Seit Jahrtausenden zieht Gold die Menschen magisch an, denn es steht für Wertigkeit, Reichtum und Schönheit. Fast alle Herrscher sendeten Armeen, Forscher und manchmal auch Piraten aus, um das wertvolle Edelmetall aufzuspüren oder zu erbeuten und so die Staatskasse zu füllen. Auch Heerscharen von privaten Glücksrittern zogen stets in die letzten unwirklichen Winkel dieser Erde, wenn es darum ging Gold und Diamanten zu finden.

Aber nicht nur in der Schmuck- und Designbranche spielt das – je nach Gehalt mal weißer, gelber oder rötlicher erscheinende – Material eine maßgebliche Rolle, sondern auch in der Mode kehrt der Trend zu Glanzeffekten stets auf’s Neue wieder.

Schon lange wollte ich daher mal einen Vergolderkurs machen, d.h. entweder Anleitung für das chemische Verfahren per Goldelektrolyt (= galvanisches Verfahren) oder das „Manuelle“ mit Blattgold erhalten.  https://de.wikipedia.org/wiki/Blattgold

Bei „Ideen mit Herz“ fand ich zufällig eine sichere und noch einfache Alternative: vergolden mit preiswertem Blattgold-Imitat. Diese Methode eignet sich zwar nicht für alle bzw. strapazierfähige Flächen wie Armaturen, Fliesen oder Schmuck, aber immerhin für viele Deko-Objekte wie Steine, Blätter, Früchte, Nüsse, Wandelemente, Bilderrahmen, Vasen, Schalen, Lampenfüsse, und vieles mehr. Vor allem kann man so auch ältere unansehnlich gewordene Stücke selbst restaurieren.

Also, … Lust Opa’s altes Hirschgeweih stylisch aufzupimpen? So wird’s gemacht:

Man benötigt dazu lediglich 1-2 Päckchen Blattgold(imitat), die sog. Anlegemilch, 2 feinhaarige Pinsel und den zu verzierenden Gegenstand, z.B. einen Glasteller. Einige Anbieter liefern gleich alles im Set (schon um die EURO 25.- zu haben).

SCHRITT 1:  Bestreichen Sie den zu verzierenden Untergrund (z.B. die Rückseite eines Glastellers) möglichst dünn mit Anlegemilch und lassen Sie den Auftrag etwa fünf bis zehn Minuten trocknen, bis die Oberfläche klebrig, aber nicht mehr feucht ist.

SCHRITT 2:  Die hauchdünnen Blattgoldbogen sind jeweils mit einem Schutzpapier auf der Oberfläche gestapelt. Nehmen Sie das Blattgold zunächst ganz vorsichtig aus der Verpackung, indem Sie diese leicht wölben und den gesamten Inhalt langsam herausheben/ -ziehen. Achten Sie dabei darauf, dass die Bogen nicht umknicken, damit das Blattgold nicht beschädigt wird. Manchmal sind auch Blattgoldrollen erhältlich.

SCHRITT 3:  Nun kann das Blattgold-Imitat aufgetragen werden. Entnehmen Sie dem Stapel einen Bogen und legen Sie ihn auf den vorbereiteten Untergrund.

SCHRITT 4:  Drücken Sie das Blattgold dann gleichmäßig auf. Verwenden Sie dazu unbedingt einen trockenen, sauberen und möglichst weichen Pinsel. Achten Sie darauf, dass der Pinsel dabei nicht mit der Anlegemilch in Berührung kommt. Wahlweise können Sie das Blattgold auch vorsichtig mit dem Finger andrücken.

SCHRITT 5:  Sollten noch kleine Lücken oder Risse zu sehen sein, können Sie diese einfach mit kleinen Blattgoldstücken bzw. Überlagerung schließen.

TIPP:  Das Blattgold-Imitat kann je nach Belieben auch auf andere stark haftende Untergründe wie Klebeband aufgetragen werden.

Das Abnehmen und Aufbringen der federleichten und hauchdünnen quadratischen Bögen ist nicht immer ganz einfach und man sollte tiefes Atmen oder gar Zugluft im Raum vermeiden, aber mit ein wenig Übung klappt es schließlich immer. Auf keinen Fall dürfen sich Reste der sog. Anlegemilch oder andere Schmutzpartikel an den Fingern befinden, denn sonst haften die Goldplättchen dort bevor sie an dem eigentlichen Ort platziert werden können und der Materialverbrauch steigt ungewollt immens an (eventuell dünne Handschuhe anziehen).

Ferner sollte man insbesondere bei runden Formen bereits vorab an die passende Halterung zum Rundumauftrag denken. Oft liebe ich es aber gerade nur einen Teil eines Gegenstandes zu bearbeiten/verzieren und lasse einen Teil bewußt roh bzw. ursprünglich.

Entscheidet man sich für Früchte, kommen m.E. nur Sorten mit harten Schalen in möglichst trockenem Zustand in Frage. Besonders schön finde ich z.B. die Form von Granatäpfeln und Struktur von Walnüssen.

Das Ganze funktioniert natürlich nicht nur mit Gold, sondern auch anderen geschlagenen Battmetallen, wie Silber oder Kupfer.

Mit dieser Methode und etwas Geschick läßt sich aber nicht nur die eigene Wohnung hochwertig neu gestalten, sondern lassen sich auch individuelle Geschenke zaubern. Und warum neben Anerkennung nicht auch mal die Lacher auf seiner Seite haben, in dem man dem Gastgeber anläßlich einer Einladung das „goldene Nudelholz“ oder den „goldenen Schraubenschlüssel“ überreicht. Zeigen Sie ein goldenes Händchen … viel Platz oder gar eine Werkstatt braucht man dafür jedenfalls nicht.

Übrigens kann man hauchdünne Blattgoldteilchen sogar ohne Bedenken essen. Bei einigen Onlineshops für Bäckereibedarf kann man das sog. Gourmet Blattgold schnell und preiswert bestellen. Also … Currywurst deluxe?  Ich benutze sie gerne als Highlight im Glas;  in Sekt oder Prosecco schimmern sie geradezu verführerisch … wenn es mal etwas besonderes zu feiern gibt !

Und wem das alles zu kompliziert ist, der kann in einigen Fällen auch Metallglanzlacke aus der Sprühdose verwenden. Dann allerdings gilt einmal mehr der Spruch: Es ist nicht alles Gold was glänzt !

Petra
Autor

Write A Comment