„Frankfurter Grie Soss“ heißt sie in Frankfurt, was auf hochdeutsch Frankfurter Grüne Soße heißt. Dass die Frischkräuterkomposition aus der Mainmetropole einmal weit über die regionale Küche hinauswachsen und sogar Profiköche begeistern würde, hätte im 19. Jahrhundert wohl kein Frankfurter Gärtner gedacht und auch nicht, dass die 1860 erstmals namentlich erwähnte Rezeptur mit ihren 7 Kräutern einmal ein Denkmal bekommen würde. Ist aber so, in Frankfurt-Oberrad steht es und lockt immer wieder Touristen an.

Als echtes Frankfurter Mädchen muss einem diese kulinarische Erfolgsgeschichte einfach begeistern, insbesondere auch deshalb, weil ich von meinem Bürofenster aus auf die Felder sehen kann, wo die Kräuter für die Grüne Soße wachsen. Je nach Jahreszeit kann ich sie nicht nur sehen, sondern bei geöffnetem Fenster auch riechen. Genauer gesagt besteht die geschichtsträchtige Kräutermischung aus:

Borretsch, Kresse, Kerbel, Petersilie, Pimpinelle, Sauerampfer und Schnittlauch.
(Meine Brücke zum Merken: 1 x B, 2 x K, 2 x P, 2 x S – schließlich muss man das als Frankfurterin wissen 😊).

Auf diesem Feld wächst Kerbel – im Hintergrund die EZB

Und hier kommt das Originalrezept dazu:

Zutaten für 4 Personen:

1 Paket Kräutermischung (Frankfurter Grüne Soße)
4 Eier, hart gekocht
1 EL Essig
2 EL Öl
250 gr. Schmand oder Saure Sahne
150 gr. Joghurt
Salz
Pfeffer

Zubereitung:

Alle Kräuter verlesen, gründlich waschen und abtropfen lassen. Anschließend sehr fein hacken. In einer Schüssel mit Essig, Öl, Schmand und Joghurt verrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die hart gekochten Eier klein hacken und unterheben. Danach mind. 1 Stunde kaltstellen (besser über Nacht, pers. Anm.) und vor dem Servieren nochmals durchrühren. Man kann die hart gekochten Eigelbe auch auslösen, durch ein Sieb streichen, zunächst mit Öl verrühren und erst dann alle anderen Zutaten zugeben.

Traditionell wird der Soßenklassiker zu gekochtem Fleisch wie Tafelspitz, kaltem Braten, Pellkartoffeln oder Salzkartoffeln gereicht. In neueren Rezepten findet man die Soße auch zu rosa Roastbeef, paniertem Schnitzel und Spargel.

Die günstigste Zeit für das schmackhafte Kräuter-Grün ist der Wonnemonat Mai, denn die regional angebauten Kräuter haben dann im Allgemeinen ihre beste Qualität. Traditionell beginnt die Grüne-Soße-Saison aber schon Gründonnerstag. Jetzt ist also die perfekte Zeit, um die leckere Soße aus Frankfurt am Main einfach mal auszuprobieren. Sie gelingt im Handumdrehen und schmeckt wirklich fantastisch.

Grüne Soße

 

Noch mehr Rezepte gibt’s natürlich online, z. B. hier https://www.lecker.de/gruene-sosse-rezept-fuer-den-frankfurter-klassiker-77070.html

Wer einen Thermomix im Einsatz hat, findet in der Thermomix Rezeptwelt die passende Anleitung.

Dass die Frankfurter Grüne Soße Goethes Leibspeise gewesen sei, ist übrigens nur eine Legende…

 

Anhänger

 

keine Werbung

print
Avatar
Autor

1 Comment

  1. Petra Fritz
    Petra Fritz Reply

    Auch ich liebe Aroma und Geschmack der „Grie Soos“. Meines Erachtens paßt sie auch perfekt zu Fisch als leichte Variante von Remoulade; ferner nutze ich sie gerne als hochwertiges Salatdressing.
    Hmm …

Write A Comment