Die Waffen: Räder und Beine.

 

Es geht nicht um die Radwege, um marode Straßen, die 1000 Baustellen, die Bürgersteige. Nein. Es geht um die Rücksichtslosigkeit der Verkehrteilnehmer. Auch wenn sich die Städte und Gemeinden noch so viel Mühe mit dem Ausbau von Rad- und Gehwegen sowie Straßen für alle am Verkehr Teilnehmenden geben, können sie eins nicht, nämlich ein achtsames Miteinander in die Städteplanung einbauen.

Augen und Ohren sind zu.

Es gibt nichts schönzureden, die Zeiten es mit anderen grundsätzlich wohlzumeinen sind wohl vorbei. Die totale Abschottung ist angesagt, jeder für sich und jeder zuerst. Man könnte meinen, dass alle Podcasts interessanter sind, als von seiner Umwelt etwas mitzubekommen. Immer wieder verunglücken Menschen mit Stöpseln in den Ohren auf unseren Straßen, weil sie die anderen, die da auch unterwegs sind, nicht hören. Die Stöpsel sind eine Art Weigerung, die Wirklichkeit wahrzunehmen; ein Mittel mit dem Zweck, sich gegen alle Zumutungen des Lebens abzuschotten und in seiner Bubble zu bleiben. Leute das ist krank.

Was besonders nervt:

Genauso krank wie die Sucht, beim Laufen aufs Handy in der Hand zu starren, mit den Stöpseln im Ohr dabei zu talken, als wär sonst keiner ‚uff de Gass‘. Oberst nervig sind auch all‘ die Übermütter und Überväter, die mit ihren Lastenrädern nicht selten Kinder transportieren, die durchaus schon selbst aufs Rad steigen könnten. Aber: die Diskussion will keiner, also setzt man sie in Monsterkörbe und radelt sie trendgerecht zur Schule. In Frankfurt ist das en vogue und die Akkumotoren scheinen fast von alleine zu laufen, wie sonst könnte man bei 30 kg vorne dran ganz locker treten und dabei auch noch telefonieren. Ich traf vor kurzem einen solchen Übervater, im engen italienischen Anzug, braune Schuhe, graues Stöffchen, die Haare so glatt und unverrückbar gegelt wie bei unseren Kickern, mit 2 Kindern im vorderen Gepäck. Nach einer bei rot überfahrenen Straße musste er dann auch stoppen, weil nicht nur die Ampel auf rot war, sondern auch noch Gegenverkehr kam. Ich erlaubte mir, ihn mal auf seine Vorbildrolle und die Gefahr anzusprechen, was er mit seinem getreckten Mittelfinger erwiderte. Super Daddy.

Noch wilder treiben es die Wolt-/Lieferando und andere Boten auf 2 Rädern, die wohl darauf getrimmt sind, einfach zu fahren, egal was kommt, egal was Verkehrsregeln sagen. Möglicherweise kennen Sie die Schilder und Ampeln nicht, möglicherweise werden sie von ihren Arbeitgebern gezwungen, Regeln zu ignorieren, weil, ja weil die anderen schon aufpassen werden.

Rote Ampeln sind keine Hürde

 

Ich hasse diese ganze Arglosigkeit, den Egoismus, die ganze Flut von Leuten die meinen, sie seien auf der Straße das Zentrum der Welt und jeder muss aufpassen, bloß sie nicht. Da wird gerast und gehubt und geschnitten wie der Teufel. Alle schimpfen, verunglimpfen und beleidigen andere oft lautstark und sollten einfach mal vor ihrer eigenen Haustür kehren gehen. Es ist zum Kotzen.

 

Anhänger

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