Die Frage stellt sich in der Tat: Sollten wir nun besser vor oder nach dem Frühstück die Zähne putzen? Eine Zeitlang berichteten Ratgeber nämlich, dass das Putzen direkt nach dem Frühstück den Abrieb von Zahnschmelz verstärkt.

Säure setzt den Zähnen zu

An der Sache ist tatsächlich was d’ran, wenn Säure ihre Wirkung entfalten kann und das tut sie etwa nach etwa 10 Minuten. Es kommt also darauf an, was du für ein Frühstückstyp bist.

Müsli-Frühstücker
Sofern nicht ein ganzer Obstsalat in deinem Müsli ist, kannst du getrost nach dem Frühstück Zähneputzen. Im Müsli ist (meistens) Zucker und der kann Karies verursachen.

Smart-Frühstücker
Manche schmieren sich schnell einen Toast oder ein Brot mit Nutella oder Marmelade und trinken ihren Kaffee oder Tee dazu. Auch dann spricht nichts gegen das Zähneputzen direkt nach dem Frühstück.

Genuss-Frühstücker
Smoothie, Obstsalat, Orangensaft sind echte Säurebooster. Die Fruchtsäure macht sich nach etwa 10 Minuten and der obersten Zahnschicht zu schaffen und greift diese an. Bei einem solch ausgiebigen Frühstück entweder ½ Stunde warten – dann nämlich hat der Speichel die Säure neutralisiert – oder
sich quasi direkt nach dem letzten Schluck O-Saft an die Zahnbürste schwingen, um der Säure zeitlich ein Schnippchen zu schlagen. Wenn dir die Zeit fehlt, kannst du dir mit einem Zahnpflegekaugummi helfen – mehr dazu im letzten Kapitel des Beitrags.

Sofern du generell vor dem Frühstück die Zähne putzt ist der Kaugummi „danach“ das Mindeste, damit die Kariesmonster keine „Baustellen“ einrichten können. Trotzdem und egal was kommt:

2 x pro Tag gehört eine ordentliche und ausgiebige Zahnpflege bei mir zum Pflichtprogramm.
Schließlich will ich ja auch mit 80 noch kraftvoll zubeißen können (mit meinen, versteht sich)!

Zähneputzen: besser davor oder danach?

Die richtige Zahncrème finden

Klar soll Zahnpasta gut schmecken und im Mund Wohlbehagen verbreiten. Allerdings gibt es zwei Komponenten, auf die es nach Meinung der Zahnärzte ankommt: Fluorid und RDA-Wert.

Der wenig bekannte RDA-Wert („Relative Dentin Abrasion“) bezeichnet den Wert des Abriebs an den Zähnen und gibt an, wie groß die Putzkörper in der Creme sind. Insbesondere in den Zahnpasten, die im Handumdrehen mittels Putzen ein tolles Zahnweiss versprechen, enthalten nicht selten sehr hohe RDA-Werte. Je höher der Wert ist, desto abtragender und schädlicher kann die Zahnpasta für die Zähne sein. Zahncreme sollte selbstverständlich die Zähne reinigen, aber sie auch nicht abnutzen. Da die Beschaffenheit der natürlichen Zahnbeschichtung bei jedem Menschen unterschiedlich ist, solltest du mit deinem Zahnarzt abklären, welcher RDA-Wert für deine Zähne der „richtige“ ist.

Als Richtwert gilt ein „guter RDA-Wert“ zwischen 35-50; ab 70 schmirgelst du deinen Zähnen quasi den Zahnschmelz ab. Da die Wirkung von Zahnpasten bei der Reinigung mit elektrischen Zahnbürsten erhöht wird, solltest du Pasten mit einem RDA-Wert >50 auf jeden Fall meiden. Eine Liste von etlichen Zahncremes und deren RDA-Wert findest du hier im pdf! Solltest du deine Zahncreme nicht im Verzeichnis finden, lohnt sich ein Blick ins Internet, da der Wert in aller Regel nicht auf den Tuben zu finden ist.

Bei Fluorid ist wichtig, dass es überhaupt in der Zahncreme ist – so sagt es zumindest nach aktueller Einschätzung die Zahnärzteschaft. Der Mineralstoff, so die Expertenmeinung, härtet den Zahnschmelz, legt sich wie ein Schutzfilm auf die Zahnoberfläche und hemmt das Wachstum schädlicher Bakterien. Aus genau diesem Grund bieten viele Zahnärzte nach einer professionellen Zahnreinigung zum Abschluss eine Fluoridierung an.

Zähneputzen: davor oder danach?!
Mein Equipment

Welcher Kaugummi pflegt wirklich

Bei der Riesen-Auswahl an sogenannten Zahnpflegekaugummis ist die Frage keineswegs banal. Viele davon versprechen zuckerfrei zu sein und sind es auch, weil der Zucker durch andere Süßstoffe ersetzt wird. Aber: nicht alle sind gesund – d.h. sie sollten weder Aspartam, noch Sorbitol, Fruktose oder TiO2 enthalten. Empfohlen werden jene, gesüßt mit 100% Xylit. Sie helfen, die Zahndemineralisierung zu verringern, die ein Risikofaktor bei der Entstehung von Zahnkaries ist – ja, sie schützen sogar davor. Außerdem vermindern sie die Plaqueablagerungen am Zahn. Xylit ist übrigens ein Zuckeraustauschstoff aus der Birkenrinde – schädliche Nebenwirkungen sind bislang nicht bekannt.

Einen solchen Kaugummi findest du z. B. hier

Und nicht vergessen: Ein Lächeln ist das Schönste, was du tragen kannst. Das macht mit schönen, gepflegten Zähnen mindestens doppelt so viel Freude! In diesem Sinne viel Spaß bei der Anwendung der heutigen Tipps und wenn ihr Fragen habt, dann schreibt mir einfach.

Zähneputzen: besser davor oder danach?!

Ein Beitrag mit der freundlichen Unterstützung meiner Freundin und Zahnärztin, Dr. Heidi Scarlat!

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