Als begeisterte Wintersportlerin habe ich den Schnee der vergangenen Monate sehr genossen und ich war viel zum Langlaufen, Openair-Eislaufen und auf einem privaten Skihang im Schwarzwald Alpin-Skilaufen. Nun aber wird es langsam wärmer und Zeit, die Skistiefel mit den Wanderschuhen zu tauschen. Als Ausgleich zu Job und Home-Office brauche ich einfach regelmäßig frische Luft und Bewegung. Egal, ob man die italienischen Dolomiten, das französische Küstengebirge  oder eine urige Almhütte in den Alpen erklimmen will, in jedem Fall – selbst als Radfahrer –  braucht man adäquate Kleidung und optimales Schuhwerk.

Wenn ich auf meinen Touren unterwegs bin, wundere ich mich immer wieder, wie leichtfertig die Leute sind. Viele unterschätzen mangels Erfahrung nicht nur die Tücken des Wetters im Gebirge. Gerade im Sommer steigen sie oft nur mit einem T-Shirt bekleidet und Slippers oder Ballerinas an den Füßen in eine Seilbahn und wundern sich dann, wie kalt es oben auf 2.000 Meter Höhe ist. Liegt dann auch noch Schnee oder sorgen Nebenschwaden für eine hohe Luftfeuchtigkeit, wird das ganze zur unkontrollierbaren, risikoreichen Rutschpartie.

Gut, meine Treter sind auch nicht mehr die Jüngsten und ich achte beim Kauf schon auf das Preis-Leistungs-Verhältnis, aber mit Turnschuhen oder Sneakers würde ich aus Sicherheitsgründen nie in die Berge gehen, teils nicht mal eine Waldwanderung machen. Da reichen schon etwas Kieselgeröll, ein paar Baumzapfen oder eine Baumwurzel auf unebener Wegstrecke und schon hat man sich ohne Knöchel- und Fersenstabilität den Fuß verknackst.

Gerade auf längeren Fußmärschen läuft es sich mit höherem Schaft und Sohlendämpfung  viel leichter und komfortabler und ein rutschfestes, robustes Profil sorgt gerade auf nassen Oberflächen für besseren Halt. Hinsichtlich des Materials bevorzuge ich für meine Zwecke meist einen sog. leichten Wanderschuh (Kategorie A) aus modernen atmungsaktiven Materialien. Einige Freunde von mir, die eher hochalpine Tourengeher sind, setzen hingegen auf  kompakte Wanderschuhe aus Leder. Beides sind hochwertige funktionale Materialien, worin die Füße weniger schwitzen und weitgehend vor eindringendem Wasser geschützt sind. Bei richtiger Pflege und Imprägnierung können beide Varianten langjährige, treue Wegbegleiter sein.

Was beim Kauf von Wanderschuhen aber ebenso beachtet werden sollte, ist sie nicht zu klein zu kaufen. Denn bei der Anprobe vergißt man oft, daß die Füße mit der Zeit anschwellen und man für eine Tour meist ein paar dickere Socken wählt. Je nach Fußtyp und Paßform sollte man sie also mindestens eine halbe, eventuell eine ganze Nummer größer wählen. Ist man nämlich erst einmal unterwegs, können unpassende Schuhe Höllenqualen, mindestens aber unschöne Druckstellen und Blasen verursachen. Dann ist der Spaß schnell dahin.

Mein Tipp: Neue Schuhe auf einer kürzeren Strecke erst einmal auf ihre individuelle Laufeigenschaft testen und so festzustellen, ob man ein gutes Team abgibt. Meine neuen Wettkampfschlittschuhe habe ich (vor Kufenmontage oder mit Schonerschutz an den Kufen) vorab mindestens eine Woche abseits des Eises wegen der extremen Schuhhärte „eingelaufen“, d.h. sie mindestens eine Stunde am Tag angezogen und so wenigstens etwas gedehnt und gefügiger gemacht.

