„Warum in die Ferne schweifen? Sieh‘ das Gute liegt so nah.“hat schon Goethe in einem Vers festgehalten und tatsächlich hat unser Land viel zu bieten. Dabei sind nicht nur die Metropolen  immer wieder eine Reise wert, sondern auch Regionen im ländlichen Bereich.

In diesen Tagen führte mich eine kleine Reise mit meinem Lionsclub Frankfurt-Alte Oper nach Schwerin. Einmal im Jahr machen wir zusammen eine Tour und ich hatte sofort Gefallen daran gefunden, dass unsere aktuelle Präsidentin, Carola Krebsbach, ein Ziel im eigenen Land ausgesucht hatte. Denn mir fällt immer wieder auf, dass Deutschland in der allgemeinen innerdeutschen Reisegunst zu kurz kommt; vermutlich einfach unterschätzt wird. Schwerin ist wohl ein ziemlich gutes Beispiel dafür und die Region kannte ich noch nicht.

So machten wir uns von Frankfurt aus mit dem Zug auf nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Zugfahrt war ein kleines Abenteuer, weil die DB nicht immer hält, was sie verspricht – da könnte man also nochmal üben 😊… Mit jede Menge Vorfreude und kulinarisch verwöhnt erreichten wir schließlich unser Ziel, denn Carola hatte uns trotz „Umsteige-Durcheinander“ schon während der Zugfahrt mit einem feinen Sekt & Brunch überrascht.

Hotel Tipp

Untergebracht waren wir im Hotel-Restaurant Weinhaus Uhle, das sich vom Bahnhof in Schwerin gut zu Fuß erreichen lässt (ca. 15 min. Fußweg). Die Wahl hätte nicht besser sein können, denn das kleine, feine, denkmalgeschützte Haus mit 16 top renovierten Zimmern lässt keine Wünsche offen.

Geschlafen haben wir wie die Großfürsten, die hier in Schwerin im 18. Jahrhundert zu Hause waren, weswegen wir auch unbedingt den Matratzenhersteller wissen mussten (Vorberg Matratzen 😊).

In den ersten Abend starteten wir – wie kann es anders sein – mit einem Sektempfang und ließen uns anschließend mit einem Mehrgangmenü im Restaurant Weinhaus Uhle verwöhnen.

Schwerin am Start
Mit den ‚Lions‘ in Schwerin

 

Kulinarisch beeindruckt hat mich – so ist es ja oft im Leben – eine Kleinigkeit, nämlich die Rote Beete Butter. In Verbindung mit dem selbst gebackenen Brot ein ganz besonderes „Schmankerl“. Bekannt ist das Weinhaus Uhle auch für seine große Auswahl hervorragender Weine. Trotzdem haben wir es geschafft, aus der Weinkarte den Bacchus „leerzutrinken“. Möglicherweise machte dieser Umstand dem Service etwas zu schaffen, denn er war stets bemüht…. wie man in der Zeugnissprache auch sagt. 5 Sterne bekommt die Klavierspielerin; sie hat unseren Abend ganz wunderbar musikalisch untermalt. Wer mehr über das Hotel Restaurant Weinhaus Uhle wissen möchte, kann im >Savoir Vivre< weitere Details nachlesen.

 

Als Dessert gab’s eine köstliche Variantion vom >Kalten Hund<.

 

Am nächsten Morgen starteten wir dann unsere Entdeckungstour. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern ist nämlich Kultur pur; auch ein Schätzchen zum Verweilen, durch die Gassen bummeln und eine Rundfahrt auf dem 2.größten Binnensee Norddeutschlands genießen. Und klar, da haben wir dank‘ hervorragender Organisation nichts ausgelassen. Auch das 30 km entfernte Wismar nicht, das man per Bahn in einer ½ Stunde erreicht. Für einen Rundgang durch die Altstadt und den Hafen braucht man max. 2 Stunden. Ein kurzer Stopp in einem der Fischrestaurants lohnt sich.

Schloss Schwerin – Top Tipp

Das Schweriner Schloss auf der Schlossinsel.

 

Der größte Schatz dieser Stadt ist augenscheinlich das Schweriner Schloss auf der Schlossinsel. Mit seinen vielen Türmen und vergoldeten Kuppeln kommt es wahrhaft märchenhaft daher und auch ohne Bücher über die Entstehungsgeschichte gelesen zu haben, wird dem Betrachter sofort klar, dass es ein Gemeinschaftswerk berühmter Baumeister sein muss. Und ja so ist es auch und durch den Stilmix verschiedener Epochen (Mittelalter, Renaissance, Barock) eines der bedeutendsten Beispiele des romantischen Historismus. Zurecht ein deutscher Kandidat für das UNESCO-Welterbe.

Für den Abend ist ein Besuch im Schweriner Staatstheater zu empfehlen. Das Haus ist fast immer ausgebucht und wir durften die GELIEBTE CLARA genießen. Ein Ballett, das der faszinierenden Künstlerin, Clara Schumann, choreographisch nachspürt, ihrer Kunst, ihrem Leben, ihren Zwängen, ihrer Tragik.

Staatstheater Schwerin

Restaurant Tipp

Perfekt war der Service im Weinhaus Wöhler. Auch hier haben wir gut gegessen und – wie schon im Weinhaus Uhle – den Bacchus leergetrunken. Oh Gott, da drängt sich dem arglosen Leser wohl die Vermutung auf, dass die größenwahnsinnigen Wessis die Schweriner Weinkeller einfach so leer „saufen“ und anschließend die Kontrolle verlieren. Mitnichten, denn ich kann getrost attestieren, dass eine größere Reisegruppe wie die unsere schon mal Bestände knacken kann, wenn Qualität vor Quantität geht. Also nichts für ungut, die Wessis sind auch nur Menschen 😉. In diesem Haus hat man das „Wein-Aus“ aber ganz locker genommen, so wie wir, dass der an sich hervorragende regionale Spargel ab und zu im Munde geknirscht hat. Kartoffel „Annabelle“ hat das kleine „Putzmaleur“ aber mehr als wett gemacht 😊.

An Tag 4 hat uns die DB ohne Katastrophen und Umstiegen – dafür mit Sitzplatz-Chaos – wieder zurück nach Frankfurt gebracht.

Schwerin mit Umland ist wirklich eine Reise wert und wer sie so perfekt organisiert bekommt, kann sich glücklich schätzen. Wir sagen DANKE, liebe Carola!!

Wer mehr über unseren Lions Club Frankfurt-Alte Oper, unsere Projekte >Frauen für Frauen und deren Kinder in Frankfurt< erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, unsere Homepage zu besuchen.

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