Zweite Welle, dritte Welle, Dauerwelle2020 etwas über Halloween zu schreiben, ist entweder zynisch oder genial, war doch das ganze Jahr aufgrund von Covid-19 ein Horrorjahr. Und das wird so weitergehen – spooky genug ??? … weit gefehlt.

Im Schweizer Fernsehen wurde am 13. September ein Test verschiedener Masken veröffentlicht. Es gibt zwar keine Zertifikation für Alltagsmasken, aber in der Schweiz wurden vom dortigen Gesundheitsministerium Empfehlungen veröffentlicht, die aber leider nur von sehr wenigen Produkten eingehalten werden (eine von 10). Wer ein bißchen „Schwietzerdütsch“ versteht, den wird es schaudern. Denn wenn dies schon in der peniblen Schweiz, wo viele Pharmafirmen mit Höchststandards ansässig sind ein Problem ist, dürfte es um das auf dem Markt befindliche Material nicht besser bestellt sein (Medienberichte darüber mehren sich). Warum stellt man das erst jetzt (angesichts steigender Infektionszahlen) fest? Im Grunde war es den Fachleuten wohl immer bekannt, man hat offensichtlich nichts Besseres. Besonders kritisch wurde bei Stoffmasken z.B. der Spritzschutz bzw. die Filtrationseffizienz gerügt. Ein paar Minuten die sich lohnen: https://www.srf.ch/news/panorama/labortest-schutzmasken-im-haertetest-die-meisten-filtern-ungenuegend

So richtig gruselig wird es dann, wenn an anderer Stelle darauf geschworen wird, daß Masken  in der SARS-CoV-2-Pandemie eine (halbwegs) wirksame Maßnahme seien. Ja vielleicht, WENN sie funktionieren, richtig getragen, regelmäßig gewechselt und gereinigt/ desinfinziert werden, etc.  Bleibt zu hoffen, daß die steigenden Corona-Zahlen auf erhöhte Testmaßnahmen und vermeintlich ungehörige Jugendliche zurückzuführen sind. Ansonsten müßte man an der nachhaltigen Wirksamkeit von Masken und anderen bisherigen Maßnahmen zweifeln, oder?  https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4909379

Wie auch immer: Die klassischen Halloween-Veranstaltungen sind entweder abgesagt oder finden in so reduzierter Form statt, daß eine Teilnahme wohl überlegt sein will. Und überhaupt spürt man im Unterhaltungsgewerbe überall die Teuerung, d.h. jeder der jetzt noch organisiert und an Veranstaltungen festhält, versucht (verständlicherweise) verloren gegangene Umsätze wett zu machen. Kein Wunder, denn die Behördenauflagen bei begrenzter Gästezahl sind bei umstrittenem Nutzen vor allem eines: personal- und  kostenintensiv.  In der Konsequenz werden die meisten Events nur noch im Sitzen bzw. in Verbindung mit einem Menu angeboten.  In Stuttgart (Wagenhalle) gastiert am 31.10. z.B. eine mexikanische Showtruppe, die den „Dia de los Muertos (= Tag der Toten) als Revue aufführt. Tickets gibt es inkl. Essen für jeweils EURO 195.- oder EURO 392.- pro Person (!). Nun denn, das muß man wollen … und allgemeinhin sind es mal wieder die Kinder, die einen Spaß entbehren müssen.

ORTE, wo es nicht nur zu Halloween und in Covid-Zeiten spukt, gibt es freilich genug. https://de.wikipedia.org/wiki/Halloween . Hier eine kleine Auswahl bzw. Reise zu den Kultstätten in Deutschland, Rumänien, Polen, Griechenland und Mexiko:

Während Europa eher die Heimat mysteriöser Sagen, Legenden bzw. von Gespenstern, Hexen und Vampiren ist, wird der (nächtliche) Besuch von Friedhöfen in Lateinamerika (insbesondere Mexico) als Totenkult alljährlich sehr lebendig und real gelebt.

