Man traut es dem kleinen Inselchen vielleicht gar nicht auf den ersten Blick zu. Aber ja, KOS überrascht mit vielem Tollem & Sehenswertem. Man sollte also keineswegs nur in seinem Appartement oder in der Hotelanlage bleiben, denn es lohnt sich, mit dem Leihwagen auf Erkundungstour zu gehen. Richtig hot und angesagt sind aktuell die Buggys, ein schönes großes Spielzeug für echte Männer.

 

Da wir mehr auf den Entdeckungs- als den Fun-Faktor gesetzt haben und auf unserer Tour immerhin >150 km zurücklegten, blieben wir beim guten alten Wagen. Vermutlich lässt er sich von Deutschland aus günstiger mieten, aber wir zogen vor, das Angebot vom Counter der >holiday autos< im Hotel zu nutzen (Kontakt: holiday autos Car Rental, Kos, Tel.: +030 224 202 2997). Die Dame vor Ort spricht ein gutes Englisch, die Autos stehen vor der Hoteltür, also alles easy. Unser kleiner Seat ‚Mia‘ hat inkl. Vollkasko für den Tag 50,- EUR gekostet. Für die Bequemlichkeit fanden wir das total OK.

Den kleinen Seat Mia muss man fast suchen 🙂 – er versteckt sich am Bildrand unten links.

Mit einem hervorragenden Porridge (und eigentlich bin ich ja kein Porridge-Fan) gestärkt, machten wir uns am Vormittag auf Entdeckungstour. Erste Anlaufstelle war die vom Hotel ca. 7 km entfernte Embros Therme (1). Von einem großen, staubigen Parkplatz mit Imbiss führt ein Fußweg (ca. 10 Min.) bergab zum Meer, wo sich das völlig naturbelassene Thermalbad befindet. In einem mit Steinen begrenzten ca. 10 m großen „Becken“ vermischt sich das bis zu 40° heiße Thermalwasser mit dem Meerwasser. Obwohl es optisch sehr unspektakulär daherkommt sollte man das Erlebnisbad mitnehmen und der Thermalquelle wird auch eine heilende Wirkung nachgesagt. Rechts vom Naturbecken befindet sich eine Massageliege in einem Holzverschlag. Das Angebot wollte ich nun nicht wahrnehmen, trotzdem fand ich die Ziege witzig, die dort wohl als „Haustier“ lebt. Der kräftige Wind begleitete uns wieder nach oben zum Parkplatz. (Tipp: Badezeug und Handtuch mitnehmen. Den Fußweg kann man mit Flip Flops machen; besser sind leichte Turnschuhe.)

Bild links: Weg zum Thermalbad

Bild oben: Die Ziege gehört zur Betreiberin der Massage-Liege.

Unsere Tour führte uns weiter nach Kos-Stadt (2), die Hauptstadt von Kos. Geparkt haben wir gebührenfrei am Hafen, von wo aus es nur ein paar Gehminuten in die Altstadt sind. Sehenswert ist die Plantane, die Biologen auf 2000 Jahre schätzen. Der uralte Baum liegt etwas versteckt hinter dem Gerichtsgebäude. Von dem kleinen Platz aus hat man auch einen schönen Blick auf die 2000 Jahre alten Säulen des Gymnasiums, resp. was davon geblieben ist. Ein paar Schritte weiter schließt sich die Altstadt mit schönen Gassen, kleinen Läden, Cafés und Restaurants an. Zum Bedauern der Einheimischen ist wenig los, die Touristen fehlen. In der Markthalle, die deutlich kleiner ist als erwartet, haben wir Olivenöl und griechische Gewürze gekauft. Fisch und Fleisch gibt es hier übrigens nicht.

An der Küste entlang fällt auf, dass die meisten Hotels noch geschlossen oder bereits verwaist sind. Wenig los auch im Badeort Tigaki, der am Rande der ehemaligen Saline (3) liegt. Salz wird dort schon lange nicht mehr gewonnen. Am Rande der Saline verfallen ein paar Häuser, an denen sich Graffiti (-Künstler) zu schaffen gemacht haben. Die schönen Flamingos konnten wir leider nicht bestaunen, sie verweilen dort nur im Winter.

