Die Dinge im Fluß halten. Gerade jetzt in diesen schwierigen Zeiten gilt es, Körper und Geist in Einklang zu bringen.

Bisher waren Yoga, Tai-Chi und Qi-Gong nicht unbedingt meine Welt, aber natürlich sollte man sich im Alter fit und beweglich halten – auch im Denken. Sei es für einzelne Unternehmungen, aber besser noch durch Regeltraining. Es kommt nicht darauf an, dem Körper zeitweise Höchstleistung abzuringen, sondern eher eine gute Grundkonstitution bzw. -kondition zu schaffen, auf die man aufbauen kann.

Dabei habe ich immer die Bilder aus Asien im Kopf, wo schon früh morgens stets einige Dutzend Menschen aller Altersklassen in einem Park oder auf einem öffentlichen Platz (mit oder ohne Musik) mit Händen und Füßen langsam einem imaginären Bewegungsablauf folgen, den wir in Europa auch häufig als „Schattenboxen“ bezeichnen. Hinter den geschmeidig anmutenden Bewegungen steckt hinsichtlich der Ausführung aber oft auch eine unsichtbare Kraft. Zudem muten einige Übungen als regelrechte Balanceakte an, d.h. die Praktizierenden stehen dann mehrere Sekunden auf einem Bein oder halten im Ablauf inne.

Wie die beiden Begriffe Tai-Chi und Qi Gong deutlich machen, stammen beide Bewegungs- und Meditationsformen aus China, Yoga hingegen aus Indien. Es klingt kurios, aber gerade der Wechsel von Anspannung und Entspannung schafft innere Ruhe, mehr Gelassenheit und letztlich Energie.

Tai-Chi hat seine Ursprünge in der chinesischen Kampfkunst bzw. dient vorwiegend  der Abwehr. Im übertragenen  Sinne mag das auch auf Krankheiten zutreffen. Qi Gong hat einen stärkeren Bezug zur Medizin und kann in verschiedenen Positionen, also auch sitzend oder liegend praktiziert werden. Sogar Handgymnastik mit Qi-Gong Kugeln kann neurologisch hilfreich sein und das Fingerspiel beruhigend wirken. Per Definition fördert Qi Gong  das Wohlbefinden, unterstützt Therapien, kann Krankheiten vorbeugen und stärkt das Immunsystem. Am besten sollten die Übungen täglich oder mehrmals pro Woche für mindestens 30 Minuten ausgeführt werden.

Beide Herangehensweisen lösen Verspannungen, was sich positiv auf das gesamte Nervensystem auswirkt. Bei mir hilft es vorzugsweise gegen meine Verspannungen in der Halswirbelsäule, die sich häufig als Spannungskopfschmerz äußern und als Stärkung der unteren Rückenmuskulatur.  In meinem Fall senkt dieses Training zwar nicht dauerhaft den Streßlevel oder den Blutdruck (meiner ist ohnehin zu niedrig), aber es hilft mir in diesen Momenten der Konzentration den Kopf frei zu kriegen.

An vielen Stellen, vom Verein bis hin zur Volkshochschule, werden entsprechende Kurse angeboten. Zur Zeit gibt es zur Anleitung auch ein reiches Online-Angebot an Video- und Youtube-Clips sowie Tutorials.

Ähnliches gilt im weitesten Sinne auch für Yoga. Positive Wirkungen hat Yoga unter anderem auf die Beweglichkeit und Kräftigung der Stützmuskulatur. Kombiniert mit Meditation und Entspannung wirkt Yoga außerdem positiv auf stressbedingte Symptome, Übergewicht oder Schmerzneuralgien, wie etwa Rückenbeschwerden oder Migräne. Dabei ist es nicht erforderlich, sich wie ein Yogi stundenlang und/ oder schmerzhaft zu verrenken; im Gegenteil – bitte Vorsicht – jeder nach seinen Möglichkeiten! Gerade im Schneidersitz tut mir – zumindest ohne Matte – schon nach kurzer Zeit häufig das Steißbein weh, dann ist von entspanntem Sitzen keine Rede mehr.  Als ich vor vielen Jahren einmal in Südkorea war, wurde ich zu einer Tempelzeremonie im Morgengrauen eingeladen. So faszinierend die aufsteigenden Nebel um die halb offene Tempelhalle herum in der exotisch bewaldeten Hügellandschaft auch waren, umso unangenehmer ist meine Erinnerung an die 1,5 Stunden im Lotussitz auf einer dünnen Bastmatte.  Ommm …

Im Heimatland des Tae-Kwon-do (frei übersetzt: der Weg des Fuß und Faustkampfes) wurden anschließend verschiedene Techniken dieser Kampfkunst bzw. -sportart absolviert. Aber auch bei uns gibt es viele buddhistische Klöster und Zentren, wo man mehr über die asiatischen Bewegungs- und Meditationstechniken erfahren kann:  https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_buddhistischer_Tempel_und_Kl%C3%B6ster_in_Deutschland

Aber, was Frauen wahrscheinlich besonders interessiertYoga macht den Körper nicht nur beweglicher, es strafft ihn auch und stärkt den Beckenboden. Viele der „Asanas“ dehnen nämlich die Muskulatur. Beim Yoga sollte alles  möglichst sanft geschehen. Am besten in Verbindung mit einer tiefen Atmung und ggf. mit fernöstlichen Klangschalen-Rhythmen. Außerdem eignet sich Yoga auch zum abnehmen, denn in jeder Position verbraucht man relativ viel Energie. Je nach Art der Übungseinheit können dies zwischen 180 bis 600 Kalorien pro Stunde sein.

Namasté – ich grüße alle göttlichen Eigenschaften in Dir! Für Ghandi ist diese Begrüßungsformel ein Zeichen tiefsten Respekts: „Ich ehre den Platz in dir, in dem das gesamte Universum residiert“. Schöner kann man es nichts sagen.

 

Fotos: Chisu/ Tiesing/ Fritz
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Petra
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