Hotspot der Mythen in DEUTSCHLAND ist und bleibt der „Brocken“ (mit 1.141 m höchster Berg Nord-Deutschlands im Harz), auch Blocksberg genannt. Seit Mitte des 17. Jahrhunderts gilt er als Hauptversammlungsort von Hexen und sonstigen Unholden. Bekannt wurde dies durch die Erwähnung in Goethes „Faust“ (1808/ 1832) und der Figur Mephistos, also schon lange vor „Harry Potter“.

Insbesondere in der Nacht zum 01. Mai treffen sie sich dort Mensch und my(s)thische Gestalten in der Walpurgisnacht auf abgelegenen Plätzen zum Tanze. Wabert dann noch Nebel, taucht das schwache Licht der Abenddämmerung die Landschaft in einen mystischen Glanz und läßt Schattengestalten wie das Brockengespenst“ erscheinen. Verständlicherweise haben solche rätselhaften Naturphänomene die Bewohner stets in Panik versetzt.

Weiter geht die Reise nach RUMÄNIEN, genauer gesagt in die Karpaten zu den Grusel-Geschichten von Graf Dracula, einem angeblich blutsaugenden Vampir.  https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Bran

Handlungsort des Romans von Bram Stoker ist Schloss Bran bzw. die Törzburg in der gleichnamigen Ortschaft in Siebenbürgen (rund 30 km von Brasov/ Kronstadt) entfernt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der als grausam bekannte Fürst Vlad III. Draculea, hat das Schloss in Transsilvanien aber wahrscheinlich nie betreten.

Ich habe das vermeintliche Spukschloß 2006 einmal besucht, allerdings am Tage. Ja, die dicken Wände und krummen Burggänge sind bedrückend. U.a. erinnere ich mich an eine Fledermaus-Kolonie und ein großes Bärenfell, einer Jagdtrophäe des Ex-Diktators Ceaucescu. Dieses sozialistische Regime bzw. sein Geheimdienst „Securitate“ war ohne Frage mindestens genauso schlimm und versetzte das Volk in jüngster Vergangenheit Jahrzehnte lang in Angst und Schrecken.

Aber Rumänien hat noch mehr Grusel zu bieten: Der Hoia Baciu Wald (unweit von Cluj-Napoca) gilt als der unheimlichste Wald der Welt. Benannt wurde der Wald nach einem Schäfer, der dort einst samt seiner 200 Schafe spurlos verschwand. Die Bäume und Pflanzen des Waldes wachsen unnatürlich krumm wachsen und es existieren zahlreiche Bilder von paranormalen Vorkommnissen. Die Szenerie erinnert etwas an das englische Dartmoor; Sherlock Holmes läßt grüßen. Das Zentrum allen Unheils ist ein perfekter Kreis in der Mitte des Waldes, in dem nichts wächst und der definitiv nicht von Menschenhand angelegt wurde.

In Westpommern/ POLEN gibt ein ansteigendes Straßenstück, auf dem Kugeln ja sogar Autos, trotzdem abwärts rollen. Hier soll/en Magnetfelder bzw. eine Gravitationsanomalie und optische Täuschung die Ursache sein. https://www.dw.com/de/polen-geheimnisvoller-rastplatz/av-17195594

Eine Sonderstellung im Gruselkabinett nimmt sicher auch der „Friedhof der Namenlosen“ in Wien, ÖSTERREICH ein. Für mich ein realer Ort der Unglückseligen. Der kleine Friedhof befindet sich in Wien-Simmering. Insgesamt 104 in der Donau ertrunkene Menschen sind hier begraben. 61 von ihnen konnten bis heute nicht identifiziert werden.

