ ist ein Phänomen, daß jeder spätestens ab dem Alter von 50 kennt. Nämlich dann, wenn Röcke und Hosen trotz gesunder Eßweise oder Kalorienachtsamkeit zu spannen beginnen und langsam die Tallie verschwindet. Ob die Aussage „Durch Fitness gewinnt die Frau Macht über ihren Körper“ Allgemeingültigkeit hat, muß jeder für selbst entscheiden. Darf man dem aktuellen Stand der Medizin  Glauben schenken, dürfte eine gewisse Kontrolle über Körpergewicht und Kondition zur Vermeidung diverser Begleiterkrankungen jedoch unstrittig vorteilhaft sein.

Ob mit oder ohne Sport – bleiben Sie gesund !

Petra
Autor

Write A Comment