Lange Zeit wurde in unserem Lande auf sehr hohem Niveau über dies oder das gejammert. Es gehörte im Gespräch quasi zum guten Ton und das Glas war natürlich immer halb voll. Jetzt, wo konstruktives Lamentieren m.E. durchaus angebracht wäre, ist es nach einem Jahr Corona-Krise an der Oberfläche seltsam still. Warum? Was veranlaßt zu dieser Hoffnung oder lautet das Motto vielmehr „Augen zu und durch“?

Vorsicht, eine kurze Straßenunterführung könnte zum langen Tunnel mit wenig Licht am Ausgang werden.  Auch wenn die meisten von uns inzwischen als „Überlebenstaktik in Corona-Zeiten“ eine Nische gefunden haben dürften, wird immer offensichtlicher, daß  der „Beifall“ von gestern, der „Futterneid“  von heute ist. Jeder ist sich notgedrungen inzwischen selbst der Nächste. Die gerühmten Hilfen fließen, wenn überhaupt, spärlich und müssen im Rahmen der nächsten Einkommensteuer-Erklärung teils wieder zurückgezahlt werden – so der Betreffende dann noch  liquide ist. Zudem kann man sie nur über einen Steuerberater beantragen, den man selbst bezahlen muß.  Viele haben daher von einer Inanspruchnahme ganz abgesehen, d.h.  sie zehren langsam ihr Erspartes auf und tasten gar ihre Altersvorsorge an, damit alle Verpflichtungen wie Mieten, Versicherungen und Krankenkassenbeiträge etc. geleistet werden können. Hunderttausende sind in Kurzarbeit, was später eine gekürzte Rente bedeuten wird. So manche Problemverschiebung wird zwangsläufig zum Dauernachteil werden.

Die Geldmittel sind nicht mehr endlos. Regierung sowie Werbung tun mittlerweile alles dafür, daß die Tugend des Sparens durch „Strafverzinsung“ aufgeweicht und  das Sparvermögen bevorzugt im Land in Umlauf gebracht wird, z.B. zugunsten von Bauprojekten oder sonstigen privaten Investitionen. Urlaubs- und Auslandsreisen haftet plötzlich ein Makel an. „Germany frist?“

Was aber, wenn alle geschlossenen Hotels und Freizeiteinrichtungen, die die Schließungen zur  Renovierung genutzt haben, noch länger geschlossen bleiben und mangels Einnahmen bzw.  Refinanzierung ihre Kredite nicht bedienen können? Viele Investoren stehen genau jetzt vor diesem  Problem.

Stichwort „Insolvenzverschiebung“. Was bis vor einem Jahr als Insolvenzverschleppung noch strafbar war, ist heute Regierungsprogramm. Behörden und Gerichte schlagen jetzt schon Alarm, weil sie die Aktenstapel täglich wachsen sehen, die sie vor Januar 2022 aber nicht bearbeiten dürfen. Mangels Kapazität wissen sie schon heute nicht, wie und bis wann das alles bewältigt werden soll. Schlimmer noch, durch die „Verpflichtung zur Verschleppung“ werden immer mehr Beteiligte wie Zulieferer und Subunternehmer in den Abwärtsstrudel mit hinein gezogen. Wie sollen sie planen, ohne zu wissen, ob sie dann noch liquide sind, welche Quote der Schuldner ggf. noch zahlen kann? Es kommt quasi zu einer „Pleiten-Infektionskette“, die im Gegensatz zu Corona (vor den Wahlen?) aber niemand verfolgen möchte.

Wer denkt, das alles tangiere ihn nicht, der irrt. Sie arbeiten im Home-Office, ihre Firma zahlt regelmäßig ihr Gehalt und für Präsenzmitarbeiter gibt’s hin und wieder einen kostenlosen PCR-Test. Warten Sie mal die nächste Heizkostenabrechnung ab.

Letztlich bluten gerade die kleinen Betriebe und Läden mit persönlicher Note und Qualität aus. Einerseits, weil ihre Besitzer mangels Nachfolger ohnehin der Rente entgegen gehen, andererseits weil die neue Konsumgesellschaft auf Knopfdruck ja nur noch „Liefer-Lolli und Co“  kennt. Die Konsequenz sind aber nicht nur dauerhafte Leerstände, sondern eine zunehmende Angebots- und Qualitätsverarmung, d.h. es verschwindet in erster Linie die Individualität. Das Sortiment in den Supermärkten an der Peripherie ist breit, aber Massenware und schmeckt einfach immer gleich; anderweitige Bestellware bietet keine Möglichkeit zur individuellen Anpassung.