Spinnweben-Spuk pur gibt es aufgrund eines biologischen Phänomens in regelmäßigen Abständen am Vistonia-See in Aitoliko im nördlichen GRIECHENLAND. Winzige Streckerspinnen (nur 2 Zentimeter groß) überziehen dann auf 300 Meter Länge alles am Ufer mit einem weißen Film. Für Menschen sind diese kleinen Krabbler jedoch (angeblich) ungefährlich. https://de.wikipedia.org/wiki/Spinne

Der für mich spektakulärsten Ort ist jedoch: MEXICO. Ich habe 1,5 Jahre in Mexico-City gelebt und gearbeitet und kann mich gut an die Festivitäten zum „Dia de los Muertos“ erinnern. Schon aus liebgewonnener Tradition trage ich am 30.10. dann mein Skelett-Kleidchen zur schwarzen Leggins mit Glitzer-Booties – sieht nämlich auch stylisch aus und ist bequem. Der „Tag der Toten“ ist einer der wichtigsten mexikanischen Feiertage und sein Brauchtum gilt seit 2003 als Unesco-Weltkulturerbe. https://de.wikipedia.org/wiki/Tag_der_Toten

Im Grunde ist der Tag der Toten keine mexikanische Version von Halloween. Obwohl die beiden Feiertage verwandt sind, unterscheiden sie sich in ihren Traditionen und ihrer Atmosphäre sehr voreinander. Halloween gilt traditionell als finstere Nacht des Schreckens und Unheils, während der Día de los Muertos sich über drei Tage in einer Explosion der Farben und lebensbejahenden Freude erstreckt. Sinn und Zweck ist es, verstorbenen Familienmitgliedern seine Liebe und Respekt zu zeigen. In ganz Mexico legt man dafür farbenfrohe Kostüme an, veranstaltet Festumzüge und Partys, und trifft sich an den Gräbern mit Gaben zum Essen und Trinken. Zuckerschädel und  Skelette sowie Pulque (süßes fermentiertes Getränk aus Agavensaft), Atole (warmer Brei aus Maismehl mit Rohrzucker, Zimt und Vanille) oder heiße Schokolade dürfen dabei nicht fehlen.

Der „Día de los Muertos„, der vor einigen tausend Jahren in den Kulturen der Azteken, Tolteken, Nahua und anderen indigenen Völkern entstand, ist also auch eine Feier des Lebens, der mittlerweile in ganz Lateinamerika gefeiert wird.

Im Grunde schließt sich hier der Kreis zu unseren November-Feiertagen wie Allerheiligen und Allerseelen.

Details dazu finden sich unter: https://www.topagemodel.de/2018/10/27/mystische-3004-3110-0111-daten/

Da mir derzeit nicht unbedingt nach Maskierung ist (Masken sehe ich schon genug), konzentriere ich mich dieses Jahr auf lebende Fledermäuse. D.h. im November, wenn sie in ihr Winterschlafquartier ziehen bzw. wegen der Kälte nicht mehr ihre „Kopfüber-Hängeposition“  in Schuppen oder Höhlen verlassen, werde ich zusammen mit einem Experten des Naturschutzbundes bei der Bestandszählung mithelfen. Und natürlich hoffe ich so, weitere Details über sie zu erfahren. https://de.wikipedia.org/wiki/Flederm%C3%A4use

Unter dem Stichwort „Fledermäuse“ oder „NABU“ finden sich sicher auch Kontaktadressen in Ihrer Nähe. Die großen „Flughunde“ mit Spannbreiten bis zu 70 Zentimetern sind nur in Asien (z.B. Philippinen) ansässig und lieben vergorene Früchte. Eine „Hufeisennase“ hingegen ist nur fingergroß.

Auch wenn diese nachtaktiven Tiere die Covid-19-Pandemie mit ausgelöst haben (da sie zwar Träger, aber selbst immun gegen dieses Virus sind), ist diese Spezies nicht zu verdammen. Es ist vielmehr die Menscheit bzw. die Überbevölkerung,  die durch den ungeordneten/ unhygienischen Umgang samt Verzehr derartiger Lebewesen solche gesundheitsgefährdende Risiken lostritt.

Petra
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