Sondiert man den Markt, begegnen einem zahlreiche Hersteller von Wander- und Outdoor-Schuhen, wie z.B. die Marken Jack Wolfskin oder Polarino. Das Sortiment an Wanderschuhen ist dabei so vielfältig, daß es sogar belüftete Trekkingsandalen mit Zehenschutz gibt. Generell gilt: Je leichter der Schuh, desto weniger ermüdend ist die Wanderung.

Wanderstiefel überzeugen im Gegensatz zu herkömmlichen „Straßenschuhen“ mit einer  Entlastung der Fußmuskulatur. Gerade der untrainierte Fuß schätzt Stabilität und Unterstützung beim Gehen. Ein festes Obermaterial – meist Lederschützt den Fuß zudem vor äußeren Einflüssen wie Aufprall oder Anstoßen an harten Kanten.

Die Art des verwendeten Leders als Obermaterial (meist Glatt-, Nubuk- oder Veloursleder) ist dabei gar nicht so wichtig und letztlich Geschmacksache. Glattleder sind hinsichtlich  Pflege und Reinigung in der Regel unempfindlicher. Manchmal besteht auch das Innenfutter aus Leder. Was man wählt, hängt u.a. auch von der Hautverträglichkeit ab und ob die Wanderschuhe ganzjährig genutzt werden sollen.

Stabile Schuhe sind aber nicht nur wichtig, wenn’s Hochhinaus geht, auch auf weichem Untergrund wie Sand oder Schlamm sind sie essentiell. Vor zwei Jahren habe ich mal an einer Art „Suvival Camp“ teilgenommen. Da ging’s den ganzen Tag durch Sumpfgebiete oder Sandhügel rauf und runter. Ich liebe z.B. auch die Begehung der großen Wanderdünen Europas wie die „Dune du Pilat“ im Becken von Arcachon nahe Bordeaux oder die Dünen von Lleba an der polnischen Ostseeküste. Selbst in Deutschland verstecken sich ausgedehnte Sandgebiete, wie z.B. die Lieberoser Heide in der Lausitz oder der „Monte Kaolino“ in Hirschau in der Oberpfalz.

Sobald sich „post-Corona“ die Grenzen wieder freizügiger passieren lassen, plane ich eine Reise nach Island, ein Eldorado für Outdoor-Fans. Hier treffen felsige Gebirgs- und Gletscherlandschaften auf endlose Flächen aus schwarzem Lavasand von Schmelzwasserströmen durchzogen. Neues Schuhwerk wäre da sicher angesagt.  Bisher habe ich dafür immer entsprechende Sportgeschäfte oder das Schuhfachgeschäft meines Vertrauens  aufgesucht. Zur Zeit nutze ich – aus bekannten Gründen – aber lieber entsprechende Angebote aus Online-Shops wie Universal, Amazon oder bestelle zum Beispiel bei Vamos, einem Spezialanbieter mit umfangreichem Sortiment, der auch für Problemfüße immer eine Lösung offeriert.

Also, worauf sollte man beim Kauf von Wanderschuhen achten?

  • Je nach dem für welche Aktivitäten der Wanderschuh verwendet werden soll, unterscheidet man unterschiedliche Kategorien, von Kategorie A (Multifunktionsschuhe für kürzere Wanderungen) bis hin zu Kategorie D (Expeditionsstiefel für Hochgebirgstouren und Extrembergsteigen).
  • Die Schuhe möglichst erst am Nachmittag anprobieren. Zu dieser Tageszeit sind die Füße etwas größer, genauso wie bei längeren Touren in der Natur. Ferner die Wandersocken mit zum Shopping nehmen.
  • Wichtig ist, dass der Schuh guten Halt für die Ferse bietet. Vorne sollte mindestens ein halber Zentimeter frei sein. Im Idealfall sollte man das Bergabgehen auf einer schiefen Ebene testen, um später unangenehme Überraschungen in Form von Druckstellen zu vermeiden.

Und eine Sache noch: es nutzt der beste Schuh nichts, wenn aus irgend einem Grund der Schnürsenkel reißt. Also vorher immer mal checken oder ein Ersatzpaar dabei haben.

Also dann: Los geht’s … oder wie man Spanisch sagt:  vamonos! … ya me voy … ich bin dann mal weg.

 

Hinweis: Kooperation
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