Fertignahrung ist häufig nicht nur mindergesund, sondern vor allem auch teuer.  Wer sich’s leisten kann, mag darüber hinwegsehen. Wenn das Geld knapp wird, setzt sich die Abwärtsspirale der Qualität in allen Bereichen fort. Es wundert sich gerade im Nahrungsmittelbereich keiner mehr, daß Tiefkühl-Lasagne schon für  EURO 1,15 angeboten wird. Erwartet da jemand ernsthaft nachhaltig gesunde  Inhaltstoffe? Für mich ist es erschreckend zu sehen, wie sich schon innerhalb einer Generation die Geschmacksvielfalt nach unten anpaßt. Wo noch kürzlich Schweizer Fondue im Regal stand,  liegt heute Fast Food. Alles schmeckt gleich, ist mit künstlichen Aromen angereichert und kommt im Zweifelsfall aus China; so wie 90% aller Tomatenmark- und Ketchup-Produkte. Der italienische Markenname auf der Packung  deutet (EU-konform?) nur noch auf den Abfüllort hin. Einfach haarsträubend. Davon abgesehen sind besagte Asiaten seit Jahren dabei  zahlreiche Rohstoffquellen in Afrika ausbeuten und kaufen auch in Deutschland immer mehr Schlüsselindustrien und maßgebliche Infrastrukturen wie Häfen, Bahnanlagen, Technologieparks etc. auf. Warum läßt man das zu? Bitte glauben Sie jetzt nicht, daß der so in’s Land getragene „Diktatur-Kapitalismus“ spurlos an uns vorübergehen wird. Langfristig werden die Folgen fatal sein.

Apropos, das „Klick und Meet“ -Prinzip klingt in meinen Ohren täglich auf’s Neue wie ein wenig praktikabler Aprilscherz, der einzig dafür sorgt, den Einzelhandel vermeintlich ruhigzustellen. Umsatz geschweige denn Gewinn macht aufgrund der Limitierung und gedämpften Kauflust damit niemand.  Fazit: es wird weiterhin munter im Internet bestellt. Mit Verlaub, hier scheint „Marx ist die Theorie und Murks die Praxis“. Was bitte ist vor dem Regal eines Schuh-Ladens anders, als im Lebensmittelgeschäft oder eines Drogeriemarktes?

Die Innenstädte werden massiv an Vielfalt und Struktur verlieren und durch Ladenleerstände veröden. Wenn man kulturell nichts mehr erleben kann und das Shoppingerlebnis fehlt, braucht man auch keine Cafes mehr zum ausruhen, allenfalls zum kollektiven langweilen. Noch schlimmer sollte es den ländlichen Raum treffen. Schließt mangels Kundschaft und Kaufkraft dann auch noch der „Tante Emma-Laden“, wird selbst Wohnen im Grünen angesichts stetig stegender Benzinpreise  unattraktiv. Erodiert die Infrastruktur, verlieren auch Baugrund und Immobilien rapide an Wert – also auch ihre Immobilie. Wo Lebensqualität und Versorgung nicht mehr gewährleistet sind, wird das Leben unbequem oder Neudeutsch „ineffizient“. Gerade im Alter braucht man aber ein funktionierendes, am besten fußläufiges Versorgungsumfeld. Zu den Enkeln aufs Land zu ziehen, bedeutet langfristig eine permanente Abhängigkeit, wenn die Kräfte und kognitiven Fähigkeiten nachlassen. Arzt, Physiotherapeut  und Apotheke sind dann weit weg.  Wegen Kostenoptimierung bzw. Dauerrationalisierung wartet man selbst im urbanen Raum im Zweifelsfall schon mal zwei Stunden auf einen Rettungswagen. Die Konsequenzen kann man sich ausmalen.

