Frauen – Führung – Finanzen

Wie hat sich die Rolle der Frau in der deutschen Gesellschaft entwickelt?

Work-Life-Balance, Sorgearbeit, Emanzipation, Gender Gap, Altersarmut, Altersbild – das sind einige wenige Stichworte zu dem General-Thema der Demografie-Debatte Deutschland 2020.

Experten und geladene Gäste diskutieren in einer ganztägigen Veranstaltung der Reihe Demografie-Debatte Deutschland Fragen, Best-Practice-Beispiele und Lösungen.

Diese Demografie-Debatte Deutschland findet virtuell statt, um den Vorgaben zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie Rechnung zu tragen. Den Livestream können Sie hier ab 14.9.2020 09.45 Uhr ansehen.

Meine Antwort in einem Wort: ungenügend – zumindest auf die letzten 30 Jahre bezogen.

Diesen Zeitraum kann ich beurteilen, denn in dieser Zeitspanne habe ich etliche „Frauen-Rollen“ besetzt. Mutter, sogenannte Karrierefrau, lange Zeit alleinerziehend. Ich weiß, wie es ist an der Basis und es ist verdammt hart da. Kräftezehrend, wenn du alle Rollen hauptamtlich und eigenverantwortlich innehast. Wenn du dazu noch Frau bist, gut ausschaust, dem Staat nicht auf der Tasche liegst, wirst du dafür beäugt und kritisiert. Klischee mit der vollen Breitseite. Wenn du Mann bist, bist du der Held. „Wow, wie schafft der das nur?“ Das ist bis heute so. Trotzdem bin ich stolz auf mich.

Der kleine Ausflug in mein Leben zeigt, dass wir in Deutschland noch lange nicht von einer Gleichstellung der Geschlechter sprechen können und zwar auf allen Ebenen. Die Gesetze dafür haben wir, aber wir leben es nicht. Ich frage mich oft warum. Weil es die Gesellschaft nicht will oder am Ende sogar die Frauen mit dem Status quo zufrieden sind? Manchmal kann man sich doch nicht dem Eindruck verwehren, dass für viele Frauen gut ist, wie es ist: Zuverdiener-Modell, Sorgearbeit, den Haushalt und die Freizeit managen – klingt irgendwie alles praktisch, normal und gut. Corona scheint dieses Modell zu zementierten – ja, mehr noch: zu befeuern, dass die Frau zu Hause bleibt.

Dornröschenschlaf.

Da kann Frau dann jäh geweckt werden, wenn das Leben aus der schönen Planung gerät, denn die Rolle ist unfrei, sie macht abhängig: in der Beziehung, finanziell. Sie funktioniert nur in guten Zeiten oder so lange man sich eben arrangiert. Ich persönlich mag aber nicht meinen Hals in diese Schlinge stecken. Ich mag lieben und leben können und mich frei entscheiden. Heute, morgen und auch in 10 oder 20 Jahren. Ich mag meine Finanzen selbst regeln und für mein Alter sorgen.

Meine Überzeugung ist, dass junge Frauen sich der Folgen ihres Handelns nicht bewusst sind, weil Märchen auch einfach ganz viel schöner sind, als die nackte Realität. Aufklärung gibt es kaum. Weder in der Schule, noch in der Ausbildung und auch nicht an der Uni. Frauen wissen einfach nicht, was Auszeiten bezogen auf die Rente (Minderung) bedeuten und auch nicht, wie Vermögensaufbau und Rente geht. Sie rutschen da rein, verträumt, naiv, gutgläubig. Es ist ein seltsames Spiel, das immer weiter gespielt wird. Und zwar solange, bis wir es schaffen, Bewusstsein und Aufklärung über die möglichen Folgen bis in die Klassenzimmer zu bringen. Wie heißt es doch so schön: Unwissenheit schützt vor Schaden nicht.

Es bleibt also viel zu diskutieren.

Mein Interview zum Thema >Frauen in den Medien< um 16.00 Uhr und ja, ich kämpfe weiter. Nicht für mich, aber in der Verantwortung für die Generation >Frau<, die auf meine folgt.

 

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