Kein Plan wohin in den Ferien, die Urlaubskasse ist knapp und die sommerlichen Temperaturen verursachen Hitzewallungen? Das Zauberwort heißt Westküste von Dänemark, wo immer ein kühlendes Windchen weht, öffentliche Picknicktische zum Verweilen einladen und Strandzugang und Parken nichts kostet. Hier ein Vorschlag für eine Tagestour, die nicht vieler Worte, nur einiger Bilder bedarf.







Los gings am Sonntag um 08.00 Uhr in Hamburg
Erstes und nördlichstes Ziel war die grandiose Sandskulpturenausstellung in Sondervig (ca. 340 km/ 4 Std. ex HH). Künstler aus aller Welt gestalten hier jährlich zu einem bestimmten Thema meterhohe, freistehende Sandkunstwerke und entwickeln entlang einer 300 Meter langen Mauer zum diesjährigen Thema „Aladin – 1001 Nacht“ eine beeindruckende Szenerie mit unendlich vielen Details (Eintritt Erwachsene ca. 90 DKK/ 10.- Euro). Kleine Infotafeln erläutern zudem die Objektideen der Künstler und deren Herkunft (Australien, Canada, Lettland, Irland, Spanien, USA, etc. Ihnen beim Bauen über die Schulter schauen kann man jetzt jedoch nicht mehr, denn die eigentliche Gestaltung erfolgt bereits Anfang des Jahres. Was und wieviel dem Sand zur Stabilität und Beständigkeit dieser Kunstwerke in Perfektion beigemischt wird, bleibt teils auch ein Geheimnis. Grundsätzlich verwendet man sog. „eckigen“ Sand mit einem hohen natürlichen Anteil an Ton und Lehm, was wiederum die stark gelbliche Farbe erklärt.






14.00 Uhr – zweiter Halt Henne Moelle Strand
Entlang der schmalen Landzunge Holmslandklit (ca. 30 Kilometer lang) vorbei an Hvide Sande geht es in Richtung Süden. Im Achterwasser dümpeln alte Fischerboot, in den bewachsenen Dünen verstecken sich unzählige reetgedeckte Hütten und Häuser. Surfcamps und Fußball-Golf-Plätze haben Hochkonjunktur; gelegentlich locken Shops, Softeis und andere dänische Spezialitäten.
Gegen 14.00 Uhr lockt schließlich der endlose Henne Moelle-Dünenstrand, der von einem kleinen Creek getrennt wird. Er ist ein wahrer Geheimtipp und man glaubt weit im Süden an der französischen Atlantikküste bei Bordeaux bzw. Arcachon zu sein. Die Zufahrt erfolgt über 2,5 Kilometer Schotterstraße, dafür wartet am Ende ein kleines Restaurant. Die Dünen sind hoch und das Bächlein strömt flott dem offenen Meer zu, das ultimativ in der Sonne glitzert. Das Wasser ist mit 22-24 Grad herrlich warm, ein Drachen segelt im Wind, der Sand ist schneeweiß – nur der Wind singt sein Lied, hier möchte man nie wieder weg.








Der Bunkerstrand von Blavand
Die Strände von Blavand bilden – samt dem alten weißen Leuchtturm „Blavandshuk Fyr“ – den westlichsten Punkt Dänemarks und sind bekannt für ihre zahlreichen Bunkeranlagen aus dem 2. Weltkrieg. Die markantesten davon sind die beiden Tirpitz-Anlagen und die „Muli-Bunker“ unmittelbar auf dem Strand. Bei Flut sind sie von Wasser umspült; um 17.00 Uhr ist an diesem Tag gerade Ebbe und man kann sogar ihr Innenleben erkunden. Und dann ist er da wieder: der Blick in die Ferne über die glitzernde Nordsee; nur am fernen Horizont kann man einen Offshore Windpark erkennen.
Um 19.00 Uhr heißt es wieder „Leinen los“
Nach einem gemütlichen Snack in der Abendsonne rollt man in den Sonnenuntergang hinein wieder Richtung Hamburg, das sich via Autobahn Kolding bei freier Verkehrslage in gut drei Stunden erreichen läßt. Für die schönere Strecke über das pittoreske Ribe (älteste Stadt Dänemarks) braucht man für die rund 700 Kilometer ca. 30 Minuten länger.
Natürlich gibt es noch viele andere schöne Ecken entlang der Route, wo jeder seine individuellen Lieblingsplätze finden kann. Wer etwas weiter weg wohnt, plant einfach eine Übernachtung ein, checkt kurzfristig das Wetter und die Verkehrslage. Fahr doch mal hin! Als ich abends zu Hause meine Socken abstreife, rieselt noch etwas von dem feinen, weißen Sand heraus …