Jetzt, wo man sich eingestehen muß, daß das Impfen aus diversen Gründen wie  Mangel, Nebenwirkungen und Mutationen eher kläglich voranschreitet und nicht den erhoffte Blockbuster Effekt erzielen wird,  spricht man nach einem Jahr plötzlich auch von wirksamen Medikamenten, die schon lange erprobt  sind. Besonders im Fokus stehen dabei nicht antivirale Präparate, sondern die Dauerbrenner Cortison, Asthma-Sprays und Heparin. Künstliche Beatmung (damit ist nicht die Sauerstoffgabe über eine Atemmaske gemeint) barg schon immer ganz eigene Risiken und ca. 80% der beatmeten Corona-Patienten versterben. Die genannten Therapeutika setzt man zur Behandlung jeglicher Entzündungsherde im Körper, Revolten des Immunsystems und Lungenerkrankungen seit Jahrzehnten ein. Stattdessen wurden Tausende von Infizierten einfach ohne Behandlung nach Hause  in Quarantäne geschickt. Sprich unbehandelt weggesperrt wie Aussätzige – einfach unverantwortlich und bemerkenswert, was sich Leute alles gefallen lassen.

Statt als Schachspieler  – wo jeder Zug und Folgezüge genau überlegt sind  – fühle ich mich täglich wie auf einem Rummelplatz in der Achterbahn und von Binsenweisheiten umgeben. Man wird von einer in die andere Ecke geschuppst. Teil-Lockdown, Komplett-Lockdown, Ausgangs- und Kontaktsperren, Bank-Sitz-Verbote, Parkplatzsperrungen, Maskenpflicht im Freien, Impfstoffdefizite, etc.

Seit kurzem wird offiziell verkündet, daß man sich draußen zu 99,9 Prozent gar nicht anstecken kann, daß vielmehr die Enge in den Wohnungen und den Betrieben/ Firmen die Infektionstreiber seien. Wer hätte das gedacht? Das ist einfachstes Basiswissen ich habe abseits des Mainstreams  genau diese Kenntnis von Anfang an vertreten und den ganzen Winter hindurch aktiv mit umfänglichen Wintersporteinheiten gelebt. Und viele haben es mir gleich getan.

Handeln Sie eigenverantwortlich und lassen Sie sich nicht ständig bevormunden und verschrecken. Es bestätigt sich gerade mal wieder, daß inzwischen genau das Gegenteil von dem empfohlen wird, was man vor einem Jahr proklamierte. Die Outdoor- Erkenntnis folgt nunmehr dem sog. „Kanadischen Modell“. Die Außengastronomie öffnete dort schon im Winter (und diese sind in Ländern wie Kanada  lang und extrem kalt), um zu vermeiden, daß sich zu viele Leute zu Hause treffen und anstecken. Da muß man auch mal einen Heizschirm mit erhöhtem Energiebedarf akzeptieren – da gilt es Prioritäten zu setzen, man kann eben nicht alles haben.

Unserer Hotellerie nutzt das jetzt alles nichts mehr. Anders als in Schweden  und der Schweiz (wo fast alle internationalen Sportwettkämpfe stattfanden) sind das wichtige Weihnachts- und Ostergeschäft perdu. Dieser Trend – selbst Apartmenthäuser zu schließen – wird sich mindestens bis Pfingsten und zu weiteren Gelegenheiten fortsetzen und es werden ausschließlich Geschäftsreisende beherbergt.  Wobei die Definition und Kontrolle von Geschäftsreisenden sicher ein weites Feld ist. M.E. sollte man die Bevölkerung jedoch nicht durch ein weiteres Kriterium  polarisieren, nämlich die Unterteilung in Geimpfte und (noch nicht/ impfunfähige) Nicht-Geimpfte. Ich frage mich gerade: Sitzen dann in der Gastronomie die geächteten Nicht-Geimpften in einer Ecke am Katzentisch wie seinerzeit die Raucher?

Obwohl  Wirkungsgrad und -dauer der Impfungen  immer noch fraglich sind und sich erst mit der Zeit herausstellen werden, kursieren bei Polizei und Justiz bereits ganz subtil interne Mitteilungen zur indirekten  Durchsetzung der Zwangsimpfung. Darin wird indirekt vor Urlaubsreisen in’s Ausland abgeraten und angedeutet, daß eine bei Rückkehr ggf. verbundene Quarantäne ein karriereschädliches Disziplinarverfahren zur Folge haben kann. Als nach der ersten Impfkampagne sich bei einigen Polizeirevieren fast 50% aller Bediensteten krank meldeten …. ich erspare mir an dieser Stelle jeglichen weiteren Kommentar.

Das alles war schon vor Monaten absehbar, es wollte einfach niemand wahrhaben bzw. sollte nicht darüber gesprochen werden. Wer Bedenken anmeldete und Alternativen erwog,  wurde/ wird (auch aus den eigenen Reihen) gerne in die häßliche Querdenker- und Querulanten-Ecke gestellt. Historisch gesehen, waren  die Querdenken und Demonstranten (nicht zu verwechseln mit professionellen Randalierern) ihrer Zeit im Nachhinein immer die Voraussetzung für eine Zeitenwende. Man darf gespannt sein.