Von Tigaki aus ging‘s zurück auf die „Hauptstraße“, die quer durch Kos führt. Die Landschaft ist felsig, auch bergig, die Vegetation im Sommer karg, der Wind kräftig. Rechts und links der Straße sieht man Kühe an Ketten und Ziegen, die auch manchmal die Straße überqueren. Und immer wieder fällt der Blick aufs dunkelblaue Meer im Glitzerspiel mit der Sonne; wie reingetupft kleine griechische Inseln. Im Osten von Kos sieht man die Küste der Türkei.

Von der Inselmitte kommend eröffnet sich nach kurvenreicher Strecke der Blick auf Kefalos (4). Und weil der Ausblick so schön ist, gibt es einen Parkplatz zum Gucken. Hier fällt hinter dem Hotelklotz (pfui, Bausünde) die vorgelagerte Mini-Insel Kastri mit dem kleinen Kirchlein aus. Man kann hinüberschwimmen und vor der Kirche ein Sonnenbad nehmen. Das ist wirklich besonders.  Trotzdem fühlten wir uns von dem Dorf nicht so eingeladen, als dass wir auf einen Café geblieben wären.

Es zog uns weiter zum 7 km entfernten Kloster Agios Joannis Prodromos (5). Der kurvige Weg auf nur teilweise asphaltierter (trotzdem mit einem normalen Pkw befahrbar) Strecke lohnt sich. Vom Parkplatz sind es ein paar Treppenstufen runter zum Kloster und zur Taverne von Katarina. Die Wirtin nimmt die Corona-Pause gelassen, lacht viel und serviert uns einen freilich selbstgemachten Tsatsiki. Wir genießen den fantastischen Blick raus aufs Meer und die Berge. Ein Ort des Friedens und der Stille, so allein wie wir dort sind. In der kleinen Kapelle bestaunen wir das kunstvolle Interieur, die wunderschönen Malereien und können uns von dem stimmungsvollen Ort nicht verabschieden, ohne eine Kerze anzuzünden. Seit vielen Jahren richtet sie den ehemaligen Zellentrakt mit viel Handarbeit wieder her und bis es fertig ist, wird es noch ein paar Jährchen dauern.

Den Weg zurück nehmen wir entlang der anderen Küstenseite, wo es auch natürliche Sandstrände gibt. Einen Stop haben wir im Hafenstädtchen Kardamena (6)

eingelegt, bevor wir den Sonnenuntergang vom 300 bis 350 m hoch gelegenen Ort Zia (7) erleben wollten. Und der ist nicht nur wegen des sensationell schönen Rots, sondern auch wegen der fantastischen Aussicht auf große Teile der Insel Kos und der Nachbarinseln Kalymnos und Pserimos einen Ausflug wert. Die letzten Meter hoch in den höchsten Ort von Kos geht vom Parkplatz aus zu Fuß. Vorbei an allerlei Souvenirläden Positiv Shopund einem süßen „Positiv“ Shop, geht’s hoch zur Dorfkirche, die leider geschlossen war. Die Gasse säumen ein paar Tavernen, von denen aus man den Sonnenuntergang bewundern kann. Wir nahmen die Mutter aller Terrassenrestaurants, das Sunset Balcony. Dort hatten wir nicht nur den Platz in der ersten Reihe auf’s Naturschauspiel, sondern wurden vom Chef persönlich verwöhnt.
Wir folgten der Tagesempfehlung Moussaka und Pork in the oven. Beides köstlich von Frau Mutter gekocht und so genossen wir mit allen Sinnen. Sicher ist, dass wir wieder dort einkehren, wenn wir Zia noch einmal besuchen sollten (Restaurant-Tipp: Taverna Sunset Balcony, Stergos Kypreos, Tel. +030 22420 69 120, Insta Sunset Balcony)

Sun Set Balcony

Verlassen haben wir Zia nach den vielen neuen Eindrücken auf der anderen Seite über eine kleine kurvige Straße, die auf dem „schnellsten“ Weg zurück nach Kos führt. Wegen häufig fehlender Beschilderung und der mittlerweile nächtlichen Finsternis haben wir in Kos-Stadt vermutlich nicht den kürzesten Weg zurück zum Hotel erwischt, aber wenn man sich Richtung Meer orientiert, kann man nicht viel falsch machen. Es war ein ganz und gar eindrucksvoller, toller Touren-Tag quer durch die Insel KOS.

Ich hoffe, ihr konntet das Griechenland-Feeling spüren & ein bisschen von Urlaub träumen! Ein wirkliches schönes Inselchen, das sich zu besuchen lohnt, auch wenn wir Corona mal hinter uns haben!

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