Ebenso befremdlich empfinde ich die immer häufiger suggerierte Fremdscham. Was wollen einen die diversen TV-Dokus und Talkrunden nicht alles als „politisch korrekt“ verkaufen. Möchte man sich jeden „Schuh anziehen“, dürfte man sich den ganzen Tag nur noch für die eigene Existenz schämen. Entweder hat man angeblich ein mindernachhaltiges T-Shirt gekauft hat, im Winter Flugobst konsumiert, fährt das falsche Auto, bucht einen ökologisch bedenklichen Urlaub oder will kein Freund veganer Kost werden. Im Vorgarten sind mal zu viele, mal zu wenig Steine, das aufgestellte Insektenhotel gilt als zu klein, die Erntehelfer meiner Melone hausen versklavt … was wird einem nicht alles vorgehalten . Ständig will mir mit erhobenem Zeigefinger sagen, wie ignorant ich bin bzw. wie richtig Leben jetzt geht.  Ich verbitte mir das „Betreute Denken“ dieser Öko-Diktatur und ihren  zweifelhaften „Besserwissis“. Da halten sie  einmal im Leben – weil‚s gerade „in“ ist und es sich gut im Lebenslauf macht – drei Flugblätter in der Hand und kommen sich dabei wie Sophie Scholl vor.

Und nein, die CO2-Bilanz wird nur auf dem Papier besser, wenn man sich als vermeintlich klimaneutrales Unternehmen „Ablaßzettel“ kauft oder die Spritpreise auf EURO 2.- pro Liter steigen.

Und sollte immer noch jemand glauben, daß  festgeschriebene Einheitsregeln der Corona-Weisheit letzter Schluß sind, der dürfte gerade eines besseren belehrt werden. Durchschnittliche Statistikwerte sind nämlich immer ein schlechter Ratgeber und helfen selten weiter. Eine Statistik kann man je nach Inhalten immer passend rechnen und somit jeden Bedarf rechtfertigen. Nicht umsonst gilt der alte Spruch: „Notlüge, Lüge, Statistik“ bzw. „Statistik ist mit Zahlen zu lügen“. Wenn Sie z.B. wie ich in einer freien Kreisstadt mit nur 50.000 Einwohnern leben, wo aber 55 Kitas/Kindergärten und Schulen, zwei Krankenhäuser, zehn Seniorenheime und vier Gemeinschaftsunterkünfte etc. angesiedelt sind, können sie sich angesichts der Testreihen vorstellen, wie hohe Inzidenzen zustande kommen und auch schlagartig wieder sinken, wenn z.B. die Schulen und Kitas zu sind. Ohne individuelle Draufsicht für mich ein fragwürdiges Entscheidungskriterium. Umgekehrt werden so zwangsläufig  Opportunisten geboren. Natürlich war ich bisher für Präsenzunterricht, Notbetreuung und Tests,  nunmehr aber begrüße ich solche Schließungen. Weil dann vor Ort ganz einfach weniger getestet wird, die Inzidenzen wieder drastisch sinken und mir dann wieder mehr persönliche Freiheit zu Teil wird – Punkt. Ist es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode. Wer will es mir verdenken?

Wer auch immer Kanzlerkandidat wird oder im September die neue Regierung bildet, tritt ein schweres Erbe an. Das Glas ist nunmehr nämlich halb leer.

Immer weniger Föderalismus, wollen wir das wirklich? Verschleißen wir angesichts der Corona-Krise nicht gerade viele der über Jahrzehnte so mühsam errungenen Werte wie Bildung, Eigenverantwortung, Liberalismus, Geldwertstabilität, Sozialfrieden und Meinungsfreiheit? Wem wollen wir im Interesse einer bedingungslosen Globalisierung denn  gefallen? Mir scheint, daß in jeglicher Hinsicht kaum mehr agiert, allenfalls zum Machterhalt der Etablierten hektisch reagiert wird. An der Uni hieß es immer: „Operative Hektik ersetzt geistige Windstille“.

Ich bemühe mich weiterhin um ein Lächeln, eigentlich ein Belächeln. Woher der Wind demnächst auch weht, Hauptsache es weht überhaupt noch ein Lüftchen durch das Land.

print
Petra
Autor

Write A Comment